Börsenrekorde trotz Krieg und Inflation – Aktien steigen
Warum steigen die Börsen trotz geopolitischer Krisen?

Börsenrekorde trotz Krieg

Seit mittlerweile mehreren Monaten beherrscht der Konflikt im Nahen Osten die Schlagzeilen. Die Blockade der Straße von Hormus, durch die normalerweise rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls transportiert wird, hat zu deutlich höheren Energiepreisen geführt.

Öl notiert weiterhin auf einem hohen Niveau, die Inflation ist wieder angestiegen und auch die langfristigen Zinsen befinden sich weltweit auf Mehrjahreshöchstständen.

Vor diesem Hintergrund müsste man eigentlich erwarten, dass die Aktienmärkte unter Druck geraten. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Der amerikanische S&P 500, zahlreiche Technologieaktien und viele internationale Börsenindizes notieren nahe ihrer Allzeithochs.

Für viele Anleger stellt sich deshalb die Frage: Wie passt das zusammen?

Die Antwort liegt darin, dass die Finanzmärkte derzeit stärker auf die Unternehmensgewinne und die wirtschaftliche Entwicklung blicken als auf die geopolitischen Risiken.

Die Berichtssaison für das erste Quartal 2026 verlief überraschend positiv. Mehr als 80 Prozent der Unternehmen im S&P 500 konnten die Erwartungen der Analysten übertreffen. Das Gewinnwachstum lag bei rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders bemerkenswert ist, dass nicht nur die großen Technologiekonzerne, sondern nahezu alle Wirtschaftssektoren steigende Gewinne ausweisen konnten.

Der zweite wesentliche Treiber der Börsen bleibt die Künstliche Intelligenz. Die großen Technologiekonzerne investieren derzeit Hunderte Milliarden Dollar in den Ausbau von Rechenzentren und digitaler Infrastruktur.

Anleger gehen davon aus, dass diese Investitionen langfristig zu erheblichen Produktivitätssteigerungen und höheren Unternehmensgewinnen führen werden. Dadurch entsteht eine Dynamik, die derzeit selbst steigende Zinsen und geopolitische Spannungen überlagert.

US-Wirtschaft erstaunlich robust

Hinzu kommt, dass sich die amerikanische Wirtschaft als erstaunlich robust erweist. Der Arbeitsmarkt bleibt stabil, der Konsum entwickelt sich weiterhin positiv und die Unternehmen investieren kräftig.

Anders als Europa profitieren die USA zudem von ihrer Rolle als bedeutender Energieproduzent und sind deshalb weniger anfällig für die Folgen hoher Öl- und Gaspreise.

Auch die Kapitalmärkte bewerten die aktuelle Inflationsentwicklung bislang als temporär. Zwar sind die Energiepreise deutlich gestiegen, doch die langfristigen Inflationserwartungen bleiben vergleichsweise stabil.

Die Anleger gehen aktuell davon aus, dass die Notenbanken nicht gezwungen sein werden, die Zinsen massiv anzuheben. Solange diese Einschätzung Bestand hat, können Aktienmärkte und höhere Zinsen durchaus gleichzeitig steigen.

Dennoch sollten die Risiken nicht unterschätzt werden. Die derzeitige Stabilität basiert auf mehreren Annahmen: dass der Konflikt im Nahen Osten nicht weiter eskaliert, dass die Blockade der Straße von Hormus mittelfristig gelöst wird und dass sich die Inflation nicht dauerhaft auf einem höheren Niveau verfestigt.

Sollte eine dieser Voraussetzungen wegfallen, könnte die Stimmung an den Finanzmärkten rasch kippen.

Ein weiteres Risiko besteht in der zunehmenden Konzentration der Börsenentwicklung auf wenige große Technologieunternehmen. Die aktuelle Hausse wird in erster Linie von den Gewinnern des KI-Booms getragen.

Historisch betrachtet erinnern einzelne Entwicklungen durchaus an frühere Technologiezyklen. Allerdings zeigt die Erfahrung ebenso, dass Überbewertungen oft deutlich länger bestehen bleiben können, als viele Marktteilnehmer erwarten.

Was bedeutet das für Anleger?

Geopolitische Krisen sorgen regelmäßig für Unsicherheit und kurzfristige Kursschwankungen. Langfristig waren sie jedoch selten ausschlaggebend für die Entwicklung der Kapitalmärkte. Entscheidend bleiben die Unternehmensgewinne, die Innovationskraft der Wirtschaft und die Geldpolitik der Zentralbanken.

Was bedeutet der Krieg im Nahen Osten für Anleger?
Tobias Heyden von der nowinta Finanzgruppe.

Die aktuelle Situation bestätigt erneut die Bedeutung einer breit diversifizierten Anlagestrategie. Anleger sollten sich nicht von kurzfristigen Schlagzeilen leiten lassen, sondern ihre langfristigen Ziele im Blick behalten.

Wer ausreichend Liquidität zur Verfügung hat, sollte Marktschwächen weiterhin für gestaffelte Investitionen nutzen, anstatt auf den vermeintlich perfekten Einstiegszeitpunkt zu warten.

Wir halten auch weiterhin Sachwerte wie Aktien, Immobilien und Gold für die attraktivsten Bausteine eines langfristigen Vermögensaufbaus. In einer Welt hoher Staatsverschuldung, strukturell erhöhter Inflation und geopolitischer Unsicherheit bieten reale Vermögenswerte aus unserer Sicht den besten Schutz für den langfristigen Erhalt der Kaufkraft.

Für Gespräche oder Anregungen stehe ich Ihnen wie gewohnt in unserer Repräsentanz in Marbella zur Verfügung. Aktuelle Informationen zu unserem Unternehmen und zur Marktentwicklung finden Sie auf nowinta.es sowie auf unserer Facebook-Seite „nowinta Spanien“.

Tobias Heyden
Geschäftsführer nowinta Spanien

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