Wissenswertes zu Andalusien
Andalusien ist sowohl in geografischer und kultureller als auch in historischer Hinsicht eine der facettenreichsten Regionen Europas. Hier eröffnet sich zwischen Mittelmeer, Atlantik und der Sierra Nevada eine völlig eigene Welt.
Nicht umsonst heißt es oft ‚Andalucía es diferente‚ (dt. Andalusien ist anders).
Mit seinen idyllischen weißen Dörfern, maurischen Palästen und seiner atemberaubenden landschaftlichen Vielfalt übt der spanische Süden eine magische Anziehungskraft auf Menschen aus aller Welt aus.
Doch was gilt es über diese abwechslungsreiche Region zu wissen, bevor man sie bereist oder sich sogar dazu entscheidet hier dauerhaft zu leben?
In diesem Beitrag erläutern wir sieben Dinge, die jeder über Andalusien wissen sollte.
1. Andalusien ist eine sehr große Region
Mit 87.268 Quadratkilometern ist Andalusien größer als Österreich und nur unwesentlich kleiner als Portugal. Die zweitgrößte autonome Region Spaniens ist mit mehr als 8,6 Millionen Einwohnern zugleich die bevölkerungsreichste des Landes.
Andalusien umfasst die acht Provinzen Málaga, Granada, Cádiz, Sevilla, Córdoba, Almería, Jaén und Huelva.
Eine jede Provinz hat ihren eigenen Charakter – während Cádiz mit weitläufigen Stränden aufwartet punktet Granada mit der Sierra Nevada und der Costa Tropical, in Jaén erblickt man Olivenhaine soweit das Auge reicht und die Costa del Sol in Málaga, die Meer und Berge vereint, ist als Reiseziel weltberühmt.
2. Andalusien ist mehr als die Costa del Sol
Die Costa del Sol ist in zwar in aller Welt bekannt – aber Andalusien hat noch unendlich viel mehr zu bieten: Die Sierra de Grazalema, die Wüste von Tabernas, UNESCO-Städte wie Úbeda und Baeza oder der Nationalpark Doñana sind nur einige der unzähligen Sehenswürdigkeiten dieser weitläufigen Region.
Und in der südlichsten Stadt Tarifa liegen Europa und Afrika, getrennt durch die Straße von Gibraltar, nur 14 Kilometer voneinander entfernt.
3. Die Geschichte ist tief mit Nordafrika verwoben

Über 700 Jahre lang war Andalusien unter dem Namen Al-Andalus Teil der islamischen Welt. Zeitzeugen jener Epoche sind Bauwerke wie die Alhambra in Granada oder die Mezquita von Córdoba, die zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Spanien gehören.
Auch an der Costa del Sol erinnern alte Bauten wie etwa die Alcazaba von Málaga an die Zeit der Mauren.
4. Landschaft und Klima sind außergewöhnlich vielfältig
Landschaftlich bietet Andalusien eine Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Schneebedeckte Berge, ausgedehnte Strände, felsige Steilküsten und fruchtbare Täler wechseln sich ab. Zudem beherbergt Andalusien die Wüste von Tabernas, die einzige Halbwüste Europas.
Herrlich bizarre Felsformationen bieten Wanderern im Naturpark El Torcal bei Antequera ein besonderes Schauspiel, und die sich ebenfalls in Antequera befindlichen Dolmenstätten gelten als ein Juwel des Weltkulturerbes.
Auch klimatisch gesehen gibt es in Andalusien große Unterschiede – während Málaga für sein mildes Klima an der Küste bekannt ist, gilt Almería als die regenärmste Region in ganz Europa.
Etwa 30 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Almería erstreckt sich die Wüste von Tabernas auf rund 280 Quadratkilometern – die trockenste Region Spaniens und ganz Europas, seit 1989 unter Naturschutz.
Die zerklüfteten Hügel und Erosionsschluchten, im Englischen als Badlands bezeichnet, liegen eingebettet zwischen Sierra de los Filabres, Sierra Alhamilla und Sierra Nevada. Gerade einmal 39 Regentage zählt das Gebiet im Jahresdurchschnitt.
5. Die weißen Dörfer – mehr als nur ein Fotomotiv

Die sogenannten ‚Pueblos blancos‚ wie Frigiliana, Mijas oder Casares, bestechen durch weiß gekalkte Häuser, enge verwinkelte Gassen und blumengeschmückte Patios (dt. Innenhöfe). Die maurische Architektur ist hier immer noch deutlich sichtbar und man hat den Eindruck, dass die Zeit stehengeblieben ist.
Die weißen Dörfer sind nicht nur herrlich anzusehen – ihre funktionale Bauweise bietet Schutz gegen die Hitze sowie Raum für soziale Aktivitäten. Darüber hinaus sind die weißen Dörfer historische Denkmäler und Bewahrer alter Traditionen.
6. Flamenco ist ein bedeutendes Kulturgut
Die Wurzeln des Flamenco liegen in Andalusien, vor allem in Cádiz, Sevilla und Jerez de la Frontera. Zahlreiche lokale ‚Peñas Flamencas‘ (dt. Flamenco-Clubs) pflegen diese Tradition.
Eine der bekanntesten in der Provinz Málaga ist die Peña Flamenca Niño de Vélez in Vélez-Málaga, die seit 1981 existiert.
Flamenco-Veranstaltungen und -Festivals gibt es auch an der Costa del Sol, etwa in Torremolinos, Marbella oder Torrox.
7. In Andalusien herrscht ein anderes Lebenstempo
Spanien tickt ja sowieso schon anders als der Rest von Europa – und in Andalusien geht es nochmal entspannter zu.
Zwar ist die Siesta, wie die mittägliche Ruhepause genannt wird, in größeren Städten oft nicht mehr so präsent, doch in den Dörfern wird diese Tradition noch gelebt und die meisten Büros und Geschäfte haben in der Zeit von 14 bis 16 oder 17 Uhr geschlossen.
Dadurch verschiebt sich der Tagesrhythmus nach hinten und es ist nicht unüblich, dass erst um 22 Uhr zu Abend gegessen wird.























































Bitte mehr! Danke