Neuer Tarif: Ab 1. Juni kann man bei den Stromrechnungen in Spanien sparen

Der Strompreis richtet sich künftig in Spanien nach der Tageszeit. Strom wird nachts und an den Wochenenden billiger sein, zur Hauptzeit aber auch teurer

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Strom in Spanien: Ein neuer Tarif ist ab 1.6.21 gültig
Die Fixkosten des Stroms in Spanien sinken, aber zur Hauptzeit wird der Strompreis teurer.

Bis 300 Euro im Jahr einsparen

Ab dem 1. Juni 2021 gibt es rund um das Thema Strom in Spanien ein neues Abrechnungsmodell. Wer seine Nutzungsgewohnheiten an das neue Tarifmodell anpasst, kann im Jahr bis zu 300 Euro bei der Stromrechnung sparen. Profitieren von der Neuerung können Kleinverbraucher mit einer Leistung von weniger als 15 Kilowatt, die den staatlich regulierten Stromtarif (Precio Voluntario para el Pequeño Consumidor, PVPC) nutzen. Darunter fallen knapp elf Millionen Stromkunden.

Die spanische Regierung will mit dem neuen Tarif zum einen Anreize schaffen, um Strom vor allem in den Spitzenverbrauchszeiten zu sparen. Durch die veränderte Abrechnungsweise soll darüber hinaus die Anschaffung von Fotovoltaikanlagen und Elektroautos attraktiver werden.

Die wichtigste Neuerung: Die Stromrechnung gestaltet sich künftig in Spanien nach der tageszeitlichen Nutzung. Wenn elektrische Geräte außerhalb der Spitzenzeiten genutzt werden, kann dies zu niedrigeren Rechnungen führen. Die Tage werden dabei in drei Verbrauchsperioden unterteilt: Hora Punta, die teuerste, zwischen 10 und 14 Uhr und von 18 bis 22 Uhr; Hora Llana, von 8 bis 10 Uhr, 14 bis 18 Uhr und 22 bis 24 Uhr; und Hora Valle, die preisgünstigste, zwischen Mitternacht und 8 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen.

Strom in Spanien - Neuer Tarif ab 1.6.2021
Der neue Tarif Tarif 2.0TD wird alle anderen Tarife fristlos ersetzen. Verbraucher müssen sich teilweise umgewöhnen, wenn sie sparen möchten. // Foto: CNMC

Laut der Nationalen Kommission für Märkte und Wettbewerb (CNMC) könnte ein Haushalt beispielsweise bis zu 300 Euro im Jahr sparen, wenn er mehrere Geräte nicht gleichzeitig benutzt (z.B. Waschmaschine und Herd) oder wenn er elektronische Geräte nachts statt tagsüber auflädt. Die Kommission schätzt, dass der Strom in den niedrigsten Tageszeiten bis zu 95 Prozent billiger sein wird als in den Spitzenzeiten. Sogar das Bügeln während der billigen Periode statt in der ‘Hora Punta’ kann etwa 38 Euro pro Jahr sparen.

Neuer Stromtarif in Spanien hat auch Nachteile

Dieses neue System bzw. der neue Stromtarif in Spanien hat jedoch auch einige Nachteile. So werden Verbraucher, die bereits den Nachttarif nutzen, ungefähr zwei Euro mehr pro Monat bei gleichbleibender Nutzung zahlen müssen. Wer Strom sparen möchte, wird zudem seine Gewohnheiten ändern müssen, um den größten Nutzen aus den neuen Tarifen zu ziehen.

Bisher gab es mehrere, für den Kunden frei wählbare Tarifgruppen. Die sogenannten Verträge 2.0A, 2.0DHA und 2.0AHS werden nun hingegen wegfallen. Es gilt ab dem 1.6.2021 nur noch der oben beschriebene Tarif 2.0TD.

Fixkosten für Strom in Spanien fallen

Im europa­weiten Vergleich gab es in Spanien bisher einen sehr hohen Anteil der Fixkosten von zirka 40 Prozent am Endpreis der Stromrechnung. Diese fixen Kosten werden nun deutlich sinken. Besonders private Haushalte unter 15kW Maximalleistung werden davon profitieren. Verbraucher mit einer Leistung von bis zu 10kW werden ab dem 1. Juni 16% Prozent weniger an Fixkosten für die Stromleistung zahlen, während Kunden mit einer beauftragten Stromstärke zwischen 10 und 15kW sogar 28 Prozent weniger aufbringen müssen.

Zudem haben die Verbraucher die Möglichkeit, zwei verschiedene Maximalleistungen je nach Tageszeit- und Nutzungszeit zu beantragen. So könnte man beispielsweise in der sogenannten ‘Hora Valle’ die Maximalleistung erhöhen, um das Elektroauto nachts günstiger zu laden. Untertags zählt man dann ledigliche für eine andere ausgewählte, geringere Stromstärke. Sämtliche Wechsel bezüglich der Stromleistung können Endverbraucher bis Mai 2022 zudem kostenlos durchführen, um sich so optimal auf den neuen Stromtarif in Spanien anzupassen.

Zu guter Letzt erhält die Stromrechnung für PVPC-Kunden ab dem 1. Juni auch ein neues Format. Damit wird die Rechnung vereinfacht und umfasst nur noch zwei Seiten. Auch wird der Verbrauch nach Tageszeitzonen und Anschlussleistung grafisch dargestellt. Außerdem enthält sie einen QR-Code, der es den Nutzern erleichtert, den Energieangebotsvergleicher auf der CNMC-Webseite zu nutzen.

Quellen: ocu.org, SUR in English, La Opinion

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1 KOMMENTAR

  1. Alles nur Augenwischerei! Die Zeiten sind so gewählt, dass jeder mehr für den Strom zahlen muss, denn genau dann, wenn alle den Strom unbedingt brauchen, kostet er am meisten. Das ist am Morgen zwischen 10-14h wo alle kochen müssen. Natürlich kann man zu anderen Zeiten kochen, aber zu dieser teuren Zeit muss das vorgekochte Essen wieder aufgewärmt werden, damit man um 14h essen kann. Also muss der Strom 2 mal bezahlt werden.
    Am Abend muss geheizt oder gekühlt werden und man sieht TV, ebenfalls zur teuersten Tarifzeit. Also genau so definiert, dass die Stromanbieter noch mehr verdienen.
    Man sah ja den Schwindel schon seit Jahren. Alle haben auf Sparlampen (Betrugslampen) umgestellt, heute auf LED, neue Kühlschränke und/oder Waschmaschinen gekauft. Wurde die Stromrechnung kleiner? Keines Falls, denn wenn die EKW’s weniger Strom liefern können, werden einfach die Preise erhöht, denn diese Mafia verzichtet nicht auf ihr Geld.
    Frage: Warum soll eine neue Waschmaschine mit 2000 Watt weniger Strom konsumieren, wenn sie für einen Waschvorgang mehr als 2 Stunden braucht, wo die alte Waschmaschine mit der gleichen Leistung in 40 Minuten fertig war?

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