Sport kompakt: Málagas Ex-Sportdirektor Arnau verstirbt mit 46 Jahren | Unicaja nicht in Play Offs | FC Marbella steigt in 5. Liga ab

Die spanische Fußballwelt ist erschüttert über das frühe Ableben des ehemaligen Torwarts des FC Barcelona und des FC Málaga.

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Francesc Arnau, Sportdirektor von Real Oviedo, ist verstorben
Arnau hütete zehn Jahre das Tor des FC Málaga, war danach u.a. auch Sportdirektor des Clubs. // Foto: malagacf.com

Francesc Arnau stirbt mit nur 46 Jahren

Erschütternde Nachrichten erreichten die spanische Sportwelt am Samstag. Zweitligist Real Oviedo ließ in einer offiziellen Pressemitteilung verlauten, dass Sportdirektor Francesc Arnau verstorben sei. Über die Umstände beziehungsweise die Todesursache des 46-Jährigen wurde zunächst nichts bekannt.

Arnau war einst Torhüter des FC Barcelona, spielte aber fast seine ganze Karriere über beim FC Málaga (2001 bis 2011). Nach seiner aktiven Laufbahn kam er ins Team von Manel Casanova, das sich um die Nachwuchsarbeit beim Verein von der Costa del Sol zu Zeiten von Präsident Al Thani kümmerte. Der Scheich hatte großes Vertrauen in den katalanischen Schlussmann und ernannte ihn 2015 zum Sportdirektor der Blau-Weißen. Dieses Amt, das er zu einer Zeit von erheblichen finanziellen Problemen im Verein ausführte, hatte Arnau bis 2017 inne. Seit 2019 war der Katalane als Sportdirektor bei Real Oviedo tätig und befand sich gerade mitten in der Planung für die neue Spielzeit. Erst vor einer Woche traf er seine alten Kollegen des FC Málaga wieder, als die Asturier mit 1:0 gegen das Team von der Costa del Sol gewinnen konnten.

Wie inzwischen bekannt wurde, fand man den leblosen Körper von Arnau am vergangenen Freitag nahe der S-Bahn-Station La Corredoria. Die Anzeichen verdichten sich, dass der Sportdirektor auf die Gleise gestürzt ist. An den in den Medien kursierenden Spekulationen um einen möglichen Selbstmord möchte sich dieses Portal allerdings nicht beteiligen.

Der zurückhaltende und stets besonnene Arnau war bei Mitspielern, Fans und Verantwortlichen sehr beliebt. Zahlreiche Beileidsbekundungen waren auf den sozialen Netzwerken in den vergangenen Tagen zu finden. Dazu gehörten unter anderem der spanische Sportminister José Manuel Franco, Nationaltrainer Luis Enrique, Ex-Mitspieler wie Víctor Valdés, Julen Lopetegui, Jordi Cruyff oder Michel Salgado sowie zahlreiche Vereine wie natürlich seine Ex-Clubs FC Barcelona und der FC Málaga, aber auch zum Beispiel Real Madrid.

Unicaja schafft es nicht in die Play Offs

Málagas Basketballer von Unicaja haben es dieses Jahr nicht in die Play Offs geschafft. Die Grün-Weißen unterlagen am gestrigen Sonntag gegen Branchenprimus Real Madrid mit 90-96 und beenden die Saison damit auf dem elften Tabellenplatz. Für Málaga bedeutet dies die schlechteste Platzierung der letzten 27 Jahre.

Unicaja, vor nicht allzu langer Zeit noch Topteam in Spanien und Europa, ist den vergangenen Jahren immer weiter durchgereicht worden und gehört momentan nur noch der Mittelklasse an. Der Hauptsponsor Unicaja Banco hat den Geldhahn immer weiter zugedreht, sportlich ging es seitdem stetig bergab. Vor einigen Monaten ist daher auch Präsident Eduardo García zurückgetreten. In den kommenden Tagen soll ein neuer Präsident vorgestellt werden. Dann wird auch klar, wieviel der Hauptsponsor in das neue Projekt an finanzieller Unterstützung leisten wird.

FC Marbella steigt in die fünfte Liga ab

Eigentlich wollte der FC Marbella in der kommenden Saison gegen den FC Málaga, gegen Zaragoza, Las Palmas und andere Teams in der zweiten spanischen Liga spielen. Das war zumindest die Idee, als der chinesische Geschäftsmann Zhao Zhen 2018 den Club kaufte. Er beauftragte die Madrider Sportagentur Best Of You Sports S.A. mit der Geschäftsführung.

In der Saison 2019/2020 scheiterte der FC Marbella erst in den Play Offs knapp am ausgegebenen Ziel Aufstieg in die zweite Liga. In der aktuellen Spielzeit begann dann jedoch eine rasante Talfahrt mit kuriosen Entscheidungen in der Kaderplanung und vor allem rund um den Trainerposten. Trotz eines 3:0-Sieges am vergangenen Sonntag gegen Yeclano konnte der Abstieg in die fünfte Liga nicht verhindert werden.

In der regulären Saisonphase fiel Marbella früh ab und musste sich von den Aufstiegsträumen schnell verabschieden. Es kam sogar so schlimm, dass die Weiß-Blauen aus der dritten Liga komplett abstiegen, und in einer Übergangsliga aus acht Vereinen ausspielen mussten, wer in die neue vierte und fünfte Liga des spanischen Fußballverbandes RFEF kommt. Seit Sonntag steht jetzt definitiv fest, dass der FC Marbella innerhalb einer Saison den Traum von der Zweitklassigkeit nicht nur verspielte, sondern zudem noch zwei weitere Ligen runter muss.

Aufgestiegen in die Segunda División sind hingegen Real Sociedad B (trainiert von Ex-Real und Bayern-Spieler Xabi Alonso), Ibiza, Burgos und die baskische Kleinstadt Amorebieta. Da der 19.000-Einwohner-Ort aber eventuell nicht die finanziellen Rahmenbedingungen für den Aufstieg stellen kann, bewirbt sich Badajoz aus Extremdura um den Platz von Amorebieta. Badajoz war in der letzten Play-Off-Runde eben an jener Mannschaft aus der baskischen Kleinstadt gescheitert.

Atlético Madrid wird spanischer Meister

Der neue Meister aus Spanien heißt Atlético Madrid. In einem packenden Saisonfinale gewannen die „Colchonero“ nach Rückstand noch mit 2:1 bei Real Valladolid. Stürmer Luis Suárez machte in der 67. Minute mit seinem 21 Saisontor den Titel für das Team von Trainer Cholo Simeone perfekt. Real Madrid landete trotz eines 2:1-Sieges gegen Villareal auf Platz 2. Der FC Barcelona beendet LaLiga abgeschlagen auf dem dritten Rang.

Vierter wurde der FC Sevilla, der damit auch zur neuen Spielzeit in der Champions League antreten wird. Real Sociedad San Sebastián und Betis Sevilla haben sich für die Europa League qualifiziert, während der FC Villareal in der neuen UEFA Europa Conference League teilnehmen darf. Villareal steht allerdings auch im Final der Europa League gegen Manchester United. Der Gewinner darf nächstes Jahr ebenfalls in der Champions League antreten.

Luis Enrique gibt Kader für die EM bekannt

Indessen hat Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique am heutigen Montag seinen Kader für die bevorstehende Europameisterschaft bekannt gegeben. Überraschenderweise nicht dabei ist Kapitän Sergio Ramos von Real Madrid. Der Innenverteidiger hatte wegen diverser Verletzungen seit Januar kaum Spielpraxis sammeln können und gehört deshalb nicht La Roja an, erklärte Enrique die Entscheidung gegen Ramos. Ebenfalls nicht dabei sind unter anderem Nacho von Real Madrid oder Iago Aspas, Torjäger und Leistungsträger von Celta Vigo.

Mit Diego Llorente und Pau Torres gehören hingegen kurioserweise zwei Ex-Spieler des FC Málaga zum 24-Mann-starken Aufgebot. Dani Olmo von RB Leipzig ist ebenfalls dabei:

Der Kader von Spaniens Nationalmannschaft für die EM 2021

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