Málaga testet ab 2028 erste Flugtaxis für Passagiere nach Marbella

Die spanische Flugsicherung Enaire wählt den Flughafen der Costa del Sol für die Erprobung neuer Elektroflugzeuge und Frachtdrohnen

Flugtaxi Málaga Marbella
Foto: Enaire

Flugtaxi Málaga nach Marbella soll kommen

Fliegende Taxis zwischen Málaga und Marbella: Was nach Zukunftsmusik klingt, soll ab 2028 tatsächlich getestet werden.

Der spanische staatliche Flugsicherungsbetreiber Enaire hat seine Teilnahme am europäischen Forschungsprojekt VERTI-GO (Vertical Operations Ready to Go) bekanntgegeben. Ziel ist es, Verfahren und Technologien zu entwickeln, mit denen sich elektrische Flugtaxis und Frachtdrohnen sicher in den europäischen Luftraum integrieren lassen.

Finanziert wird das Vorhaben vom europäischen Gemeinschaftsunternehmen SESAR 3, das die Digitalisierung des europäischen Luftraums vorantreibt. Das Gesamtbudget liegt bei 6,77 Millionen Euro, davon kommen rund 5 Millionen Euro aus EU-Mitteln. Die Arbeiten laufen von Juni 2026 bis Mai 2029.

Geleitet wird das Projekt vom US-Unternehmen Honeywell Aerospace, gemeinsam mit einem Konsortium aus zwölf internationalen Partnern. Dazu zählen neben Enaire auch der spanische Flughafenbetreiber Aena, die europäische Flugsicherungsorganisation Eurocontrol, der britische Anbieter NATS sowie die Hersteller Vertical Aerospace und ODYS Aviation.

Mehrere Betreiber haben Interesse an Konzession

Im Mittelpunkt für die Costa del Sol steht ein konkretes Testvorhaben: Auf der Strecke zwischen dem Flughafen Málaga und Marbella sollen 2028 erste reale Testflüge mit sogenannten eVTOL-Fluggeräten stattfinden, elektrisch betriebenen Flugtaxis mit senkrechtem Start und Landung.

Der Luftkorridor Málaga-Marbella gilt als einer der aussichtsreichsten Kandidaten unter allen in Europa untersuchten Strecken, weshalb bereits mehrere Betreiber Interesse an einer künftigen Konzession zeigen.

Grundlage dafür ist der Ausbau des sogenannten U-space, ein von der EU-Kommission entwickeltes System aus digitalen Diensten und Verfahren, mit dem sich Drohnenflüge in dicht befiogenen Gebieten sicher und automatisiert steuern lassen.

Dazu zählen etwa die Fernidentifikation von Fluggeräten, die Flugverkehrssteuerung und die Koordination zwischen Betreibern und Behörden. Parallel arbeitet Enaire an einer Zertifizierung als sogenannter CISP-Anbieter, einer Instanz, die zuverlässige Informationen zwischen den verschiedenen U-space-Dienstleistern austauscht.

Vorarbeiten gibt es bereits: Im Mai 2025 fand in der Enaire-Zentrale in Madrid eine erste Simulation mit Flug- und Towersimulatoren statt, bei der Fachleute aus Málaga mitwirkten, um eine künftige Route zwischen den Flughäfen Málaga und Granada vorzubereiten.

Dabei wurde auch der voraussichtliche Standort für den ersten Vertiport festgelegt, eine Art Hubschrauberlandeplatz für Flugtaxis. Er soll in der Nähe der alten Startbahn 13 und der Umgehungsstraße Hiperronda (A-7) entstehen, im Bereich des Langzeitparkplatzes nahe der Ortschaft Zapata in Alhaurín de la Torre und des Frachtterminals.

Im November 2025 folgte im Rahmen des Projekts OperA ein weiterer Test: Da in Spanien bislang kein eVTOL-Fluggerät zugelassen ist, wurde die geplante Flugroute zwischen Málaga und Granada erstmals mit einem echten Hubschrauber abgeflogen.

Quellen: Diario SUR, Málaga HOY, Enaire

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