Andalusien schließt neue Restriktionen vorerst aus

Ministerpräsident Juan Manuel Moreno will das Nachtleben nicht einschränken. 56 Prozent der Andalusier sind vollständig geimpft. Gemeinden mit hoher Inzidenz sollen aber abgeriegelt werden.

Andalusien aktuell
Juan Manuel Moreno analysierte beim Besuch der neuen Einrichtungen des Krankenhauses Punta Europa in Algeciras die Lage in Andalusien.

„Man kann junge Leute nicht einsperren“

Die andalusische Regierung hat nicht vor, angesichts steigender Infektionszahlen in der Region neue Restriktionen einzuführen. Das erklärte der andalusische Präsident, Juan Manuel Moreno, am heutigen Montag während der Einweihung der neuen Einrichtungen des Krankenhauses Punta Europa in Algeciras. Moreno betonte die „Besonnenheit“, die die Entscheidungsfindung der andalusischen Regierung während der gesamten Pandemie gekennzeichnet habe. Er erinnerte auch daran, dass sich die Region im sogenannten Deeskalationsplan weiterhin in Phase Eins von drei Phasen auf dem Weg zur Normalität befinde.

„Es gibt Sektoren wie die Gastronomie, die längere Öffnungszeiten verlangen, aber leider sind die Bedingungen jetzt nicht gegeben“, sagte der Ministerpräsident. Derzeit dürfen Restaurants in Andalusien bis 1 Uhr nachts öffnen, allerdings dürfen ab 24 Uhr keine neuen Gäste mehr eingelassen und Gäste auch nicht mehr bedient werden. Pubs und Discotheken dürfen bis 2 Uhr morgens öffnen, müssen aber die Covid-Regeln wie Sicherheitsabstand und Maske einhalten.

Bezüglich des Nachtlebens hat sich Moreno für ein „geregeltes, organisiertes Nachtleben“ ausgesprochen, in dem der Personalausweis vorgezeigt werden muss und bei dem die Polizei Öffnungs- und Schließzeiten kontrolliert. „Man kann junge Leute nicht einsperren. Wenn sie nicht zu einer geregelten Freizeitaktivität gehen können, gehen sie in einen Park, an einen Strand oder in ein Lagerhaus. Wir glauben, dass es effektiver ist, eine organisierte Freizeitgestaltung anzubieten. Deswegen sehen wir kurzfristig keinen Grund für eine Einschränkung des Nachtlebens“, sagte Moreno.

Allerdings hat Moreno erklärt, dass er weiterhin beim andalusischen Gerichtshof die Sperrung derjenigen andalusischen Gemeinden beantragen wird, deren Inzidenzrate 1.000 Infektionen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen übersteigt. Er erklärte, dass man aber neben der Inzidenzrate auch andere Variablen betrachte, wie etwa den Pflegedruck in den Krankenhäusern oder die Zahl der belegten Intensivbetten. Erst vergangene Woche war die Gemeinde Conil de la Frontera (Provinz Cádiz) mit über 1.000 Inzidenzen der Schließung entgangen, weil die Inzidenzrate mit der Einwohnerzahl von 23.000 und nicht mit der Bewohnerzahl in den Sommermonaten (70.000) berechnet worden war.

Währenddessen laufen die Impfungen in Andalusien auf Hochtouren. 70 Prozent der Andalusier über 16 Jahren sind Stand Montag, 12. Juli, einmal geimpft, 56 Prozent haben die komplette Impfung erhalten.

Quellen: Junta de Andalucia, Diario SUR.

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