Almería – die versteckte Schönheit in Andalusien

Wer sich für Geschichte interessiert ist hier genau richtig. Die Stadt Almería hat einiges an Kulturdenkmälern zu bieten, wie zum Beispiel seine Alcazaba.

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Almería
Auch Almería hat eine Alcazaba. Der Besuch lohnt sich.

Wochenendbesuch in Almería

Wer an Almería denkt, wird in erster Linie einen Landschaftstrich vor Augen haben, der bedeckt ist mit Plastikplanen; die berühmten Gewächshäuser, die, neben dem Tourismus, für das wirtschaftliche Einkommen der Region sorgen, aber auch den Unmut vieler Naturschützer auf sich ziehen. Eine andere, viel schönere Seite ist der Naturpark Cabo de Gata, der für seine unberührten Stränden und seine einzigartige Landschaft bekannt ist.

Almería kann jedoch viel mehr. Wer sich für Geschichte interessiert, ist hier genau richtig. Die Stadt Almería hat einiges an Kulturdenkmälern zu bieten. Da wäre zum einen die riesige maurische Festung Alcazaba, die sich über dem Zentrum erstreckt. Sie wurde im 10. Jahrhundert errichtet und zwar unter dem Kalifen Abd ar-Rahman III. Sie diente schon damals als Residenz der Stadtherren, was auch unter der Herrschaft der Katholischen Könige übernommen wurde.

Herrliche Aussicht von der Alcazaba in Almería

Wer sich auf den Weg macht, die Alcazaba auf dem 85 Meter hohen Hügel zu besichtigen wird wahrscheinlich ein bisschen ins Schwitzen kommen, aber keine Sorge: Es lohnt sich. Die Anlage besteht aus drei Teilen, sogenannten Burgbezirken. Der erste Burgbezirk beherbergt eine wunderschöne Gartenanlage mit Wasserspielen, sehr erfrischend bei den sommerlichen Temperaturen. Es geht noch etwas weiter nach oben in den zweiten Burgbezirk. Hier hat man eine herrliche Aussicht auf die Stadt, den Hafen und die Berge auf der anderen Seite. In diesem Teil werden zur Zeit auch Ausgrabungen durchgeführt. Man kann noch Stücke des alten Hammams aus maurischer Zeit sehen.

Der dritte Burgbezirk zeichnet sich durch den Burgfried, also den Wehrturm aus. Drei Kanonen sind ebenfalls ausgestellt. Der Eintritt für die Alcazaba ist für EU-Bürger übrigens frei. Noch ein Grund sich diesen Besuch nicht entgehen zu lassen.

Zurück im Zentrum Almerías kann man sich erst einmal eine kleine Stärkung gönnen. Besonders am Fuße der Alcazaba befinden sich etliche Tapas-Bars und Teterías. Kehren Sie ein und verschnaufen Sie ein bisschen.

Weiter geht es nun zur Kathedrale der Stadt. Auch sie ist, wenn man das so sagen kann, riesig. Ein Teil ist momentan durch Bauarbeiten verhüllt, trotzdem kann man schon von außen erkennen, dass es sich um einen imposanten Bau handelt. Innen werden der spätgotische Kreuzgang, die Sakristei und die Chorstände den Besucher beeindrucken. Die Kathedrale datiert auf das Jahr 1524 zurück, nachdem ein Erdbeben im Jahr 1522 den Vorgängerbau, ein maurisches Erbe, zerstört hat. Der Eintritt kostet 5 Euro. Wer ein Stück Kunstgeschichte live sehen möchte, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Almería
Die Kathedrale in Almería.

Der nächste Besuch gilt dem Rathaus der Stadt. Von der Kathedrale aus ist der Weg sehr gut ausgeschildert. Über ein Tor gelangt man auf einen großen Platz, den Plaza de la Constitución, zur Linken befindet sich das Rathaus. Nicht imposant, aber hübsch anzusehen. Auf selbigen Platz gibt es auch einige Bars, ein schönes Ambiente für eine Erfrischung.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Hügel San Cristobal (Cerro de San Cristóbal). Wenn man von der Alcazaba Richtung Norden schaut, sieht man ihn sofort. Eine lange Mauer säumt den Weg, die Muralla del Cerro de San Cristóbal. Auch sie datiert auf die Zeit der Mauren zurück. Auf dem Hügel, der einen beeindruckenden Blick auf die Stadt bietet, befindet sich auf einem Sockel stehend die Statue des “Heiligen Herzens Jesu”, die aus lokalem Macael-Marmor gebaut wurde. Das Monument wurde im Jahr 2000 restauriert und soll die Stadt und das Mittelmeer segnen. Es wurde ursprünglich im zwanzigsten Jahrhundert um 1930 erbaut. Gemeinsam ergeben die Alcazaba und die Mauern des Cerro de San Cristóbal eines der wichtigsten andalusischen Denkmäler und archäologischen Stätten auf der Iberischen Halbinsel.

Wer also nur Plastikplanen vor den Augen hat, wenn er Almería denkt, dem sollte gesagt werden, dass diese Stadt auch historisch und kulturell eine ganze Menge zu bieten hat. Bleibt noch das kulinarische Vergnügen. Keine Sorge, auch “Foodies” kommen hier nicht zu kurz. Ob Tapas-Bars, Steakhouse, Gastrobar oder Soulfoodtempel. In Almería kommt jeder auf den Geschmack.Übrigens: In Almería bekommt man wie in Granada in vielen Tapas-Bars eine Tapa gratis zum bestellten Getränk dazu!

Da Almería gerade einmal zwei Stunden von Málaga entfernt ist, kann man den Besuch perfekt für ein Wochenende einplanen. Viel Spaß!

Almería
Von der Alcazaba aus hat man eine herrliche Aussicht auf die Stadt und den Hafen.
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