Corona in Spanien – es werden nur noch die schweren Fälle erfasst

In Spanien soll Corona nach einer Übergangsphase wie eine Grippe behandelt werden. Es wird nicht mehr jeder Fall gemeldet

Corona in Spanien
Spaniens Gesundheitsministerin Carolina Darías im Gespräch bei der Konferenz in Zaragoza.
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Corona in Spanien aktuell

Das spanische Gesundheitsministerium und die autonomen Regionen haben sich bei einem Treffen im nordspanischen Zaragoza auf eine schrittweise Änderung der öffentlichen Gesundheitsüberwachung geeinigt, die auch den Umgang mit Covid-19 verändern wird.

Die Beschlüsse wurden in der Erklärung von Zaragoza zusammengefasst. Bei knapp über 90 Prozent von geimpften Personen in Spanien und einem Virus, welches immer weniger tödlich ist, sehen die Gesundheitsexperten wenig Sinn in einer Meldung und Veröffentlichung jeder einzelnen Infektion.

In einer ersten Phase wird das Überwachungssystem zur Feststellung einer erhöhten Inzidenz in der Gesamtbevölkerung zunächst weitergeführt, um neue Varianten und Epidemieausbrüche frühzeitig zu erkennen und die Wirksamkeit des Impfstoffs zu messen.

PCR- und Schnelltests werden weiterhin gemacht, aber die Daten, auf deren Grundlage die Gesundheitsbehörden Entscheidungen (zum Beispiel Kapazitätseinschränkungen) treffen, werden sich auf die schwersten Fälle stützen und nicht auf die Gesamtzahl der Infektionen.

Covid wird in Spanien wie eine Grippe behandelt

Im ersten Quartal des nächsten Jahres 2023 werden dann wesentliche Änderungen in Kraft treten. Die neue „Sentinel-Überwachung“ ähnelt den Systemen zur Erkennung von Grippeausbrüchen, bei denen in Krankenhäusern und von Hausärzten lediglich eine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung untersucht wird; dies kann nach Alter, Geschlecht oder Wohnort erfolgen. Anhand dieser Daten lässt sich feststellen, wie sich die Infektionen entwickeln und ob es sich um leichte, schwere oder größere Ausbrüche handelt.

Auch sollen in Spanien neues Personal im Gesundheitssektor eingestellt und Prozesse vereinfacht werden. „Die COVID-19-Pandemie hat Schwachstellen im Überwachungssystem aufgezeigt. Daraus folgt die Notwendigkeit, Änderungen vorzunehmen, um angemessen auf gegenwärtige und künftige Risiken für die Gesundheit der Bevölkerung reagieren zu können“, heißt es in der Erklärung von Zaragoza.

Das spanische Gesundheitsministerium steht in Kontakt mit dem Europäischen Zentrum für Prävention und Bekämpfung von Krankheiten (ECDC), um sich mit anderen Ländern bezüglich der neuen Regelung abzusprechen. Man wolle aber nicht darauf warten, bis alle Nachbarländer diesen Schritt getan haben, sagte Gesundheitsministerin Darías.

Quellen: La Moncloa, El País.

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