Projekt des Küstenzuges von Málaga bis Marbella muss weiter warten

Spanische Regierung hat im Haushaltsplan für 2022 nur knapp 83.000 Euro für das Projekt bereitgestellt. Notwendig wären 3,8 Millionen Euro.

Tren Litoral

Enttäuschung an der Costa del Sol

Die spanische Regierung hat im Haushaltsplan 2022 rund 400 Millionen Euro für die Provinz Málaga eingeplant. Das ist mehr als das doppelte gegenüber den 195 Millionen Euro im laufenden Haushaltsjahr. Der größte Teil der Investitionen ist für ein einziges Projekt vorgesehen: die Renovierung der Eisenbahnstrecke Bobadilla-Algeciras, die Maßnahmen an den Gleisen, die Elektrifizierung sowie die Vergrößerung der Spurweite der Tunnel umfasst.

Dennoch hält sich die Freude über die Verdoppelung des Budgets in Grenzen, denn das Projekt, welches Unternehmer und Gemeinden seit Jahren fordern, bleibt wieder einmal auf der Strecke: Der Küstenzug (Tren Litoral) zwischen Málaga und Marbella/Estepona, der den Verkehr auf der Mittelmeerautobahn A-7 entzerren soll.

Im Haushaltsplan für 2022 sind lediglich 82.930 Euro für diese Bahnlinie vorgesehen, die seit drei Jahrzehnten ein unerfülltes Versprechen ist. Nach einem vorgelegten Projekt aus dem Jahr 2018 sind dafür Investitionen von mehr als 3,8 Millionen Euro erforderlich. Der damalige spanische Minister für Infrastruktur hatte grünes Licht für den Ausbau der Strecke gegeben, die unterirdisch verlaufen und acht Millionen Fahrgäste transportieren können sollte. Dann wurde das Projekt erneut auf Eis gelegt – bis heute.

Viele Bürgermeister an der westlichen Costa del Sol bezeichneten die für 2022 bereitgestellte Summe als „lächerlich“. Esteponas Bürgermeister José Maria Garcia Urbano (PP) beklagte sich über das „mangelnde Interesse“ seitens der spanischen Zentralregierung und forderte die Regierung auf, andere Lösungen der Finanzierung zu finden. Auch das Hotelgewerbe zeigte sich enttäuscht.

Auch der Verband der Hoteliers der Costa del Sol (Aehcos) fordert seit Jahren eine Verbesserung der Verkehrssituation an der westlichen Costa del Sol und zeigte dich enttäuscht über die Entscheidung der Regierung: „Eine Bahnlinie zwischen Málaga und Marbella ist nicht nur für Touristen, sondern auch für Arbeitnehmer wichtig, die so eine Alternative zum Individualverkehr haben“, heißt es in einer aktuellen Meldung. Auch sei ein Küstenzug wichtig unter Wettbewerbsaspekten: „Es gibt keine solche oder ähnliche Infrastruktur in anderen Mittelmeerdestinationen. Der Verzicht auf den Küstenzug bedeutet eine verpasste Gelegenheit, sich als nachhaltiges Reiseziel hervorzuheben,“ so die Aehcos-Schlussfolgerung.

Quellen: Aehcos, ABC de Sevilla, Diario SUR.

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