Umweltzone Málaga Ausländer
Seit dem 30. November 2025 verhängt die Stadt Málaga Bußgelder gegen Fahrzeuge, die ohne Umweltplakette in die neue Umweltzone (Zona de Bajas Emisiones, ZBE) einfahren.
97 Kameras überwachen die Zufahrten zur Innenstadt, die Strafe beträgt 200 Euro. Ziel der Maßnahme ist es, die Luftqualität zu verbessern, den Lärm zu reduzieren und den öffentlichen Nahverkehr zu stärken.
Doch zwei Monate nach dem Start zeigt sich ein Problem: Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen werden nicht sanktioniert – selbst wenn sie die Umweltauflagen nicht erfüllen.
Laut Recherchen der spanischen Tageszeitung SUR funktioniert das System ausschließlich bei in Spanien zugelassenen Autos.
Ein französischer Resident schilderte gegenüber SUR, er habe sich beim Rathaus erkundigt, ob sein Diesel ohne Umweltplakette betroffen sei: „Sie prüften mein Kennzeichen im System und sagten mir nach mehreren Versuchen, dass sie mein Auto nicht nachverfolgen können. Damit war die Sache erledigt“, berichtet der Mann anonym.
Nach Angaben der Stadt Málaga liegt die Ursache beim Datenaustausch zwischen den Systemen der Kommune und dem Verkehrsamt Dirección General de Tráfico (DGT).
In einem internen Schreiben des Mobilitätsamts heißt es, dass die DGT „im Fall ausländischer Zulassungen keine umweltbezogenen Informationen bereitstellt, weshalb das System die Bearbeitung nicht fortsetzen kann“.
Eine Sprecherin des Rathauses erklärte gegenüber SUR, man habe alle verfügbaren Mechanismen ausgeschöpft, um Verstöße ausländischer Fahrzeuge zu verfolgen, fordere aber seit Jahren eine europaweit funktionierende Schnittstelle.
EU-weites System kann grenzüberschreitend erfassen
Die DGT weist diese Darstellung jedoch entschieden zurück. „Jede Behauptung, die die fehlenden Bußgelder für ausländische Fahrzeuge mit der DGT in Verbindung bringt, ist völlig falsch“, erklärte ein Sprecher der Behörde.
Es gebe längst ein EU-weites System, das grenzüberschreitende Verkehrssünder erfassen könne – das European Car and Driving License Information System.
Täglich fahren nach Schätzungen zwischen 3.000 und 6.000 ausländische Fahrzeuge durch die Provinz Málaga, vor allem während der Hochsaison. Viele gehören Residenten, die ihr Fahrzeug trotz gesetzlicher Vorgabe nicht in Spanien angemeldet haben.
Während Städte wie Palma de Mallorca oder Bilbao bereits Registrierungsverfahren eingeführt haben, um Bußgelder auch für ausländische Fahrzeuge zu ermöglichen, fehlt in Málaga bislang eine solche Lösung.
Die Opposition im Stadtrat nutzt diese Schwachstelle nun für scharfe Kritik. Die Fraktionen Con Málaga und Vox werfen dem Rathaus vor, Verstöße von Autos mit ausländischen Kennzeichen bewusst nicht zu ahnden.
Nach Angaben von Con Málaga bestätigen Antworten des städtischen Mobilitätsamts, dass die Kameras zwar registrieren, aber keine Sanktionen auslösen. Damit würden nur Fahrzeuge aus der Provinz Málaga bestraft – ausländische blieben unbehelligt.
Opposition und DGT fordern die Stadtverwaltung auf, das Sanktionssystem zu überarbeiten und Bußgelder unabhängig vom Herkunftsland des Kennzeichens zu ermöglichen.
Quellen: SUR, Málaga Hoy, La Opinión de Málaga


















































