Partido Popular gewinnt Andalusien-Wahl klar, verliert aber die absolute Mehrheit

Ministerpräsident Juan Manual Moreno ist auf die Unterstützung von Vox angewiesen

Ergebnisse Andalusien Wahlen 2026
Ministerpräsident Juan Manuel Moreno hat gewonnen, aber es fehlen zwei Stimmen zur absoluten Mehrheit. Foto: PP

Ergebnisse der Andalusien Wahl 2026

Die spanische Partido Popular (PP) hat die Regionalwahl in Andalusien am 17. Mai gewonnen, verfehlt aber die absolute Mehrheit.

Mit 53 der 109 Parlamentssitze fehlen Ministerpräsident Juan Manuel Moreno Bonilla zwei Mandate, um allein regieren zu können. Die absolute Mehrheit liegt bei 55 Sitzen.

Die PP erhielt knapp über 1,7 Millionen Stimmen, das entspricht 41,6 Prozent. Gegenüber der Wahl von 2022, als die Partei 58 Sitze holte, verlor sie fünf Mandate. Moreno hatte seither mit absoluter Mehrheit ohne Koalitionspartner regiert.

Nun wird die rechtspopulistische Vox, die von 14 auf 15 Sitze zulegte, erneut zur Schlüsselpartei. Vox-Kandidat Manuel Gavira erklärte, seine Partei werde sich nicht enthalten, um eine Minderheitsregierung Morenos zu ermöglichen.

Moreno räumte das Ergebnis ein, ohne Vox namentlich zu nennen. Er sprach von der Verantwortung, eine Regierung zu bilden, und erklärte: „Die Demokratie hat gesprochen.“

Historisch schlechtestes Ergebnis für die PSOE

Die Sozialisten (PSOE) von Regierungschef Pedro Sánchez kamen in ihrer früheren Hochburg auf nur noch 28 Sitze – zwei weniger als bei der Wahl 2022, ein historisch schlechtes Ergebnis.

2022 hatte die PSOE noch 30 Sitze geholt. Spitzenkandidatin María Jesús Montero, die im Kabinett von Ministerpräsident Pedro Sánchez als Finanzministerin amtierte, räumte ein, dass dies kein gutes Ergebnis sei.

Links der Sozialisten verschoben sich die Gewichte deutlich: Adelante Andalucía, ein links-nationalandalusisches Bündnis, sprang von 2 auf 8 Sitze im Parlament, das ebenfalls linksgerichtete Pro Andalucía hielt seine 5 Sitze, verlor aber weiter an Zuspruch.

Höhere Wahlbeteiligung als 2022

Die Wahlbeteiligung bei der Andalusein Wahl 2026 stieg auf 64,8 Prozent – rund neun Prozentpunkte mehr als bei der Wahl 2022.

Andalusien ist kein Einzelfall in Spanien. In Extremadura (Dezember 2025), Aragón (Februar 2026) und Kastilien-León (März 2026) gewann die PP die jeweiligen Regionalwahlen ebenfalls als stärkste Kraft – regiert aber auch dort mit Unterstützung von Vox.

Die Wahl in Andalusien gilt als wichtiger Stimmungstest für Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. Andalusien ist mit 8,7 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste Region des Landes und war die letzte große Regionalwahl des Jahres 2026 vor den Wahlen für das spanische Parlament im Jahr 2027.

Quellen: Cadena SER, El País, El Mundo

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