Junggesellenabschiede Málaga 2025
Ein halbnackter Junggesellenabschied im Herzen von Málaga hat erneut die Diskussion über das Verbot solcher Feiern entfacht: Eineinhalb Jahre nach Inkrafttreten der Vorschrift durch die Stadt Málaga wurde noch keine einzige Strafe verhängt. Das berichtet unter anderem der spanische Radiosender Cadena SER.
Demnach trafen Passanten kürzlich auf eine Gruppe italienischer Touristen, die in auffälligen Verkleidungen und teilweise halbnackt durch die Altstadt zogen.
Einige trugen Accessoires mit sexuellen Anspielungen. Laut Zeugenvideos verstieß die Gruppe damit gegen die sogenannte Ordenanza de Convivencia, die seit November 2023 bestimmte Verhaltensregeln im öffentlichen Raum vorschreibt.
Die Polizei wurde gegen 14:20 Uhr alarmiert und traf auf rund 30 Personen auf einer Restaurantterrasse. Etwa zehn von ihnen sollen gegen die Vorschrift verstoßen haben.
Der Bräutigam wurde als Verantwortlicher identifiziert, die gesamte Gruppe wurde verwarnt und zum Hotel begleitet. Dort zogen sich die Beteiligten um – anschließend setzten sie ihre Feier „ordnungsgemäß“ fort, wie es vonseiten der Gemeinde heißt.
Die städtische Verordnung untersagt es, ohne ausdrückliche Genehmigung halbnackt oder mit sexuell konnotierten Requisiten durch die Innenstadt zu ziehen.
Laut Artikel 38.3 der Ordnung ist es den Beamten jedoch zunächst nur erlaubt, zu informieren und zu verwarnen. Erst bei wiederholtem oder fortgesetztem Fehlverhalten dürfen Sanktionen ausgesprochen werden.
Die Regelung war als Reaktion auf die zunehmende Zahl ausgelassener Junggesellenabschiede erlassen worden, die vor allem an Wochenenden das Stadtbild von Málaga prägen. Anwohner beklagen seit Jahren, dass sich die Altstadt zunehmend in eine Partymeile verwandelt.
Carlos Carrera, Vorsitzender der Nachbarschaftsvereinigung Centro Antiguo, sieht die Ursache nicht nur in den Kostümierungen: „Hier wurde ein ganzes Ökosystem für Sauftourismus geschaffen – toleriert von den Behörden und befeuert von kommerziellen Anbietern.“
Zahlreiche Agenturen böten Komplettpakete an, von der Unterkunft über Mahlzeiten bis zu Rabattaktionen für Bars und Nachtclubs. Die neue Verordnung, so Carrera, zeige bislang keinerlei Wirkung.
Quellen: Cadena SER Málaga, Málaga HOY





















































