Warum Andalusien Conil de la Frontera trotz hoher Inzidenzen nicht abriegelt

Nach Angaben des Bürgermeisters hat die andalusische Regierung die große Zahl von Feriengästen in den Sommermonaten berücksichtigt, die im Ort sind.

Conil de la Frontera Covid

Conil in Andalusien bleibt offen trotz hoher Inzidenzen

Eigentlich müsste in Andalusien eine Gemeinde, die mehr als 1.000 Corona-Infektionen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen registriert hat, abgeriegelt werden. Das sehen die Regeln der andalusischen Regierung vor, die seit Beginn der Pandemie gelten. Der andalusische Expertenrat hat zwar in seiner letzten Sitzung die Abriegelung von Peal de Becerro (Jaén) verfügt (dies muss noch vom Gerichtshof bestätigt werden), aber nicht die von Conil de la Frontera, welches am Mittwoch eine 14-Tage Inzidenz von1.045 Fällen hatte.

Der Grund: Der Expertenrat hat Conils Bürgermeister Juan Manuel Bermúdez in seiner Argumentation recht gegeben, dass zwar in Conil die 1.000 Fälle überschritten seien, man diese aber auf die Einwohnerzahl von 23.000 umgerechnet habe. In den Sommermonaten habe der Ort aber zeitweise eine Einwohnerzahl von über 70.000.

Der Ort an der Atlantikküste ist nahezu voll mit Touristen

Bermúdez hatte außerdem erklärt, dass durch eine Schließung „Tausende von Hotelreservierungen in der Luft hängen bleiben und Arbeitsplätze vernichtet werden.“ Das dritte Argument des Bürgermeisters, welches den Expertenrat überzeugte: Man könne nicht nur nach den Inzidenzen beurteilen. „Inzwischen sind mehr als 50 Prozent der Bewohner und Besucher geimpft und die meisten der Covid-Erkrankungen sind asymptomatisch“, so Juan Manuel Bermúdez. Er zitierte damit den andalusischen Gesundheitsminister Jesús Aguirre, der kürzlich zugegeben hatte, dass hohe Inzidenzen nicht das einzige Kriterium für eine Abriegelung von Gemeinden sein können.

Dennoch räumte Conils Bürgermeister ein, dass die Gemeinde über zu wenig Polizeibeamte zur Überwachung der Regeleinhaltung verfüge. Conil de la Frontera war in den vergangenen Tagen nach der Veröffentlichung eines Videos zum Gespräch geworden, in dem zahlreiche junge Leute ohne Sicherheitsabstand und Masken auf den Straßen sangen: „Wir sind gekommen, um uns zu betrinken, das Ergebnis ist egal.“ Ein Verhalten, welches der Bürgermeister als „eine Frage von Respekt und Erziehung und nicht von Polizeipräsenz“ bezeichnete. Die Inzidenzen steigen derzeit insbesondere unter Menschen unter 30 Jahren in ganz Spanien sprunghaft an.

Diario SUR, ABC de Sevilla, Diario de Cádiz.

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