Eigentumsquote in Spanien
Spanien hat heute mehr Wohnungen als vor der Finanzkrise, aber weniger Eigentümer. Das zeigt ein Bericht des spanischen Verbraucherministeriums. Die Studie basiert auf Steuerdaten der Finanzbehörde Agencia Tributaria und deckt den Zeitraum 2008 bis 2025 ab.
Das Ergebnis ist eindeutig: Der Anteil der Haushalte, die in einer eigenen Wohnung leben, ist von 79 auf 63,9 Prozent gesunken. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Mieterhaushalte von 11,9 auf 19,2 Prozent.
Zum Vergleich: Die Wohneigentumsquote in Deutschland liegt bei rund 43 bis 47 Prozent und damit am unteren Ende in Europa. Kein anderes EU-Land hat eine niedrigere Eigentumsquote. Der EU-Schnitt beträgt rund 68 Prozent. Die höchsten Quoten verzeichnen Rumänien mit gut 94 Prozent und die Slowakei mit rund 93 Prozent.
Mehr Großeigentümer in Spanien
Das neu gebaute Wohnungsangebot in Spanien kam dabei nicht der breiten Bevölkerung zugute. Der Wohnungsbestand wuchs zwischen 2008 und 2025 um rund zwei Millionen Einheiten – doch dieses Wachstum wurde überproportional von jenen aufgesogen, die bereits mehrere Immobilien besaßen.
Am deutlichsten zeigt sich das bei den sogenannten Großeigentümern, also Personen mit mehr als zehn Immobilien: Diese Gruppe hat ihr Immobilienvermögen seit 2008 vervierfacht – von rund 138.000 auf knapp 626.000 Wohneinheiten.
Erstmals ist die Mehrfacheigentümerschaft zur dominanten Form geworden: 51,7 Prozent aller Eigentümer besitzen heute zwei oder mehr Immobilien, 2008 waren es noch 46,1 Prozent.
Auch der Mietmarkt spiegelt diese Verschiebung wider. Nur rund 39 Prozent der vermieteten Wohnungen gehören Kleinvermietern mit einer einzigen Immobilie; 61 Prozent entfallen auf Mehrfachvermieter, Großeigentümer, Unternehmen und öffentliche Stellen. In Barcelona kontrollieren Mehrfachvermieter 60,8 Prozent des Mietmarkts, in Madrid 56,4 Prozent
Die Polarisierung zeigt sich auch in absoluten Zahlen: Die Zahl der Haushalte ohne jede Immobilie stieg um 63 Prozent, während die Haushalte mit zwei oder mehr Objekten um 54 Prozent zunahmen. Die mittlere Gruppe – ein Haushalt, eine Wohnung – schrumpfte um 22 Prozent.
Quellen: Diario Sur, Ministerio de Consumo.
























































