Druck der EU: Spanien plant Gebühren auf Schnellstraßen

In der Provinz Málaga werden die A-7, die Umgehungsstraße um Málaga herum und die A-45 zwischen Málaga und Antequera kostenpflichtig. Noch gibt es kein Startdatum.

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Maut Spanien
Außer auf der gebührenpflichtigen Autobahn soll in Zukunft auch auf den Schnellstraßen an der Costa del Sol Maut erhoben werden.

Keine freie Fahrt mehr zwischen Nerja und Estepona

Die spanische Regierung hat mit der Zahlung von Mautgebühren auch auf viel befahrenen Schnellstraßen ein unpopuläres Thema wieder auf den Tisch gebracht. Die Maßnahme wird von der EU gefordert, um 70 Milliarden Euro aus dem Europäischen Wiederaufbaufonds an Spanien zu gewähren. Der entsprechende Entwurf, den die Regierung an die EU-Kommission geschickt hat, enthält eine Reihe von Maßnahmen zur Erhöhung der Steuereinnahmen im Land.

Der umstrittenste Punkt dieses Dokuments ist das Erheben von Gebühren auf Spaniens Schnellstraßen und Umgehungsstraßen. Die Einführung der Maut ist eine feste Verpflichtung gegenüber Europa. So heißt es in dem Papier: “Es sollte ein System der Bezahlung für die Nutzung des Hochleistungsstraßennetzes entwickelt werden, um die Instandhaltungskosten zu decken und die negativen externen Effekte, das heißt, die Umweltverschmutzung des Straßenverkehrs, zu minimieren.”

Dieses Thema liegt seit Jahren auf dem Tisch, aber bisher hat sich noch keine Regierung getraut, eine so unpopuläre Maßnahme zu ergreifen. Noch sind keine Details von den Plänen der Regierung bekannt, einen zeitlichen Rahmen gibt es nicht. Auch ob LKW-Fahrer, Reisebusse und Pendler von der Zahlung ausgeschlossen werden, ist nicht geklärt.  Eine unterschiedliche Behandlung von Nutzern der jeweiligen Straßen könnte hier mit EU-Vorschriften kollidieren.

Mautgebühren in der Provinz Málaga

In der Provinz Málaga müssten Autofahrer künftig auf der Umgehungsstraße um Málaga herum, auf der A-7 zwischen Estepona und Nerja und auf der Schnellstraße A-45 zwischen Málaga und Antequera eine Mautgebühr zahlen. Zu den Kosten gab es dazu vom Verkehrsministerium keine Auskunft, die Nutzung der Schnellstraßen soll allerdings günstiger sein als die der Autobahnen. Von der spanischen Tageszeitung SUR befragte Experten haben als vernünftige Berechnung eine Mautgebühr von etwa fünf Cent pro Kilometer geschätzt. Auf dieser Basis würde der Weg von Málaga nach Antequera (A-45, 30 Kilometer) 1,50 Euro kosten. Die Umgehungsstraße um Malaga herum (22 Kilometer) würde 1,10 Euro kosten.

Außer der Mautgebühr plant die spanische Regierung im Verkehrsbereich auch den Ausbau des Schienennetzes, um eine bessere Verbindung zu den EU-Staaten zu haben und den Warenverkehr als Alternative zum LKW zu fördern.

Quelle: El Pais, Diario SUR.

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