Wetterexperte: „Málaga könnte eines der trockensten Jahre aller Zeiten erleben“

November, Dezember und Januar sind normalerweise die regenreichsten in der Provinz. Die Wasserstände in den Stauseen sinken weiter

Trockenheit Málaga
Der Guadalteba-Stausee im Landesinneren ist der einzige, der noch zu knapp über 50 Prozent gefüllt ist.
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Warten auf den Regen in Málaga

Wenn der Frühling nicht ungewöhnlich regenreich ausfällt, erwartet die Provinz Málaga eines der trockensten hydrologischen Jahre aller Zeiten. Das ist die Ansicht von Wetterexperten wie dem Direktor des Wetterdienstes Aemet in Málaga, José María Sánchez-Laulhé, der von der spanischen Tageszeitung Diario SUR befragt wurde.

Das hydrologische Jahr dauert vom 1. Oktober bis jeweils zum 30. September des Folgejahres und statistisch gesehen sind die Monate November und Dezember die regenreichsten in der Provinz Málaga.

Im Zeitraum von 1981 bis 2010 betrug der Durchschnitt für November und Dezember 100 Liter pro Quadratmeter. Es folgen der Januar mit 69 Liter pro Quadratmeter, der Februar (60) und der Oktober (57).  In den letzten Jahren sank die durchschnittliche Niederschlagsmenge im November von 100 auf 76 Liter pro Quadratmeter, im Dezember von 100 auf 92. Der März steht mit 65 Litern pro Quadratmeter nun an dritter Stelle der regenreichsten Monate in der Provinz Málaga.

Diese Daten lassen auf eine mögliche Korrektur des trockenen Trends hoffen. Dazu sagt José María Sanchez-Laulhé: „Es gibt eine Verschiebung der Niederschläge vom Herbst in den späten Winter und den frühen Frühling. Nach den vorliegenden Statistiken können wir also auch zwischen Februar und März noch mit ergiebigem Regen rechnen. Wenn es in diesen Monaten nicht regnet, wird der Sommer 2022 allerdings einer der trockensten der letzten Jahrzehnte sein.“

Die Auswirkungen der mangelnden Niederschläge sind auch in den Wasserreservoirs spürbar. Der Stausee La Viñuela, der die östliche Costa del Sol versorgt, verfügt nur noch über 16 Prozent seiner Kapazität. Der Stausee La Concepción für die westliche Costa del Sol ist zu 41,4 Prozent ausgelastet, etwa der Hälfte seiner Kapazität des Vorjahres. Lediglich der Stausee Guadalteba, dessen Wasser die Provinzhauptstadt und das Guadalhorcetal beliefert, ist mit 54 Prozent mehr als bis zur Hälfte gefüllt.

Alarm bei Landwirten

Von der Trockenheit in Málaga ist vor allem der östlichste Teil der Provinz betroffen. So ist die Produktion der subtropischen Kulturen in der Axarquia gefährdet, obwohl die Region inzwischen Wasserlieferungen aus anderen Stauseen erhält, da der zuständige See La Viñuela sich mit 16 Prozent auf einem absoluten Tiefstand befindet. Nur im Dezember 2008 war die Kapazität mit 12 Prozent seines Fassungsvermögens noch niedriger als derzeit.

Die wichtigsten Vertreter des Landwirtschaftssektors, insbesondere der Avocado- und Mango-Produktion, fordern erneut kurzfristige Pläne von der Regierung, um die Situation zu verbessern. Eine mittelfristige Lösung könne der Bau einer Entsalzungsanlage mit privatem Kapital sein, sagte etwa der Vertreter des lokalen Landwirtschaftsverbandes Asaja, Benjamín Faulí.

Die Landwirte gehen davon aus, dass der Klimawandel die Ursache für die anhaltende Trockenheit in der Provinz sein könnte und sich in der frühen Blüte zahlreicher Bäume und Pflanzen zeigt. Als Beispiel nennen sie die Mandelbäume, die bereits seit vergangener Woche in der gesamten Provinz in voller Blüte stehen.

Quellen: Diario SUR, Málaga HOY, Aemet.

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