Naturpark Cabo de Gata – Nijar

Auf den Spuren von Lawrence von Arabien

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Naturpark Cabo de Gata - Nijar. El Playazo

Exotischer Geheimtipp im Osten Andalusiens

Einsame Strände, kristallklares Wasser, verfallene Goldminen, endlose Sanddünen, Flamingoschwärme und Kakteenfelder. Was nach exotischer Weite klingt, liegt in heimischer Nähe. Denn der Naturpark Cabo de Gata – Nijar liegt nur ca. 35km östlich von Almeria, rund 200km von der Costa del Sol. Wer diesen gut 500km² großen Naturpark im Osten Andalusiens bereits kennt, den wundert es kaum, weshalb er als Drehort einer Vielzahl von Kinofilmen diente. Lawrence von Arabien, James Bond – Sag niemals nie, Conan der Barbar und Wie ich den Krieg gewann sind nur einige von ihnen. Auch die Geschichte wählte die weiten Strände Cabo de Gatas immer wieder als Schauplatz wichtiger Ereignisse. So kann man sich am pittoresken Playa de los Genoveses nur zu gut vorstellen, wie die spanische Armada im Jahr 1571 mehr als 300 Schiffe und ca. 30.000 Mann zusammenzog, um in die Schlacht von Lepanto zu ziehen. Aber der Naturpark hat natürlich einiges mehr zu bieten, als Kino und Geschichte.

Wandern

Sowohl direkt an der Küste als auch im Landesinneren gibt es unzählige Wandermöglichkeiten. Wer zum Beispiel eine der letzten Aussteigerorte des westlichen Mittelmeers kennenlernen will, der sollte von dem kleinen Ort Las Negras zur Cala de San Pedro wandern. Fernab von Bettenburgen und Großraumdiscos haben sich hier ein paar Aussteiger an einer kleinen Quelle niedergelassen. Für Liebhaber spanischer Literatur ist eine Wanderung im Landesinneren mit Besuch des Cortijos del Fraile empfehlenswert. Von dem Dorf Rodalquilar mitsamt verfallener Goldmine und botanischem Garten, ist es ein anderthalbstündiger Fußmarsch zu dem Hof, an dem 1928 das Verbrechen von Nijar stattfand, welches Federico García Lorca zu seinem Drama “Die Bluthochzeit” inspirierte. Bevorzugen sie eine Wanderung entlang einsamer Buchten, dann starten sie am besten am Playa de los Genoveses. Von dort aus können sie in einer großen Runde (ca. 10 km) die Traumstrände Barronal, Mónsul und Media Luna entdecken. Dabei führt sie ein kleiner Pfad über Sandstrände, Dünen und steile Klippen (einige ausgesetzte Wegstellen können jederzeit im Landesinneren umgangen werden). Eine detaillierte Beschreibung der Wanderungen in Cabo de Gata finden sie unter www.cabogataalmeria.com.

Naturpark Cabo de Gata - Nijar. Playa de Los Genoveses
Playa de Los Genoveses. Foto: David Lorenz

Tauchen und Schnorcheln

Wie an der gesamten spanischen Mittelmeerküste, gibt es auch an der vulkanischen Küste Cabo de Gatas ausgezeichnete Möglichkeiten, Wassersport zu betreiben. Einzigartig ist jedoch das 12.000 ha große Wasserschutzgebiet, welches sich vom Dorf Cabo de Gata im Westen bis zum kleinen Dörfchen Agua Amarga im Nord-Osten erstreckt. Dieses einzigartige Ökosystem ist auf Grund seiner Vielfältigkeit perfekt geeignet für jegliche Art von Tauchsport. Zum Schnorcheln sind die kleinen Buchten um das eigentliche Kap Cabo de Gata und die Strände zwischen El Playazo und Las Negras besonders empfehlenswert. Wem das nicht genug ist, dem bieten die zahlreichen Tauchclubs der Region Tauchkurse mit Ausflügen zu mit Neptungras bewachsenen Sandböden, versunkenen Schiffen oder Unterwasserhöhlen an. Eine Liste der Tauchclubs der Region finden sie unter www.degata.com.

Übernachtung

Von einfachen Campingplätzen, über Strandhotels bis zu luxuriösen Casas Rurales hat der Naturpark inzwischen alles zu bieten. Mitten in San José liegt zum Beispiel der kleine Campingplatz TAU. Auf Grund seiner zentralen Lage ist er ideal geeignet für diejenigen, die auf ihrem Urlaub trotz kleinen Geldbeutels nicht auf Promenadenbummel, Bars und Kneipen verzichten wollen. Falls sie eher auf der Suche nach Ruhe sein sollten, könnten die traumhaften Casas Rurales „El Jardin de los Sueños“ und „La Almendra y el Gitano“ eine gute Option für sie sein. In den weitläufigen Gartenanlagen, die hauptsächlich mit autochthonen Pflanzen angelegt wurden, finden sie garantiert ein stilles Plätzchen zum lesen und entspannen (mehr Info unter: www.eljardindelossuenos.es und www.laalmendrayelgitano.com).

Restaurants

In allen Küstendörfern des Parks gibt es inzwischen kleine Bars und Restaurants, die ihre Gerichte mit viel Liebe zum Detail zubereiten. Natürlich darf in einem Naturpark direkt am Meer ein traditionelles Fischrestaurant nicht fehlen. Seit über 30 Jahren wird in dem Restaurant „La Ola“ in dem Fischerdorf La Isleta del Moro der Fisch mit dem hauseigenen Boot frisch auf den Tisch gebracht. Die Tapasbar „El Brindis Negro“ in Las Negras ist indes alles andere als traditionell. Am Wochenende werden hier bei Livemusik teils unkonventionelle Tapas zu guten Preisen gereicht (eine Liste mit einigen Restaurants finden sie unter www.cabodegata-nijar.com).

Das spektakuläre Landschaftsbild, das angenehme Klima, die unterschiedlichen Freizeitmöglichkeiten, die Abgelegenheit und nicht zuletzt die einzigartige Flora und Fauna machen den Naturpark Cabo de Gata – Nijar zu einem absoluten Geheimtipp. Denn Andalusien hat mehr zu bieten als die Alhambra von Grananda, die Mezquita von Cordoba und die Kathedrale von Sevilla.

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