Monda – das kleine weiße Dorf in der Sierra de la Nieves

Die Sierra de la Nieves ist nach jahrelangem Auswahlverfahren und Entscheidungsprozess endlich zum Naturpark erklärt worden. Monda ist auch im Sommer einen Ausflug wert.

Monda in Andalusien an der Costa del Sol

Wo der Dorfklatsch noch traditionell ausgetauscht wird

Viele der weißen Dörfer Andalusiens liegen an der Costa del Sol, beispielsweise die kleine Gemeinde Monda in der Sierra de la Nieves. Dieser Landstrich wurde im Jahr 1995 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Am 23. Juni 2021 wurde die Sierra de la Nieves nach jahrelangem Auswahlverfahren und Entscheidungsprozess nun endlich zum nationalen Naturpark erklärt. Das ist ein großer Schritt für die Region, man hofft durch diese Initiative Tourismus und Wirtschaft auf ein höheres Niveau zu bringen.

Eigentlich ist der Besuch des Dorfes Monda zwischen Januar und Februar am schönsten, da dies der Moment der Mandelblüte ist. Die kleine Gemeinde ist umgeben von unzähligen Mandelbäumen, die zu Beginn jedes Jahres ihre weiße Blütenpracht zeigen. Doch natürlich lohnt sich ein Besuch des traditionellen Ortes immer. Die weiß getünchten Häuser sind auch in den Sommermonaten sehr erfrischend, wenn man durch die engen, verwinkelten Gassen streicht. Kommt man aus Richtung Marbella wird man gleich das wichtigste Merkmal von Monda sehen, die Burg hoch oben über dem Dorf thronend. Sie kann besucht werden, und zwar mit großem Genuss. Ein holländisches Gastronomen- und Hotelierpaar hat sich ihrer angenommen und die Burg in ein einzigartiges Hotel mit Restaurant und Café auf der Terrasse verwandelt. In den Wintermonaten werden im Burghof übrigens Handwerkermärkte veranstaltet, auch hübsch für einen Besuch.

Doch zurück zum Sommer und den schattigen Gassen von Monda. Man kann das Auto gleich am Ortseingang stehen lassen, da der größte Teil des Zentrums besser zu Fuß zu besichtigen ist. Im unteren Teil der Ortschaft befindet sich der traditionelle Waschplatz, der Lavadero de la Jaula, der im Jahr 1788 gebaut wurde und an dem früher die Wäsche noch ordentlich auf Waschbrettern geschrubbt wurde. Heute dient der Wasserplatz als Erfrischung für die Dorfbewohner. Langsam kann man bergauf durch die Gassen schlendern, bis man auf den Kirchplatz kommt. Dies ist der natürliche Treffpunkt aller Dorfbewohner, viele der bereitstehenden Bänke sind oft besetzt von den älteren Gemeindemitgliedern, die hier noch ganz traditionell Tratsch und Klatsch austauschen – ganz ohne Smartphone.

Die Iglesia de Santiago Apóstol ist definitiv auch einen Besuch wert, sie wurde zu Beginn des 16. Jahrhunderts an der Stelle der ehemaligen Moschee erbaut. Wer vom Kirchplatz in Richtung Burg geht, stößt auf das kleine Heimatmuseum Casa Museo de Mari Gloria. Der Name kommt zustande, weil das Museum in einem Wohnhaus untergebracht ist, nämlich in dem Haus von Mari Gloria, die alle Besucher selbst empfängt und ihnen die Ausstellungsstücke erklärt.

Monda in Andalusien

Weiter zu Fuß kann man nun noch den steilen Hang erklimmen, auf dem die Burg thront. Das Restaurant bietet sich an für eine Stärkung, die hat man sich verdient nach der Anstrengung. Von hier aus hat man auch einen herrlichen Blick auf das Umland, es ist ein wunderbarer Landstrich und ein Juwel für das Auge. Eine weitere Sehenswürdigkeit von Monda ist – wenn es vielleicht zunächst komisch klingt – der Friedhof. Hier sieht man die sehr typischen Kolumbarien, die übereinander gebauten Grabkammern, die schon bei den alten Römern angewandt wurden. Apropos Römer, auch Monda kann mit einer kleinen Ausgrabungsstätte aufwarten. Es handelt sich um eine alte Römerstraße, die am Ortsausgang von Monda liegt. Sie verband die Ortschaft mit der Küste.

Ausflug zum Refugio de Juanar und nach Ojén

Wenn man einmal in der Gegend ist, sollte man sich das Refugio de Juanar nicht entgehen lassen. Es liegt circa 10 Minuten mit dem Auto entfernt von Monda in Richtung Ojén. Das Refugio selbst ist ein kleines Hotel mit Restaurant, sehr idyllisch mitten im Wald gelegen. Es gehen zahlreiche Wanderrouten von hier ab. Ein Weg, mehr Spaziergang als Wanderung führt auf einen tollen Aussichtspunkt, von dem man einen sagenhaften Blick auf die Küste und Marbella hat. Einen weiteren Besuch sollte man auch für Ojén einplanen, ein weiteres weißes Dorf, das auf dem Weg Richtung Marbella liegt. Die Ortschaft ist etwas größer als Monda und liegt einfach spektakulär an einer Bergseite, sodass wohl jeder Bewohner eine tolle Aussicht von seinem Wohnzimmer genießen kann.

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