LKW-Streik in Spanien: Erste Versorgungsprobleme in Märkten in der Provinz Málaga

Viele Marktstände in der Provinz Málaga mussten wegen Mangels an frischen Produkten schließen. Auch Hoteliers an der Küste sind besorgt.

LKW Streik in Spanien und die Auswirkungen für Málaga
Die Lieferschwierigkeiten von frischen Produkten machen sich in den lokalen Märkten wie hier in Málaga bemerkbar.
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LKW Streik in Spanien und seine Auswirkungen an der Costa del Sol

Der Streik der Lastwagenfahrer, der vergangene Woche in Spanien wegen der gestiegenen Treibstoffpreise begonnen hat, zeigt auch in der Provinz Málaga Auswirkungen und führt zu einem Mangel an einigen Grundprodukten, darunter Gemüse, Obst und Fisch. Die LKW-Fahrer, die meist „autonomos“ (also Selbstständige) sind, streiken gegen die prekären Arbeitsbedingungen bei steigenden Energiepreisen.

Durch den Stillstand der LKWs werden Lieferketten unterbrochen. In der Provinz Málaga hat zudem die Fischereiflotte ihre Arbeit bis mindestens Mittwoch niedergelegt, so dass auch frischer Fisch aus der Region nicht ausreichend oder nur zu überteuerten Preisen erhältlich ist. Die wenigen Sardellen, die verfügbar waren, kosteten 14 und 16 Euro pro Kilo.  Sardinen wurden für 10 Euro pro Kilo verkauft.

Hamsterkäufe bei Sonnenblumenöl und Milch

Zu den Transportproblemen kommt hinzu, dass sich einige Verbraucher aus Angst vor einer Verknappung Vorräte anlegen, wie dies bei Sonnenblumenöl und Milch der Fall ist. Das Bild von Landwirten, die Milch wegwerfen, weil sie sie nicht zu den Abpackbetrieben transportieren können, hat viele Verbraucher aufgeschreckt. In einigen Supermärkten waren die Milchregale am Freitagabend praktisch leer.

Dennoch gibt es bei Milch – anders als in manchen Supermärkten beim Sonnenblumenöl – keine Obergrenze für den Einkauf. „Wir füllen unsere Vorräte ganz normal auf“, sagt ein Vertreter einer Supermarktkette gegenüber der spanischen Tageszeitung Diario SUR.

LKW Streik in Spanien und die Auswirkungen für Málaga
In vielen Supermärkten waren am Freitagabend die Regale mit Milchprodukten leer.

Das sichtbarste Glied in der Lieferkette sind die lokalen Märkte. In dem bekannten Atarazanas-Markt in der Provinzhauptstadt Málaga waren nach Angaben von lokalen Medien Ende der vergangenen Woche verschiedene Stände geschlossen, weil sie keine Frischware erhalten hatten.

„Die Situation ist komplizierter geworden, weil keine Lastwagen mehr von außerhalb kommen“, sagt dazu der Standbetreiber Andres López. Er hat sich entschlossen, seinen Stand zu öffnen, weil er etwas Fisch anbieten kann, auch wenn er keinen Seehecht, keine Muscheln oder Tintenfisch hat. „Aus Galicien kommt gerade nichts an“, sagt er.

Hoteliers fürchten Lieferengpässe

In dieser Woche könnte es zu weiteren Lebensmittel-Engpässen kommen, was insbesondere auch den Tourismussektor an der Costa del Sol beunruhigt. Der Verband der Hoteliers an der Costa del Sol, Aehcos, versichert, dass im Moment noch genügend Obst, Einer und Gemüse vorhanden sind.

„Im Laufe der Woche werden wir aber ernsthafte Versorgungsprobleme bekommen, wenn sich keine Lösung findet“, sagt der stellvertretende Aehcos-Präsident Präsident Javier Hernández. Er erklärt, dass einige Hotels bereits Schwierigkeiten haben, Sonnenblumenöl zu kaufen. Viele Lebensmittel hängen von diesem Öl ab: Snacks, Kekse, Soßen, industrielle Backwaren, vorgekochte Lebensmittel und vor allem Margarine.

Im Gegensatz zu Obst und Fisch gibt es beim Fleisch derzeit keine Lieferengpässe in den Märkten. Ein Großteil der Futtermittel für die Viehzucht hängt aber von Getreideeinfuhren aus der Ukraine ab, was die Preise für Fleischerzeugnisse in die Höhe treibt, so die spanische Verbraucherschutzorganisation OCU.

Aber auch die Metzger verzeichnen einen Umsatzrückgang an ihren Ständen. „Fisch ist das Lebenselixier des Marktes, und wenn die Kunden nicht mehr kommen, weil sie denken, dass es keinen Fisch gibt, leiden wir alle unter den Folgen“, sagt ein Standverkäufer in Málaga.

Situation in Bars und Restaurants „unter Kontrolle“

Die Situation auf den lokalen Märkten wird auf die Bars und Restaurants an der Costa del Sol übertragen. Der Vorsitzende des Verbandes der Strandlokale von Málaga, Manuel Villafaina, sagt dazu, dass „wir wie alle anderen auch unter den Folgen des Streiks und dem Fehlen bestimmter Lieferungen leiden“. Im Moment sei die Situation noch unter Kontrolle. „Wenn es keinen Fisch gibt, bestellen die Kunden eben Reis. Niemand wird ohne Nahrung auskommen müssen, und das ist gut so.“

Der hohe Preis für Fisch wird sich aber mittelfristig auf den Geldbeutel der Kunden auswirken. „Im Moment ist alles unverändert, aber wenn sich keine Lösung findet, werden wir keine andere Wahl haben, als die Preissteigerung weiterzugeben“, sagt Villafaina.

Quellen: El Pais, El Mundo, Diaro SUR

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