Corona Aktuell: Generation unter 30 löst fünfte Inzidenzwelle aus

Die 7-Tage-Inzidenz steigt in Spanien auf 302. Jugendliche feiern bis der Arzt kommt.

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Corona Aktuell
Die 14-Tage-Inzidenz steigt im Party-Hotspot Marbella auf über 900

7-Tage-Inzidenz liegt in der Provinz Málaga jetzt bei 283

Die Inzidenzen sind weiter auf dem Höhenflug. Für die Provinz Málaga wurden heute 861 Positivgetestete gemeldet. Am Mittwoch der Vorwoche waren es deren 610. Die 14-Tage-Inzidenz, die die Anzahl der Neuinfektionen an Covid-19 in den letzten 14 Tagen je 100.000 Einwohner abbildet, ist im Vergleich zur Vorwoche wiederum erheblich von 288 auf 511 gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat auch die 7-Tage-Inzidenz von 174 auf 283 Positivgetesteten je 100.000 Einwohner zugelegt.

Was die Belegung in den Krankenhäusern der Provinz Málaga betrifft, wirken sich die Inzidenzen hier nicht so stark aus, wie noch in den vorangegangenen Inzidenzwellen. Der Grund ist vor allem darin zu sehen, dass nun praktisch alle Bürger über 45 Jahre vollständige geimpft sind, mit Ausnahme der Impfverweigerer. Letztere landen nun vermehrt in den Krankenhäusern, ebenso wie einige älteren Menschen, die eigentlich durch die Impfung bereits immunisiert waren. Das auch junge Menschen durch Covid-19 krank bis schwerkrank werden können, weisen die aktuellen Statistiken aus. Demnach ist die Anzahl der in den öffentlichen Krankenhäusern der Provinz Málaga behandelten Corona-Patienten in den vergangenen sieben Tagen von 116 auf 208 gestiegen, darunter zahlreiche Neu-Patienten im Alter um die 20 Jahre. Auf den Intensivstationen ist die Zahl der Patienten im gleichen Zeitraum von 18 auf 31 gestiegen. Der Anteil der Corona-Patienten im Verhältnis zur Gesamtzahl der zur Verfügung stehenden Betten beträgt jetzt 7,8 Prozent (Vorwoche: 4,4 Prozent).

Offiziell haben sich in der Provinz Málaga bis dato 115.796 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. 104.777 davon gelten als genesen; 1.683 Personen sind in Málaga in Verbindung mit dem Corona-Virus gestorben. Die Zahl der aktiven Fälle beträgt somit 9.336. Das sind fast doppelt so viele als noch vor einer Woche (4.961).

14-Tage-Inzidenz in Marbella über 900 – droht die Abriegelung?

Für die nachstehend aufgeführten Gemeinden der Provinz Málaga wurden am heutigen Mittwoch folgende Werte für die 14-Tage-Inzidenz ermittelt: Antequera (199), Alhaurín de la Torre (580), Alhaurín El Grande (371), Coín (472), Casares (363), Manilva (383), Estepona (676), Fuengirola (567), Mijas (606), Marbella (955), Istán (1.272), Benahavís (426), Ojén (1.022), Monda (297), Torremolinos (486), Benalmádena (581), Ronda (448), Rincón del la Victoria (330), Algarrobo (564), Nerja (222), Torrox (201) und Vélez Málaga mit Torre del Mar (340). In der Provinzhauptstadt Málaga liegt die 14-Tage-Inzidenz jetzt bei 521 Positivgetesteten je 100.000 Einwohner.

Ginge man lediglich nach der 14-Tage-Inzidenz, müssten die Gemeindegrenzen von Marbella ab einem Wert von 1.000 je 100.000 Einwohner abgeriegelt werden. Ob die Grenzen nun tatsächlich geschlossen werden, wird indes auch von den Zahlen in den Krankenhäusern der Gemeinde abhängig gemacht. Schließlich haben die Inzidenzwerte infolge der Immunisierung durch die Impfung stark an Bedeutung eingebüßt. Zudem ist zu berücksichtigen, dass sich die Einwohnerzahl im Touristenort Marbella im Sommer gerne mal verdoppelt oder gar verdreifacht. Ginge man zum derzeitigen Stand beispielsweise von einer Verdoppelung der gemeldeten Einwohnerzahl aus, läge die Inzidenz eben auch nur halb so hoch wie offiziell ausgewiesen, also nicht bei 955, sondern unter 500. Mit anderen Worten: sollte die 14-Tage-Inzidenz in Marbella in den nächsten Tagen über die Marke von 1.000 springen, ist nicht automatisch mit einer Schließung der Gemeindegrenzen zu rechnen.

Corona Aktuell: Fallzahlen für Andalusien

Für Andalusien wurden heute 2.901 Positivgetestete gemeldet (Vorwoche: 2.156). Die 14-Tage-Inzidenz ist seit dem 7. Juli von 213 auf 314 Positivgetestete je 100.000 Einwohner gestiegen. Die 7-Tage-Inzidenz ist im gleichen Zeitraum von 116 auf 167 Positivgetestete je 100.000 Einwohner gestiegen.

Im Hinblick auf die 14-Tage-Inzidenz lauten die Werte für die acht andalusischen Provinzen, Stand heute, wie folgt: Málaga (511), Córdoba (358), Granada (334), Cádiz (324), Jaén (267), Huelva (241), Sevilla (198) und Almería (173).

Bezüglich der Krankenhausbelegung durch an Covid-19 erkrankte Patienten in Andalusien ist diese im Sieben-Tage-Vergleich von 522 auf 651 Patienten gestiegen. Im gleichen Zeitraum ist auch die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Corona-Patienten von 117 auf 130 angewachsen. Gestorben sind in der Region seit Beginn der Pandemie an oder mit dem Corona-Virus 10.249 Menschen.

Andalusiens Ministerpräsident Juan Manuel Moreno schließt, trotz der dramatischen Zunahme der Inzidenzen in den vergangenen Wochen neue Restriktionen, zumindest vorerst, aus.

Jugend feiert bis der Arzt kommt

Hauptverantwortlich für die extrem stark steigenden Inzidenzen in den vergangenen drei Wochen sind laut Experten junge Menschen der Altersklasse von 15 bis 29 Jahren. Viele von Ihnen feiern rücksichtslos bis manchmal buchstäblich der Arzt kommt. Dass Sie dabei die eigene Gesundheit, die Gesundheit von Dritten sowie die Arbeitsplätze vieler Menschen, darunter womöglich die der eigenen Familie, gefährden, scheint Ihnen völlig egal zu sein.

Das Rücksichtslosigkeit und Egoismus die bestimmenden Werte der aktuellen Zeit sind, während traditionelle Werte wie Gemeinschaftssinn, Umsicht oder Mitgefühl zunehmend in den Hintergrund rücken, begründete der deutsche Philosoph und Buchautor Richard David Precht in einer Talkrunde mit Markus Lanz am 25. März dieses Jahres damit, dass in den meisten demokratischen Systemen der heutigen Zeit von Politikern aller Couleur, auch aus wahlkampftaktischen Gründen, vor allem immer mehr Rechte in Aussicht gestellt werden, während auf der anderen Seite keine Pflichten mehr eingefordert werden. Mit anderen Worten: es wird suggeriert, dass man in einer Demokratie machen kann, was man will und zwar unabhängig davon, ob das einem Dritten beziehungsweise der Gesellschaft schadet oder nicht.

Fast 50 Prozent der Bürger Andalusien sind per Doppeldosis immunisiert

Unterdessen wurden in Andalusien bis heute 49 Prozent der Bürger per Doppeldosis immunisiert. Am Mittwoch der Vorwoche lag diese Zahl noch bei 43,5 Prozent. Eine erste Dosis haben inzwischen knapp 60Prozent erhalten. Vor sieben Tagen lag dieser Wert bei 57 Prozent. In der Provinz Málaga sind jetzt 46,5Prozent der Bevölkerung immunisiert (Vorwoche: 41 Prozent) während 57 Prozent zumindest eine Dosis erhalten haben (Vorwoche: 54,5 Prozent).

In den acht Provinzen Andalusiens werden aktuell die Jahrgänge ab 1993 benachrichtigt. Sollten Sie zu den Jahrgängen 1992 oder älter gehören, können Sie einen Termin für die Erstimpfung machen. Das ist möglich auf der Website des andalusischen Gesundheitsdienstes (SAS), über ClicSalud+, über die mobile Anwendung und die Telefonnummer von Salud Responde (955 54 50 60) oder über das Gesundheitszentrum, vorzugsweise per Telefon. Die Impfung wird mit Pfizer oder Moderna durchgeführt. Der Termin für die Verabreichung der zweiten Dosis wird direkt nach dem ersten Impftermin vergeben. Zeitgleich werden in vielen Teilen Andalusiens Massenimpfungen ohne Termin für Bewohner zwischen 40 und 69 Jahren organisiert, die noch nicht geimpft sind. Hierzu informieren die jeweiligen Gemeinden kurzfristig, geimpft wird mit Janssen von Johnson & Johnson.

Der andalusische Ministerpräsident Juan Manuel Moreno hat unterdessen angekündigt, dass der Impfrhythmus langsamer werde, da diese Woche knapp 44 Prozent weniger Dosen in Andalusien ankommen. Er forderte die spanische Regierung auf, Druck bei der EU zu machen, um die Lieferungen zu erhöhen.

7-Tage-Inzidenz in Spanien heute bei 302

In Spanien notiert die 14-Tage-Inzidenz jetzt bei 471 Positivgetesteten je 100.000 Einwohner (7. Juli: 253). Der Wert für die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 302 (7. Juli: 187). Zum Vergleich: in der Bundesrepublik Deutschland beträgt die 7-Tage-Inzidenz laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) sieben Infizierte je 100.000 Einwohner (7. Juli: 5). In Österreich liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 15 (7. Juli: 7,5). In der Schweiz ist dieser Wert im Wochenvergleich von 12 auf 25 gestiegen.

Infolge der sehr niedrigen Inzidenzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, gelten diese Länder aus spanischer Sicht aktuell und bis einschließlich zum 18. Juli 2021 nicht mehr als Risikogebiete.

Quellen: Junta de Andalucía, Diario SUR, Málaga Hoy, RKI, AGES, BAG, ADAC.

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2 BEMERKUNGEN

  1. Nur 9,6% der Menschen über 40 haben noch keine Impfung erhalten. Nehmen wir mal an, Sie bezeichnen diese Leute als “Impfverweigerer”, glauben Sie wirklich, dass sich genau diese wenigen Leute nahezu ungeschützt längere Zeit treffen, damit sich das Virus so rasant ausbreiten kann und fast nur diese ins Krankenhaus bringt? Immerhin räumen Sie ja ein, das auch “einige” ältere Geimpfte ins Krankenhaus kommen. Statistisch gesehen klingt das extrem unglaubwürdig, aber vielleicht haben Sie ja offizielle Zahlen dazu.
    Oder birgt die Impfung etwa mehr Risiken, als man uns glauben machen will und es sind doch viele Geimpfte im Krankenhaus?

  2. Die Überschriften sind ganz schön reißerisch. Das geben die Tatsachen einfach nicht her. Viel schlimmer ist dass zwei Generationen für die Feiern zum Leben gehört hat und Einladungen und Partys und Zusammenkünfte tagtäglich waren jetzt einer ganzen Generation Egoismus vorwerfen wenn sie sich treffen und leben. Leben hat etwas mit Lebendigkeit zu tun und Freude und Spaß. Wenn wir als Gesellschaft dauerhaft mit Masken und Distanz Leben kommt unser Immunsystem mit überhaupt nichts mehr zurecht.Da braucht es überhaupt keinen Coronavirus. Die jungen Leute machen sich sehr wohl Gedanken und lassen sich auch impfen um die Risikogruppen vermeintlich zu schützen und leben mit den schwerwiegenden Impfreaktionen die beileibe nicht selten sind. Dabei sind die Mediziner einer Meinung dass die Jugendlichen weder durch Corona gefährdet sind noch für die anderen Menschen gefährlich sind. Wir sollten unsere Kinder schützen und nicht umgekehrt.

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