Corona-Zahlen sinken moderat in Málaga und fallen stark in Andalusien

Am 9. Dezember soll entschieden werden, ob und in welcher Form die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Andalusien gelockert werden

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Corona-Zahlen sinken in Málaga und in Andalusien
Ambulanzen rücken deutlich weniger aus. Die Lage in den Krankenhäuser entspannt sich weiter.

Málaga noch Klassenbeste, andere Provinzen holen auf

In der Provinz Málaga wurden am heutigen Dienstag binnen Tagesfrist, mittels PCR-Tests und Antigen-Schnelltests, 109 Positivgetestete gemeldet. Am Montag waren es 114, am Sonntag 300 und am Samstag 290. Der Durchschnittswert für die genannten vier Tage ist im Vergleich zur Vorwoche um rund 20 Prozent von 251 auf 203 Positivgetestete gefallen. Weiter auf dem Rückzug ist folgerichtig die 14-Tage-Inzidenz, die nun bei 199 Infizierten je 100.000 Einwohner liegt. Vor sieben Tagen lag dieser Wert noch bei 262 je 100.000. Málaga behauptet damit den Platz als Klassenbeste unter allen acht Provinzen Andalusiens. Was die 7-Tage-Inzidenz betrifft, ist die Provinz Sevilla mit einem Durchschnittswert von 68 Positivgetesteten je 100.000 Einwohner bereits an Málaga (81) vorbeigezogen.

In den Krankenhäusern der Provinz Málaga werden Stand heute 320 Patienten stationär behandelt, 38 davon auf den Intensivstationen. Vor sieben Tagen lagen diese Werte noch bei 367 beziehungsweise 53. Die Zahl der aktiven Fälle ist im gleichen Zeitraum um fast 1.000 von 9.515 Personen auf 8.523 gefallen.

Noch keine nachhaltige Entspannung

Insgesamt entwickelt sich die Corona-Lage in Málaga recht positiv. Allerdings wäre es noch zu früh zum jetzigen Zeitpunkt von einer nachhaltigen Entspannung zu sprechen. Das zeigen auch die Zahlen für ganz Andalusien, die in den vergangenen Wochen wesentlich deutlicher nachgaben als in der Provinz Málaga. So lag die Zahl der Neuinfizierten binnen 24 Stunden in Andalusien heute bei 790. Gestern waren es 770, am Sonntag 1.613 und am Samstag 1.864. Der Durchschnittswert für die letzten vier Tage liegt bei 1.259. Das sind fast 50 Prozent weniger als noch vor sieben Tagen (2.393).

Die 14-Tage-Inzidenz ist in der Region im selben Zeitraum von 431 auf 294 Positivgetestete je 100.000 Einwohner gefallen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Andalusien jetzt übrigens auf dem selben Niveau wie in ganz Spanien. Das sind aktuell 106 Infizierte je 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Berlin ist die 7-Tage-Inzidenz fast doppelt so hoch (215) und auch in Deutschland liegt der Wert aktuell um einiges höher, bei 148.

Bezüglich der Krankenhausbelegung durch Covid-Patienten in Andalusien ist diese in den vergangenen sieben Tagen von 2.827 auf 2.124 Patienten gesunken. Ebenso ist die Belegung der Intensivbetten von 488 auf 419 zurückgegangen.

Entscheidung am 9. Dezember

Am Mittwoch, den 9. Dezember soll entschieden werden, ob und in welcher Form die aktuellen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Andalusien gelockert werden. Die Regierung um Ministerpräsident Juan Manuel Moreno Bonilla und sein Expertenstab wollen in jedem Fall vermeiden, dass aufgrund von erheblichen Lockerungen um Weihnachten und Silvester im Januar dann die dritte Welle auf die Region zukommt. Einen Vorgeschmack darauf gab es bereits am vergangenen Freitag, als in Málaga die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung eingeweiht wurde. Hunderte Schaulustige versammelten sich zu diesem Anlass auf der zentral gelegenen Calle Larios, ohne dabei nicht annähernd den gebotenen Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten. „Wir müssen unsere Läden um 18 Uhr dicht machen und hier tut man so, als wenn es die Corona-Pandemie nie gegeben hätte“ beschwerten sich Einzelhändler und Gastronomen unisono. Auch die andalusische Regierung rüffelte die Stadt Málaga und forderte in Zukunft mehr auf die Einhaltung der Regeln zu achten.

Infolge der aktuellen Entwicklung, nach der die Zahlen der Positivgetesteten erheblich zurückgegangen sind und dadurch auch in den Krankenhäusern eine deutliche Entlastung spürbar ist, ist allerdings mit Lockerungen in einem gewissen Rahmen zu rechnen. Konkret soll die Abriegelung der Gemeinden aufgegeben werden; der Verkehr über die Provinz des eigenen Wohnsitzes hinaus wird allerdings wohl weiter untersagt bleiben. Man dürfte dann wieder von Marbella nach Estepona oder von Nerja nach Torre del Mar fahren. Ein Kurztrip nach Granada wäre indes nicht möglich. Darüber hinaus werden die Grenzen der Region Andalusien weiter geschlossen bleiben. Wer also keinen triftigen Grund hat, wie zum Beispiel seinen gewöhnlichen Aufenthalt, darf nicht nach Andalusien und somit auch nicht in die Provinz Málaga einreisen.

Gerechnet wird zudem mit einer Erweiterung der Öffnungszeiten für die Gastronomie und den nicht systemrelevanten Einzelhandel, über 18 Uhr hinaus, wahrscheinlich aber nicht länger als bis 21 Uhr.

Schließlich wird es wohl kaum Veränderungen bezüglich der Ausgangssperre geben, die aktuell von 22 bis 7 Uhr gilt. Ein Ausnahme könnte lediglich um Weihnachten und Sylvester möglich sein.

Quellen: Junta de Andalucía, Diario SUR

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