Corona Aktuell: 7. Welle oder doch nur ein laues Lüftchen?

Andalusische Regierung sieht trotz steigender Krankenhausinzidenzen keine neue Corona-Welle im Anmarsch

Corona Inzidenzen in Malaga
Für gefährdete Personen ist der medizinische Mund-Nasenschutz nach wie vor ein effizientes Mittel, um eine Corona-Infektion zu vermeiden
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Corona Inzidenzen in Málaga recht stabil

Für die Provinz Málaga wurden am heutigen Dienstag 383 Positivgetestete im Alter von über 60 Jahren* gemeldet. Am Dienstag vor einer Woche lag die Zahl der Neuinfizierten bei 417. Die 14-Tage-Inzidenz, die die Anzahl der Neuinfektionen an Covid-19 in den letzten 14 Tagen je 100.000 Einwohner abbildet, ist seit dem 26. April von 363 auf 417 gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat auch die 7-Tage-Inzidenz minimal von 185 auf 186 Positivgetestete je 100.000 Einwohner zugelegt.

In den Krankenhäusern der Provinz Málaga wurden heute 151 Corona-Patienten gemeldet, die dort stationär behandelt werden. Vor einer Woche lag diese Zahl bei 137. Auf den Intensivstationen liegen, wie vor Wochenfrist, lediglich sieben Patienten.

Insgesamt verharren die Fallzahlen in der Provinz Málaga somit, trotz erheblicher Lockerungen in den vergangenen Monaten, auf recht niedrigem Niveau.

Fallzahlen in Andalusien

Für Andalusien wurden am Dienstag 2.475 Positivgetestete gemeldet (Dienstag vor einer Woche: 2.610). Die 14-Tage-Inzidenz ist seit dem 26. April von 422 auf jetzt 521 Positivgetestete je 100.000 Einwohner gestiegen. Ebenso hat auch die 7-Tage-Inzidenz im gleichen Zeitraum von 224 auf 229 Infizierte je 100.000 Einwohner zugenommen.

Bezüglich der Krankenhausbelegung durch an Covid-19 erkrankte Patienten in Andalusien ist diese im Wochenvergleich von 631 auf 726 Patienten gestiegen. Im gleichen Zeitraum hat die Zahl der intensivmedizinisch betreuten Corona-Patienten leicht zugelegt, von 43 auf 47.

Experten uneins über die Bewertung der aktuellen Corona-Lage

Die steigenden Krankenhausinzidenzen veranlassten den Pressesprecher der andalusischen Regierung, Elías Bendodo, in einer heutigen Medienrunde die Bevölkerung dazu aufzurufen, sich weiter verantwortungsvoll zu verhalten. „In engen geschlossenen Räumen mit vielen Menschen und ohne ausreichende Luftzirkulation ist das Ansteckungsrisiko nach wie vor sehr hoch“ mahnt Bendodo.

Von einer bevorstehenden 7. Corona-Welle will der Regierungssprecher indes nichts wissen: „Bei fast 18,5 Millionen verabreichten Impfungen in unserer Region verläuft die überwiegende Mehrheit der Fälle inzwischen ohne nennenswerte Komplikationen. Das zeigen auch die nach wie vor sehr niedrigen Zahlen der intensivmedizinisch betreuten Corona-Patienten“ so Bendodo.

Der katalanische Epidemiologe Oriol Mitjá spricht dagegen schon jetzt offen von einer 7. Corona-Welle. „Die siebte Welle des Coronavirus nimmt langsam aber sicher Fahrt auf. Covid ist wieder auf dem Vormarsch und die Menschen verlieren an Immunität, da sich viele der 3. Impfung verweigern oder diese nicht mehr für notwendig erachten“ schrieb Mitjá in seinem Twitter-Account.

7-Tage-Inzidenz in Spanien der über 60-Jährigen bei 382

Im Landesdurchschnitt liegen die Corona-Inzidenzen unterdessen deutlich höher als in der Provinz Málaga oder in Andalusien. In Spanien notierte die 14-Tage-Inzidenz aktuell bei 676 Positivgetesteten je 100.000 Einwohner (26. April: 608). Der Wert für die 7-Tage-Inzidenz liegt jetzt bei 382 (Vorwoche: 331).

In der Bundesrepublik Deutschland ist die 7-Tage-Inzidenz der Gesamtbevölkerung laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) im Wochenvergleich nach einem deutlichen Anstieg in der Vorwoche nun wieder gefallen, von 909 auf 632 Infizierte je 100.000 Einwohner.

In Österreich geht die 7-Tage-Inzidenz unterdessen weiter zurück. In den vergangene sieben Tagen hat dieser Wert in der Alpenrepublik von 548 auf 443 nachgegeben. In der Schweiz ist die 7-Tage-Inzidenz seit dem 26. April von 324 auf 261 zurückgegangen.

Aktuell gelten Deutschland, Österreich und die Schweiz aus spanischer Sicht nicht mehr als Risikogebiete. Entsprechend benötigen Einreisende nach Spanien lediglich ein EU-zertifizierten Impf- oder Genesenen-Nachweis beziehungsweise einen gültigen negativen Corona-Test.

* Seit Ende März dieses Jahres werden in Spanien lediglich Corona-Inzidenzen für Personen, die über 60 Jahre alt sind, öffentlich gemacht. Diese Herangehensweise gilt nicht nur für die landesweiten Statistiken, sondern auch auf allen anderen Ebenen (Regionen, Provinzen, Städte, etc.). Die im Bericht aufgeführten Zahlen für Positivgetestete in Spanien beziehen sich daher ausschließlich auf die Altersgruppe über 60 Jahre.

Quellen: Junta de Andalucía, Gobierno de España – Ministerio de Sanidad, Diario SUR, Europa Press, RKI, AGES, BAG

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