Das sind die Lebensmittel, die in Spanien wegen des Ukraine-Krieges teurer werden

Die spanische Verbraucherorganisation geht von höheren Preisen bei Konserven und Fleischprodukten aus, sieht aber keinen Grund für Hamsterkäufe bei Sonnenblumenöl

Preisanstieg in Spanien
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Preisanstieg in Spanien

Der Krieg in der Ukraine betrifft auch die spanischen und europäischen Verbraucher. Zwar sieht die Europäische Union derzeit keine unmittelbare Gefahr einer Nahrungsmittelknappheit auf den europäischen Märkten, rechnet aber mit einem Preisanstieg infolge der höheren Produktionskosten.

„Die Auswirkungen des Krieges sind bereits bei den Energie-, Kraftstoff– und Lebensmittelpreisen zu spüren, die bereits vor Beginn des Konflikts hoch waren und in den letzten Wochen sprunghaft angestiegen sind“, heißt es auch vonseiten der spanischen Verbraucherorganisation OCU.

Aber welche Lebensmittel aus dem Supermarkt könnten teurer werden, wenn der Krieg andauert? Wie die OCU mitteilt, ist die Ukraine der weltweit führende Hersteller von Saatgut, Mehl und Sonnenblumenöl. 60 Prozent des in Spanien verkauften Sonnenblumenöls stammt aus der Ukraine.

Sonnenblumenöl ist das neue Toilettenpapier

Viele Lebensmittel hängen vom Sonnenblumenöl ab: Konserven in Öl, Snacks, Kekse, Soßen, industrielle Backwaren, vorgekochte Lebensmittel und vor allem Margarine. Außerdem hängt ein Großteil der Futtermittel für die Viehzucht von Getreideeinfuhren aus der Ukraine ab, was die Preise für Fleischerzeugnisse in die Höhe treiben dürfte, so die OCU.

Viele spanischen Supermärkte haben inzwischen das Sonnenblumenöl wegen der starken Nachfrage limitiert, darunter Mercadona, Consum, Eroski und Makro. Der Run auf das  Sonnenblumenöl erinnert an den März 2020, als Verbraucher inmitten der Covidkrise die Regale mit Toilettenpapier leer kauften.

Das Sonnenblumenöl wird nicht nur von Privatverbrauchern und Restaurants genutzt, sondern auch von industriellen Süßwarenherstellern, die das Öl für ihre Produktion benötigen. Am stärksten betroffen sind nach Angaben der OCU Kekse, Gebäck und Kuchen, Backwaren wie Schnittbrot und alle Produkte mit Schokoladenüberzug oder -füllung.

Die OCU weist jedoch darauf hin, dass die Ernten des letzten Jahres bereits eingebracht wurden. Ein möglicher Engpass bei Sonnenblumenöl würde erst im nächsten Jahr auftreten: „Außerdem ist noch Zeit, den Mangel in diesem Sommer abzumildern, entweder durch die Förderung von mehr Getreideanbau in Spanien oder durch Importe aus anderen Ländern.“

Die Organisation bedauert in einer Meldung den Alarmismus rund um das Sonnenblumenöl: „Es gibt keinen Grund für eine Limitierung, wie sie in einigen Supermärkten gehandhabt wird. Dadurch werden lediglich Verbraucher verunsichert und es kommt zu einem Preisanstieg in Spanien.“ Die OCU wies darauf hin, dass Spanien über eine gute Alternative zum Sonnenblumenöl verfüge: Das Land ist der weltweit führende Produzent von gesundem und erschwinglichen Olivenöl.

Quellen: Diario SUR, El Pais, OCU

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1 KOMMENTAR

  1. „Die OCU wies darauf hin, dass Spanien über eine gute Alternative zum Sonnenblumenöl verfüge: Das Land ist der weltweit führende Produzent von gesundem und erschwinglichen Olivenöl.“

    Sonnenblumenöl kostet jetzt nach extremem Preisanstieg 2,50€. Olivenöl kostete schon ewig weit über 3€.
    Die OCU meint also „Wenn das Brot so teuer ist, sollen sie doch Kuchen essen!“ Kommt irgendwie bekannt vor.

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