Mindestens 43 Tote nach schwerem Zugunglück auf der Strecke Málaga–Madrid

Ein Iryo-Schnellzug entgleiste bei Adamuz (Córdoba) und kollidierte mit einem entgegenkommenden Alvia

Zugunglück in Andalusien

Tragödie auf der Hochgeschwindigkeitslinie zwischen Málaga und Madrid: Nach Angaben des spanischen Innenministeriums sind mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen, als am Sonntagabend, den 18. Januar, ein Iryo-Zug aus Málaga nahe der Gemeinde Adamuz (Provinz Córdoba) entgleiste und mit einem entgegenkommenden Alvia-Zug kollidierte.

152 weitere Personen wurden verletzt, darunter fünf Schwerstverletzte und 24 Schwerverletzte, die in umliegende Krankenhäuser gebracht wurden.

Der Unfall ereignete sich gegen 19.45 Uhr, als die letzten drei Waggons des Iryo 6189, der um 18.40 Uhr in Málaga gestartet war und 317 Passagiere an Bord hatte, aus den Schienen sprangen.

Die entgleisten Wagen stürzten auf die Gegenfahrbahn und prallten mit einem Alvia 2384 zusammen, der aus Madrid kam und nach Huelva unterwegs war. Insgesamt befanden sich rund 400 Menschen in beiden Zügen.

Nach ersten Erkenntnissen war der Iryo-Zug nahezu neu, der Unfall geschah auf einer geraden Strecke, die erst im Mai 2025 vollständig erneuert worden war.

„Das ist ein extrem ungewöhnlicher und furchtbarer Unfall“, erklärte Verkehrsminister Óscar Puente in einer nächtlichen Pressekonferenz. Man müsse nun das Ergebnis der Ermittlungen abwarten. Besonders schwer getroffen wurden die beiden vorderen Waggons des Alvia, in denen sich 53 Reisende befanden, darunter der Lokführer, der zu den Todesopfern zählt.

https://twitter.com/el_pais/status/2013146624030052670

Rettungskräfte waren die ganze Nacht im Einsatz

Rettungskräfte, Feuerwehr und Militär (UME) waren die ganze Nacht im Einsatz, um Verletzte zu bergen und Trümmer zu räumen.

„Das Zugwrack ist ein massives Durcheinander aus Stahl, das sich nur mit schwerem Gerät bewegen lässt“, sagte der andalusische Regierungschef Juan Manuel Moreno, der am Montag zusammen mit dem Verkehrsminister an der Unglücksstelle erwartet wird.

Ein provisorisches medizinisches Zentrum wurde im Technikgebäude von Adif in Adamuz eingerichtet, wo Verletzte triagiert und stabilisiert werden.

Mehr als 20 Krankenwagen und mobile Intensivstationen wurden mobilisiert. Die Blutspendedienste Andalusiens verlagern derzeit Vorräte nach Córdoba und Jaén.

Zahlreiche Überlebende schilderten dramatische Szenen. „Es gab einen heftigen Ruck, dann flogen Gläser und Gepäckstücke durch den Waggon“, berichtete ein Passagier gegenüber RTVE. „Das Personal hat die Fenster eingeschlagen, um uns herauszuholen.“

Inzwischen wurde die telefonische Hotline 900 101 020 eingerichtet, unter der Angehörige Informationen über betroffene Familienmitglieder abrufen können, falls diese vorliegen.

Bahnverbindung zwischen Madrid und Andalusien gesperrt

Die Bahnverbindung zwischen Madrid, Córdoba, Sevilla, Málaga und Huelva bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Die andalusische Landesregierung Junta de Andalucía hat alle öffentlichen Termine für Montag abgesagt.

Das Unglück von Adamuz ist das schwerste Zugdesaster in Spanien seit dem Alvia-Unfall von Angrois (Santiago de Compostela) im Jahr 2013, bei dem 80 Menschen ums Leben kamen.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz sowie hat sich inzwischen zu dem tragischen Zugunglück in Andalusien auf seinem Kanal bei X geäußert:

Quellen: Diario SUR, Málaga HOY, El País, El Mundo, Junta de Andalucía

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