Bei Gefahr von Verknappung: Spanische Supermärkte können Produkte limitieren

Händler können künftig „in Ausnahmesituationen“ die Anzahl der Einheiten eines Artikels festlegen, die jeder Kunde kaufen kann. Inflationsrate in Spanien steigt auf 9,8 Prozent

Preisanstieg in Spanien
In manchen Supermärkten waren in der vergangenen Woche Regale leergeräumt.
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Preisanstiege in Spanien

Der nationale Hilfsplan, der am Dienstag vom spanischen Ministerrat verabschiedet wurde, geht weit über die Benzinpreis-Senkungen und Beihilfen hinaus, mit denen die Auswirkungen der Energiekrise auf spanische Unternehmen und Haushalte begrenzt werden sollen.

Die Regierung hat unter anderem eine Gesetzeserweiterung vorgenommen, welche spanischen Supermärkten und Geschäften künftig die Möglichkeit gibt, in Ausnahmesituationen die Anzahl der Einheiten eines Produkts zu begrenzen, die ein Kunde kaufen kann.

Damit sollen Situationen wie in den letzten Wochen vermieden werden, als Hamsterkäufe bei Sonnenblumenöl und Milch für leere Regale in vielen Geschäften sorgten.

In dem am Mittwoch, den 30. März, im spanischen Amtsblatt BOE veröffentlichten Hilfsplan wird ein neuer Abschnitt in das bestehende Gesetz aufgenommen, der vorsieht, dass Händler „ausnahmsweise und wenn außergewöhnliche Umstände oder höhere Gewalt dies rechtfertigen“, die Anzahl der Artikel begrenzen können, die von jedem Käufer erworben werden können.

Damit ist nun eine Praxis legalisiert, die Verbraucherverbände bereits angeprangert hatten. Für die Verbraucherorganisation Facua, die die Ketten Dia, Mercadona, Mas, El Jamón und Hiperdino wegen der Beschränkung des Verkaufs von Sonnenblumenöl angezeigt hatte, ist es „unverantwortlich“, den Geschäften die Möglichkeit zu geben, Produkte zu rationieren, selbst in Notzeiten.

Der Verband warnt in einer Erklärung, dass die Beschränkungen dazu führen, dass Waren gehortet werden und Preisspekulationen aufgrund von Engpässen bei den Produkten möglich sind.

Inflationsrate steigt wie nie –  9,8 Prozent in Spanien

Am gestrigen Mittwoch hat das spanische Amt für Statistik in Madrid (INE) auch die Inflationsrate in Spanien veröffentlicht. Der Einzelhandelspreisindex ist um mehr als zwei Punkte auf 9,8 Prozent gestiegen und hat damit den höchsten Stand seit Mai 1985, also seit 37 Jahren, erreicht.

Im Februar hatte die Rate bereits 7,6 Prozent betragen. Die Preise stiegen vor allem im Bereich Strom, Kraftstoffe, Rohöl, Lebensmittel und nicht-alkoholische Getränke.

Alles deutet darauf hin, dass die Preise in den nächsten Monaten weiter steigen werden. Analysten gehen davon aus, dass die Inflation sogar zweistellig werden könnte.

In Deutschland beträgt die Inflationsrate derzeit 7,3 Prozent.

Quellen: Diario SUR, El País, El Mundo.

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