Bioprodukte in der Axarquía
Vor allem bei Obst und Gemüse setzen immer mehr Menschen auf lokale und saisonale Produkte, die nicht nur die Gesundheit fördern, sondern ganz einfach auch viel besser schmecken. An der Costa del Sol sind Bioprodukte ebenfalls kontinuierlich im Vormarsch.
Vor vier Jahren wurde in Maro (Nerja) eine Bio-Vereinigung ins Leben gerufen, die verschiedene Erzeuger aus Maro und Umgebung unter einem Dach vereint. Bio Agricultura Maro (BAM) bietet den Bauern eine Infrastruktur zum Verkauf ihrer Produkte direkt an die Endkunden. Oder andersherum formuliert: Bei BAM kann man Bioprodukte direkt vom Erzeuger erwerben.
Wie dieses System funktioniert, welche Produkte man bei BAM bekommt und welche Projekte die Vereinigung sonst noch verfolgt, wird in diesem Beitrag näher erläutert.
Bio Agricultura Maro (BAM) ist eine Vereinigung, die Bio-Landwirte und Verbraucher direkt miteinander verbindet, um frisches, regionales Bio-Obst, -Gemüse und andere Bio-Produkte ohne Zwischenhändler anbieten zu können.
BAM ist ein Projekt der Vereinigung Eco Axarquía, und hat das Ziel, direkte Verbindungen zwischen Bio-Landwirten und lokalen Verbrauchern zu fördern, um regionale Bio-Produkte zu vermarkten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Dies leistet einen positiven Beitrag zur lokalen Wirtschaft, zur Gesundheit und zur Nutzung landwirtschaftlicher Flächen. Bio Agricultura Maro unterstützt und berät auch lokale Produzenten, die auf Bio umstellen und dem Verband beitreten möchten.
Direkt vom Erzeuger kaufen

Bestellen kann bei der Bio-Vereinigung jeder. Die einzige Voraussetzung ist es, für 10 Euro im Jahr Mitglied zu werden. Die Mitgliedschaft, die zur Deckung der Vereinskosten dient, ist ganz einfach über die Website www.bioagriculturamaro.com möglich. Man füllt einfach das kurze Formular aus und erhält dann per E-Mail alle benötigten Informationen.
Als Mitglied kann man nicht nur direkt vom Erzeuger kaufen, sondern unterstützt auch die Entwicklung regionaler Bio-Produktion sowie den Bio-Konsum.
Außerdem hat man die Möglichkeit, an den Treffen und Finca-Besuchen der Verbrauchergruppe teilzunehmen, Workshops zu Nachhaltigkeit und Gesundheit zu besuchen, und sich an allen weiteren Projekten des Vereins zu beteiligen.
„Ist man als Mitglied registriert, bekommt man jeden Donnerstag eine E-Mail mit der aktuellen Liste der verfügbaren Bio-Produkte“, erklärt Frauke aus Deutschland, die bereits seit der ersten Stunde bei BAM bestellt und mit den Produkten sehr zufrieden ist.
Die Bestellung kann man von Donnerstag 12 Uhr bis Sonntag 20 Uhr platzieren. Die Abholung in Nerja erfolgt dienstags in der Zeit von 12 bis 16 Uhr. Der gut erreichbare Abholort befindet sich momentan im zentral gelegenen Gebäude El Zoco in Nerja (nähe Carrefour und Sportplatz).
„Es kann sein, dass sich der Abholort im Winter ändert, da es an dem momentanen Standort dann zu kalt wird. Darüber werden wir unsere Kunden aber rechtzeitig informieren“, sagt Sonia, die sich um die Koordination zwischen Landwirten und Endkunden kümmert.
Kunden sind bunt gemischt – von Einheimischen bis Residenten
Die Kunden von BAM sind bunt gemischt – sowohl Einheimische als auch ausländische Residenten und Überwinterer, aus Nerja und den umliegenden Gemeinden, genießen das Angebot an Bioprodukten.
„Wenn wir im Winter für ein paar Monate hier sind bestellen wir unser Gemüse immer bei BAM. Wir freuen uns schon auf die schmackhaften Gerichte, die wir damit zubereiten. Dabei variiert das Angebot jedes Jahr“, erzählen Ulrike und Eva aus Torrox.
Das Angebot an Gemüse und Obst ist natürlich saisonabhängig und variiert je nach Jahreszeit und Wetterbedingungen. Je nach Verfügbarkeit gibt es etwa verschiedene Sorten von Mangold, Salat, Kartoffeln und Süßkartoffeln, Tomaten, Auberginen, Zucchini, Paprika, Kohl und Zwiebeln.
Aber es sind häufig auch ungewöhnliche Gemüsesorten wie Maniok, Yuca oder Chayote erhältlich, je nachdem was die einzelnen Bauern gerade angebaut haben. Dieselbe Abwechslung herrscht auch beim Obstsortiment, das hier gedeihende Südfrüchte wie Avocados, Mangos, Feigen, Mispeln, Maracujas, Passionsfrüchte, Zitrusfrüchte und Papaya, beinhaltet, um nur einige zu nennen.
Die wöchentliche Liste enthält außerdem frische Kräuter, eine große Auswahl an losen Biowaren – von Hülsenfrüchten über Nudeln, Reis, Quinoa bis hin zu Haferflocken – sowie Trockenfrüchte, Nüsse, Öle, Honig, Säfte, Eier und allerlei andere Erzeugnisse.
Einen großen Mehrwert bieten darüber hinaus verschiedene Brotsorten aus dem Holzofen, deren Bestellung separat über WhatsApp erfolgt, und die man dann ebenfalls dienstags in Empfang nehmen kann. „Meine Frau und ich sind von den Broten begeistert. Sie schmecken nicht nur ausgezeichnet, sondern sind auch gut haltbar, sehr nahrhaft und sättigend. Nach einer Scheibe ist man schon fast satt“, berichtet Oliver.
Weitere Projekte der Bio-Vereinigung
Neben der Funktion als Schnittstelle zwischen Biobauern und Verbrauchern widmet sich BAM verschiedenen anderen Projekten. Eines davon ist die Initiative Maro Bello, die sich für den Erhalt und die Verbesserung der Umwelt in Maro und Umgebung einsetzt.
Bei regelmäßigen Treffen, bei denen jeder freiwillige Helfer willkommen ist, werden Abfälle in Bereichen eingesammelt, die von der Stadtverwaltung nicht abgedeckt werden, etwa Zufahrtsstraßen zu Stränden oder Wege zwischen den Feldern.
Mit diesem Projekt möchte der Verband die Menschen zu einem bewussteren Umgang mit der Umwelt anregen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf aktivem Handeln als wirksamer Weg, das Leben und die Umwelt zum Vorteil aller zu verändern. Ein weiteres Projekt, für das Freiwillige gesucht werden, ist der Aufbau einer lokalen Bio-Saatgutbank.
Momentane schwierige Situation für Landwirte in der Vega de Maro
Viele der Landwirte, die ihr Obst und Gemüse im Gebiet Vega de Maro anbauen, sehen sich aktuell in einer schwierigen Lage. Denn die Sociedad Azucarera Larios, die Eigentümer dieses Landes ist, hat Ende letzten Jahres die Pachtverträge für rund 400 landwirtschaftliche Grundstücke in diesem Gebiet gekündigt, mit dem Ziel Hobbygärten und illegale Siedlungen zu beseitigen und die rechtliche und städtebauliche Situation zu klären.
Zukünftig könnte dies, nach einer entsprechenden Umwidmung des Landes, die Entwicklung eines bereits seit längerer Zeit geplanten Tourismusprojekts auf 200 Hektar ermöglichen.
Larios arbeitet an der Planung eines großen Touristenkomplexes auf dem Land, das derzeit im Flächennutzungsplan als nicht bebaubar eingestuft ist und unter besonderem landwirtschaftlichem Schutz steht. Das geplante Projekt sieht einen Golfplatz sowie rund 500 Wohneinheiten und mehrere Hotels vor.
Bio Agricultura Maro kann man per E-Mail oder über Facebook auf Spanisch, Englisch, Deutsch, Niederländisch oder Französisch kontaktieren.
Mehr Information/Kontakt
- Wer die Vereinigung gerne persönlich kennenlernen möchte, kann eine E-Mail an bioagriculturamaro@gmail schreiben und dienstags am Abholort in Nerja einen Termin vereinbaren.
- www.bioagriculturamaro.com
- Facebook: bio.agricultura.maro




























































