Kunst oder Kitsch? Polemik um geplante Skulpturen im Hafen von Málaga

Während der Künstler Ginés Serrán an der Aufstellung seiner monumentalen Bronzefiguren im Hafen arbeitet, mehren sich Kritik und Zweifel.

Neptun Statue Málaga - Polemik in der Stadt
Anders als diese Neptun-Statue erinnert das Projekt in Málaga eher an eine Comic-Figur.

Neptun Statue Málaga

Die geplanten Skulpturen im Hafen von Málaga sorgen für anhaltende Polemik. Das Projekt „Las columnas del mar“ des spanischen Künstlers Ginés Serrán Pagán umfasst vier monumentale Bronzefiguren: den Meeresgott Neptun, die Liebesgöttin Venus und zwei Löwen.

Die bis zu elf Meter hohen Skulpturen Neptun und Venus sollen am Eingang des Hafens, zwischen der Plaza de la Marina und dem Platz Poeta Alfonso Canales, aufgestellt werden – als symbolische Verbindung von Stadt und Meer.

Die Kunstakademie aus Málaga Real Academia de Bellas Artes de San Telmo hat nun in einem Schreiben scharfe Kritik an dem Vorhaben geäußert.

In einer Stellungnahme bezeichnete sie Serráns Stil als „pompös“ und „kitschig“ und zog Parallelen zu „Superhelden aus dem Marvel-Universum“.

Einige Akademiker äußerten zudem Zweifel an der ästhetischen und städtebaulichen Eignung der Figuren.

Neptun Statue Málaga
Hier sollen die Venus – und die Neptunskuptur aufgestellt werden.

Auch politisch hat die Kontroverse Wellen geschlagen. Nachdem sich auch Málagas Bürgermeister Francisco de la Torre skeptisch zeigte, reduzierte die Hafenbehörde die  Ausstellung der monumentalen Figuren  „Neptun“ und „Venus“ nun auf ein halbes Jahr. Geplant waren maximal 25 Jahre.

Mehr Las Vegas als Málaga

In den sozialen Medien und im öffentlichen Diskurs gehen die Meinungen weit auseinander. Viele loben Serráns Initiative als kulturelle Bereicherung und potenzielles neues Wahrzeichen der Stadt.

Andere kritisieren den Stil als überladen und befürchten, dass das Ensemble „mehr an Las Vegas als an Málaga“ erinnere. Einige Beobachter fordern eine breitere Beteiligung von Fachleuten und Bürgern bei Entscheidungen über Kunst im öffentlichen Raum.

Der Künster Ginés Serrán, der seit einem Jahr in Málaga lebt, zeigte sich von der Kritik überrascht. „Ich hätte es begrüßt, wenn die Akademie sich vorab informiert hätte“, sagte er gegenüber der spanischen Tageszeitung Diario SUR. „Ich wünsche mir, dass die Menschen in Málaga selbst urteilen – und nicht ein kleiner Kreis von Experten.“

Er bleibt optimistisch: „Wenn die Skulpturen erst stehen, werden die Menschen sie mit der Zeit annehmen. Ich bin sicher, dass sie zu einem Symbol Málagas werden“, sagt Serrán Pagán.

Künstler aus Ceuta

Der 76-jährige Künstler stammt aus Ceuta und blickt auf eine internationale Laufbahn zurück. Er arbeitete in New York, China und Italien, erhielt Auszeichnungen in Rom und Miami und hat nach eigenen Angaben über 30 monumentale Werke weltweit geschaffen.

Das Projekt in Málaga sei sein persönlicher Beitrag zur Stadt und entstehe ohne öffentliche Gelder.

Serrán betont, sein Werk solle Málagas Geschichte und seine Verbindung zum Meer widerspiegeln. „Málaga ist eine Stadt mit einer langen Tradition, von den Phöniziern bis zu den Römern. Meine Figuren greifen diese Wurzeln auf“, erklärte er.

Trotz der Kritik hält Serrán an seinem Ziel fest. „Zwischen Ruhm und Ehre wähle ich die Ehre – denn letztlich sind es die Menschen, die entscheiden, was bleibt“, sagte er.

Quellen: Diario SUR, Málaga HOY, El País

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