Reform des Antitabak-Gesetzes in Spanien: Rauchen auf Terrassen ist verboten

Erstmals wird Minderjährigen der Konsum von Tabak- und Vapingprodukten ausdrücklich untersagt.

Cafeteria in Andalusien

Rauchverbot Terrassen Spanien

Spanien hat ein neues Kapitel im Kampf gegen das Rauchen aufgeschlagen. Der Ministerrat verabschiedete am Dienstag eine Reform des Antitabak-Gesetzes, die deutlich strengere Regeln vorsieht – von einem Rauchverbot auf Restaurantterrassen bis hin zu hohen Geldstrafen für Eltern, deren Kinder unter 18 Jahren beim Rauchen oder Vaping erwischt werden.

Der Gesetzesentwurf, der noch durch das Parlament muss und voraussichtlich erst in einigen Monaten in Kraft tritt, weitet die Liste der rauchfreien Zonen erheblich aus.

Demnach ist das Rauchen künftig untersagt auf Bar- und Caféterrassen, bei Konzerten und Sportveranstaltungen, auf Kinderspielplätzen, an Haltestellen des öffentlichen Verkehrs sowie in den Außenbereichen von Schulen, Universitäten und Gesundheitseinrichtungen (z.B. Ärztezentren und Krankenhäusern).

Auch Diskotheken unter freiem Himmel, Sportstätten und Freibäder sind von dem Verbot betroffen.

Besonderes Augenmerk liegt auf den sogenannten „neuen Konsumformen“ wie E-Zigaretten, Einweg-Vapes, Nikotinbeuteln und Kräuterprodukten. Sie sollen den gleichen Einschränkungen unterliegen wie klassische Tabakwaren.

Hohe Strafen bei Verstößen

Zudem verbietet das Gesetz den Verkauf von Einweg-E-Zigaretten – offiziell aus Umweltgründen, faktisch aber auch, um die steigende Attraktivität bei Jugendlichen einzudämmen.

Erstmals wird Minderjährigen der Konsum von Tabak- und Vapingprodukten ausdrücklich untersagt. Verstöße ziehen Bußgelder nach sich – auch gegen die Eltern, wenn deren Kinder beim Rauchen oder Vaping ertappt werden. Die Strafen reichen von 100 bis 600 Euro bei leichten Verstößen bis hin zu bis zu 600.000 Euro bei schweren Vergehen.

Allerdings bleiben zentrale Forderungen von Gesundheitsexperten unberücksichtigt. Weder ein einheitliches, neutrales Zigarettenpackungsdesign noch eine Erhöhung der Tabaksteuer ist Teil der Reform.

Laut der spanischen Tageszeitung El País kritisieren Organisationen wie der spanische Verband gegen Krebs (AECC) diese Lücken als „unzureichend“.

Nach Einschätzung der AECC könnten strengere Maßnahmen verhindern, dass rund 30 Prozent der tabakbedingten Krebstodesfälle weiter hingenommen werden.

Wann die Reform tatsächlich in Kraft tritt, hängt nun vom spanischen Parlament ab. Gesundheitsministerin Mónica García zeigte sich optimistisch, dass die neuen Regeln „einen Kulturwandel im Umgang mit Tabak“ einleiten könnten.

Quellen: El País, El Mundo, Diario SUR, Onda Cero, Cadena SER, Ministerio de Sanidad

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