Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez will die halbjährliche Zeitumstellung in der Europäischen Union abschaffen.
In einem Video auf seinen Social-Media-Kanälen erklärte er, „die Zeitumstellung zweimal im Jahr ergibt keinen Sinn mehr, da sie kaum Energie spart und sich negativ auf die Gesundheit und das Leben der Menschen auswirkt“.
Der Regierungschef will den Vorschlag in Brüssel offiziell vorlegen. Bereits am kommenden Wochenende stellt Spanien wieder auf Winterzeit um – die Uhren werden dann eine Stunde zurückgestellt.
Doch Sánchez hält das für überholt: „Die Mehrheit der Bürger in Spanien und Europa ist laut Umfragen gegen diese Praxis“, betonte er.
Nach Angaben des spanischen Ministerpräsidenten stützen wissenschaftliche Studien seine Position. Energiespareffekte seien vernachlässigbar, während „die Umstellung den biologischen Rhythmus jedes Jahr zweimal stört“.
Die EU-Kommission hatte schon 2018 empfohlen, das jährliche Vor- und Zurückstellen der Uhren abzuschaffen. Das Europäische Parlament stimmte 2019 mehrheitlich dafür, doch eine Einigung der Mitgliedstaaten blieb aus.
Sánchez will nun, dass der Beschluss endlich umgesetzt wird – mit einem Ende der Zeitumstellung ab 2026.
Gesundheitsexperten und Schlafforscher unterstützen die Initiative. Laut der Spanischen Gesellschaft für Chronobiologie erhöht der Wechsel das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme und Schlafstörungen, besonders bei älteren Menschen.
Das Energieministerium schätzt den tatsächlichen Spareffekt auf „unter 0,2 Prozent des jährlichen Stromverbrauchs“.
Offene Frage: Sommer- oder Winterzeit?
Falls die EU der spanischen Initiative folgt, müsste entschieden werden, welcher Zeitstandard künftig gilt – Sommerzeit oder Winterzeit.
In Spanien selbst gibt es dazu unterschiedliche Positionen: Während Wirtschaftsexperten längere Abendhelligkeit im Sommer bevorzugen, plädieren Mediziner für den natürlichen Sonnenrhythmus der Winterzeit.
Quellen: El País, Euronews, Diario SUR, Cadena SER, Onda Cero.





















































