Corona-Aktuell: Sommerwelle nimmt in Spanien an Fahrt auf

Die 7-Tage-Inzidenz steigt in Málaga und in Andalusien unterdurchschnittlich – Zahl der stationär behandelten Corona-Patienten nimmt deutlich zu

Sommerwelle Spanien
EU fordert alle Mitgliedstaaten auf, eine sofortige zweite Booster-Impfung für Menschen ab 60 und andere besonders gefährdete Personen auf den Weg zu bringen.
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Sommerwelle Spanien: Inzidenzen in Málaga unter dem Schnitt

Für die Provinz Málaga wurden am heutigen Dienstag 639 Positivgetestete im Alter von über 60 Jahren* gemeldet. Am Dienstag vor zwei Wochen lag die Zahl der Neuinfizierten bei 558. Die 14-Tage-Inzidenz, die die Anzahl der Neuinfektionen an Covid-19 in den letzten 14 Tagen je 100.000 Einwohner abbildet, ist seit dem 28. Juni von 422 auf 695 gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat auch die 7-Tage-Inzidenz von 218 auf 272 Positivgetestete je 100.000 Einwohner zugelegt.

In den Krankenhäusern der Provinz Málaga werden aktuell 181 Corona-Patienten stationär behandelt. Das sind deutlich mehr als vor zwei Wochen. Am 28. Juni wurden lediglich 117 Patienten mit einer Corona-Infektion gemeldet. Auf den Intensivstationen hat sich die Zahl der dort behandelten Patienten im gleichen Zeitraum von 6 auf 9 erhöht.

Fallzahlen in Andalusien

Für Andalusien wurden am Dienstag 2.635 Positivgetestete gemeldet (Dienstag vor zwei Wochen: 2.290). Die 14-Tage-Inzidenz hat seit dem 28. Juni von 350 auf jetzt 555 Positivgetestete je 100.000 Einwohner zugelegt. Ebenso ist auch die 7-Tage-Inzidenz im gleichen Zeitraum von 184 auf 231 Infizierte je 100.000 Einwohner gestiegen.

Bezüglich der Krankenhausbelegung durch an Covid-19 erkrankte Patienten in Andalusien ist diese im Zweiwochenvergleich von 573 auf 814 Patienten gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat sich auch die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Corona-Patienten erhöht, von 25 auf 32.

Anstieg der Inzidenzen in Spanien

In ganz Spanien notiert die 14-Tage-Inzidenz aktuell bei 1.256 Positivgetesteten je 100.000 Einwohner (28. Juni: 770). Der Wert für die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 583 (28. Juni: 430). Experten sprechen nun offen von einer Corona-Sommerwelle in Spanien. Schwere Verläufe bleiben indes die Ausnahme, was Mediziner insbesondere auf die hohe Impfquote in Spanien zurückführen.

Insofern kann man trotz steigender Infektionszahlen weiter sagen, dass die Corona-Lage in Spanien, zumindest zurzeit, unter Kontrolle ist. Damit das so bleibt, haben in den vergangenen Tagen zahlreiche Gesundheitsexperten und Politiker dazu aufgerufen, in gefüllten Innenräumen und bei Massenveranstaltungen in Außenbereichen freiwillig eine Maske zu tragen.

Unterdessen hat die 7-Tage-Inzidenz der Gesamtbevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen 14 Tagen ebenfalls weiter zugelegt. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) ist dieser Wert seit dem 28. Juni von 636 auf 702 Infizierte je 100.000 Einwohner angestiegen.

In Österreich ist die 7-Tage Inzidenz im Zweiwochenvergleich von 686 auf 826 gestiegen; in der Schweiz hat dieser Wert im Vergleich zum 28. Juni, von 284 auf 530 zugenommen.

EU fordert zweiten Booster für über 60-Jährige

Nachdem die Infektionszahlen in ganz Europa in den letzten Wochen zum Teil deutlich gestiegen sind, geht nun die Angst vor einer heftigen Herbst- und Winterwelle um. In diesem Zusammenhang empfiehlt die EU allen Menschen über 60 Jahren unbedingt eine zweite Corona-Auffrischungsimpfung. »Angesichts des erneuten Anstiegs der Fallzahlen inklusive erhöhter Krankenhauseinweisungen fordere ich alle auf, sich so schnell wie möglich impfen und boostern zu lassen«, erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides laut einer Mitteilung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC und der EU-Arzneimittelbehörde Ema.

Gesundheitskommissarin Kyriakides forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, »sofort zweite Booster-Impfungen« für Menschen ab 60 und andere besonders gefährdete Personen, insbesondere Menschen deren Immunsystem geschwächt ist, bereitzustellen. Der Mitteilung zufolge sollten Menschen der genannten Gruppen einen zweiten Booster erhalten, bei denen die vorherige Auffrischung länger als sechs Monate zurückliegt.

* Seit Ende März dieses Jahres werden in Spanien lediglich Corona-Inzidenzen für Personen, die über 60 Jahre alt sind, öffentlich gemacht. Diese Herangehensweise gilt nicht nur für die landesweiten Statistiken, sondern auch auf allen anderen Ebenen (Regionen, Provinzen, Städte, etc.). Die im Bericht aufgeführten Zahlen für Positivgetestete sowie die ausgewiesenen Inzidenzen in Spanien beziehen sich daher ausschließlich auf die Altersgruppe von Menschen über 60 Jahre.

Quellen: Junta de Andalucía, Gobierno de España – Ministerio de Sanidad, Diario SUR, Europa Press, RKI, AGES, BAG, Der Spiegel

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