Das sind die fünf traditionellsten Erzeugnisse aus der Axarquía

Im Osten der Provinz Málaga gibt es viele Produkte, die auf eine lange Tradition zurückblicken. Wir stellen die bedeutendsten dieser Erzeugnisse vor

Typische Produkte aus der Axarquía
Weit über seine Grenzen hinaus hat Cómpeta als das 'Dorf des Weines' Berühmtheit erlangt.
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Typische Produkte aus der Axarquía

In der Axarquía, im Osten der Provinz Málaga gelegen, gibt es viele Produkte, die auf eine lange Tradition zurückblicken. Die fünf bedeutendsten dieser Erzeugnisse seien hier etwas näher vorgestellt.

Olivenöl aus Periana

An den teils sehr steilen Hängen der Axarquía sind seit jeher Oliven und andere Trockenkulturen heimisch. Auch wenn zahlreiche Olivenhaine in neuerer Zeit dem Anbau subtropischer Früchte wie Mangos und Avocados weichen mussten, stehen die Oliven und das daraus gewonnene Öl nach wie vor in vielen Gemeinden hoch im Kurs. Eine dieser Gemeinden ist Periana, wo Olivenöl der Sorten ‚Verdial‘ und ‚Hojiblanca‘ produziert wird.

Typische Produkte aus der AxarquíaDen Olivenöl-Kooperativen in Periana und der der Gemeinde angehörenden Siedlung Mondrón sind über 1.000 Familien angeschlossen. Sie pflegen einen Baumbestand von rund 400.000 alten Oliven. In Mondrón befindet sich ein Olivenöl-Museum, in dem Mahlsteine und traditionelle Gerätschaften ausgestellt sind.

Hier erfährt man alles über die Erzeugung des hochwertigen Öls, das man auch käuflich erwerben kann. Nicht umsonst wird das Olivenöl aus Periana auch als ‚flüssiges Gold‘ bezeichnet – handelt es sich doch um eines der besten Olivenöle der Welt, dessen Kaltpressung absolut natürlich, ohne chemische Zusätze erfolgt. Das Öl aus Periana zeichnet sich durch seinen fruchtigen, sehr süßen und angenehmen Geschmack aus.

Periana st auch Bestandteil der ‚Ruta del Aceite y los Montes‘ (dt. Öl- und Bergroute),  die durch spektakuläre Landschaften führt, die von Olivenhainen geprägt sind. Weitere Gemeinden auf dieser Route sind Riogordo, Colmenar, Alfarnate, Alfarnatejo, Alcaucín und La Viñuela. Aber auch Canillas de Aceituno, Cómpeta und Torrox sind für ihre guten Olivenöle bekannt.

Wein aus Cómpeta

Auch der Weinanbau ist eine der berühmten Trockenkulturen der Axarquía. Als Heimat der Muskatellertraube ist die Region besonders für ihre Süßweine bekannt. Weit über seine Grenzen hinaus erlangte Cómpeta als das ‚Dorf des Weines‘ Berühmtheit. Dies liegt wahrscheinlich nicht zuletzt an der emblematischen ‚Noche del Vino‘ (dt. Nacht des Weines), die hier am 15. August eines jeden Jahres zelebriert wird.

Das Traubentreten ist ebenso Bestandteil des Festes wie der freie Ausschank des süßen Cómpeta-Weines. Auch die nicht weit entfernt gelegene Gemeinde Árchez ist für ihren köstlichen Wein bekannt, der hier schon immer eine wirtschaftliche Rolle spielte. In der 1988 gegründeten Bodega Hermanos López Martín werden verschiedene Weine der Marke Ribera del Mudéjar gekeltert – rot, weiß, trocken oder süß, aus Rebsorten wie Muskateller, Pedro Ximénez, Montua oder Rome.

In Moclinejo gibt es ein Besucherzentrum, das der Rosine und dem Muskatellerwein gewidmet ist. Die berühmte Bodega Dimobe von Antonio Muñoz Cabrera ist von hier aus auch nicht weit (www.dimobe.es). In dem 1927 gegründeten Familienbetrieb kann man hervorragende Weine kosten, und sich im angeschlossenen Museum über die Herstellung der edlen Tropfen informieren.

In Sayalonga befindet sich etwas außerhalb der Ortschaft die Weinkellerei Bodegas Bentomíz. Die bis zu hundert Jahre alten Weinberge werden seit 1995 von dem niederländischen Paar Clara Verheij und André Both bewirtschaftet. Die delikaten Weine, die unter der Marke Ariyanas vertrieben werden, sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt und haben schon zahlreiche Preise gewonnen. Rundgänge durch die Bodega mit Weinprobe und Tapas sind hier nach vorheriger Buchung möglich (www.bodegasbentomiz.com).

Rosinen aus El Borge, Totalán  und Comares

Sie werden in mühevoller Handarbeit verlesen und dann an der Sonne getrocknet – es ist die Rede von Trauben, aus denen Rosinen werden. Die Rosinen haben die hiesige Bevölkerung und ihre Lebensart nachhaltig beeinflusst. Die Rosinenproduktion ist ein handwerklicher Prozess und bedeutet harte Arbeit.

Eine der größten Herausforderungen ist die natürliche und ökologische Trocknung an der Sonne. Der Trockenvorgang erfolgt durch das Auslegen der Trauben in den sogenannten ‚Paseros‘ – das sind die von niedrigen Mäuerchen umgebenen Flächen, die Teil der hiesigen Landschaft bilden, und ein typisches Merkmal der Axarquía darstellen. Die Paseros sind mit Planen versehen, um die Trauben vor Nässe oder vor dem Austrocknen schützen zu können. Oft müssen sich die Bauern mitten in der Nacht zu den Trockenflächen begeben, um diese abzudecken, damit die Ernte keinen Schaden durch schlechtes Wetter nimmt.

Die über 60 Kilometer lange ‚Rosinen-Route‘, führt durch die Gemeinden El Borge, Totalán, Comares, Cútar, Almáchar und Moclinejo. In diesen Dörfern wird das traditionelle Erzeugnis seit Jahrhunderten produziert. Aufgrund der idealen klimatischen Bedingungen gedeihen entlang dieser Route die weltbesten Rosinen. El Borge, das mit etwas mehr als 900 Einwohnern zu den kleineren Gemeinden im Landkreis gehört, erlangte einst Bekanntheit als der größte Rosinen-Erzeuger im ganzen Land.

Vor vier Jahren wurde die Muskateller-Rosine aus der Axarquia von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) als bedeutendes System des landwirtschaftlichen Welterbes (SIPAM) anerkannt, und ist damit die erste Kulturpflanze in Europa, die diese Auszeichnung tragen darf.

Honig aus Colmenar

Ein süßes und schmackhaftes Erzeugnis aus der Axarquía ist der erlesene Honig. In der Gemeinde Colmenar rührt schon der Name von der Imkerei her, die hier den Grundstein für wirtschaftlichen Wohlstand legte.

Denn ‚Colmena‘ heißt übersetzt Bienenstock. Schon im Jahr 1877 bildeten sieben Bienen und ein Bienenkorb Teil des Gemeindesiegels von Colmenar, und seit 1980 sind sie auch Teil des heutigen Wappens. Dem Honig ist in dieser Gemeinde auch ein spezieller Rundgang gewidmet – die ‘Ruta de la Miel de los Montes de Málaga’.

Typische Produkte aus der Axarquía
Colmenar gilt als das Dorf des Honigs.

Und auch das Honigmuseum lohnt einen Besuch. Von der Ausrüstung eines Imkers bis zur Erklärung der acht typischen Honigsorten der Region ist hier alles wunderschön veranschaulicht. Man erfährt was in einem Bienenstock passiert, und in einem kleinen Laden kann man allerlei Honigprodukte erwerben. Besuch von Gruppen nach vorheriger Anmeldung.

Die Gemeinde Cómpeta ist ebenfalls ein Ort, an dem ein ausgezeichneter Honig produziert wird. Die Erzeugnisse traditionsreicher Familienbetriebe wie Miel La Competeña (Calle San Sebastián 12, Tel. 655 097 579) oder La Flor de Cómpeta sind in den meisten lokalen Geschäften im Dorf erhältlich.

Zuckerrohrhonig aus Frigiliana

Zuckerrohr spielte in der Region schon immer eine wichtige Rolle. Daraus wird auch Melasse hergestellt – ein süßer, honigartiger, dunkelbrauner Zuckersirup, der als ‚Miel de Caña‘ bezeichnet wird, was wörtlich übersetzt Zuckerrohrhonig bedeutet. Ein Gericht, das man hier auf vielen Speisekarten findet, sind ‚Berenjenas con Miel de Caña‘ – frittierte Auberginen, die mit Zuckerrohrhonig beträufelt werden.

Produziert wird der populäre Zuckerrohrhonig in Frigiliana schon seit 1630 – und seit 1725 in der Zuckerfabrik ‚El Ingenio Nuestra Señora del Carmen‘ (Sociedad de la Torre S. A.) – ein im Renaissancestil erbautes Gebäude aus dem 16. Jahrhundert.

Typische Produkte aus der Axarquía

Nachdem 2006 die in Salobreña ansässige Zuckerfabrik ihre Tore schloss, ist die Zuckerfabrik in Frigiliana die einzige in ganz Europa, in der noch Zuckerrohrmelasse hergestellt wird. Sie sorgt somit für den Erhalt einer jahrhundertealten Tradition.

Der Zuckerrohrhonig aus Frigiliana ist nicht nur in Spanien erhältlich, sondern wird in sechs Länder exportiert. Die Zuckerrohrhonigfabrik kann auf Anfrage auch besichtigt werden.

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