Droht Spanien ein weiterer LKW-Streik?

Die Fahrerplattform, die die Proteste im März angeführt hat, hat am Sonntag ohne Ergebnis über einen neuen unbefristeten Streik abgestimmt

LKW Streik in Spanien 2022
Im März 2022 streikten die LKW-Fahrer 20 Tage lang auch an der Costa del Sol.
- Werbung -

LKW Streik in Spanien 2022

Die Kraftstoffpreise in Spanien sind auf einem Rekordhoch und insbesondere die Spediteure leiden unter den Folgen. Am Wochenende lag der Durchschnittspreis für Benzin bei 2,13 Euro pro Liter und für Diesel bei 2,10 Euro, was bedeutet, dass nach Angaben der Plattform zum Schutz des Transportsektors die staatliche Subvention von 20 Cent verwässert wurde.

Der Vorsitzende der Plattform, Manuel Hernández, hatte dazu gegenüber lokalen Medien erklärt, dass man gezwungen sei, „den am 2. April ausgesetzten Streik zu reaktivieren“, wenn die Regierung keine Abhilfe schaffe.

Die Verlängerung des Anti-Krisen-Plans, der auch die Verlängerung des Kraftstoffbonus von 20 Cent pro Liter vorsieht, sei keine Lösung, so Hernández. „Wir brauchen keine Subventionen, sondern eine grundlegende Gesetzesänderung.“

Am Sonntag, den 26. Juni, hat die Plattform deshalb in allen Provinzdelegationen ihre Mitglieder befragt, ob sie die Mobilisierungen wieder aufnehmen würden. Die Abstimmung der selbständigen LKW-Fahrer und kleinen Transportunternehmer endete ohne eine endgültige Lösung: 41 Prozent stimmten den Arbeitsniederlegungen zu, 45 Prozent lehnten diese ab und 14 Prozent enthielten sich der Stimme.

Die Spediteure haben nun vorerst beschlossen, abzuwarten. Ob der Streik zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufgenommen wird, wird unter anderem davon abhängig gemacht, ob das spanische Verkehrsministerium vor dem 30. Juni eine Gesetzesverordnung erlässt, in der garantiert wird, dass kein Transportunternehmen einen Dienst mit Verlust betreibt.

Auch der Dachverband der spanischen Lastwagenspediteure (CNTC) – das höchste repräsentative Gremium des Sektors – hat seinerseits letzte Woche ein Schreiben an das Ministerium gesendet, in dem es mehr Hilfe für den Sektor fordert, zum Beispiel eine Ausweitung der Kraftstoffsubvention auf 40 Cent pro Liter oder eine Ausweitung der Direkthilfe für Transportunternehmen. Einen Streik, vor dem auch der Agrar- und Ernährungssektor bereits gewarnt hat, will der Verband jedoch vorerst nicht ausrufen.

„Die Lebensmittelkette könnte einen neuen LKW-Streik nicht verkraften“, erklärten Landwirtschafts- und Wirtschaftsverbände letzte Woche in einem gemeinsamen Kommuniqué. „Wir sind äußerst besorgt über die schwerwiegenden Folgen, die ein neuer Streik für Unternehmen und Verbraucher nach sich ziehen könnte“, heißt es weiter. Die Verbände warnen vor allem vor der Obsterntesaison, in der ein großer Teil der Produktion für andere Länder bestimmt ist und ein Streik im Straßenverkehr die Exportziele gefährden würde.

Der Lebensmittelvertrieb weist seinerseits darauf hin, dass er gezwungen wäre, die Lebensmittel an die Verkaufsstellen zu verteilen und das verfügbare Sortiment neu zu organisieren, damit die Bevölkerung nicht unterversorgt wird. Andere Sektoren, die mitten in der Sommersaison ernsthaft betroffen wären, wären das Hotel- und Gaststättengewerbe und der Tourismus. Ein neuer LKW-Streik in Spanien 2022 würde sich extrem negativ auf das Image des Landes auswirken.

Quellen: Diario SUR, El País, RTVE.

- Werbung -

HINTERLASSE EINE ANTWORT

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein