Andalusischer Expertenrat trifft sich am Mittwoch – Strategiewechsel in Spanien

Für die Provinzen Córdoba, Sevilla und Málaga gilt die Risikostufe 2 ohne zeitliche und ohne Kapazitätseinschränkungen. In Spanien soll Corona bald wie die Grippe überwacht werden

Expertenrat in Andalusien tritt zusammen
Andalusiens Gesundheitsminister Aguirre hat das neue Treffen des Expertenrats angekündigt. Foto: Junta de Andalucía.

Expertenrat in Andalusien berät sich erneut

Die andalusische Regierung hat für Mittwoch, 12. Januar, ein Treffen des Expertenrats einberufen, um die Entwicklung der Inzidenzen während der Weihnachtsfeiertage zu analysieren. Das kündigte der andalusische Gesundheitsminister Jesús Aguirre am gestrigen Montag bei einem Besuch im Regionalkrankenhaus von Guadix (Granada) an.

Nach aktuellen Stand ist die Zahl der Infektionsfälle in der Provinz Málaga deutlich zurückgegangen: von 2.741 am vergangenen Samstag auf 1.549 am Montag. Ein Rückgang, der nach Angaben von lokalen Medien aber darauf zurückzuführen sein könnte, dass weniger positive Tests an die Behörden gemeldet werden.

Auf der letzten Sitzung des Expertenrates am 28. Dezember war vereinbart worden, alle Gesundheitsbezirke der Provinzen Córdoba, Sevilla und Málaga in die Risikostufe 2 herabzustufen, während in den Provinzen Almeria, Cádiz, Granada, Huelva und Jaén die Stufe 1 beibehalten wurde.

Weder Risikostufe 1 noch 2 führen jedoch zu zeitlichen oder Kapazitäts-Einschränkungen in Geschäften, Hotels, Restaurants und Bars. Die Regelung gilt zunächst bis zum 31. Januar, ebenso wie die obligatorische Verwendung des Covid-Passes für den Innenbereich von Restaurants, in Krankenhäusern und in Seniorenzentren.

Die derzeitige Verordnung für die Stufen 1 und 2 legt lediglich für Kinos und Theater fest, dass „die Bewegung von Personen in Innenräumen so organisiert werden muss, dass der  Sicherheitsabstand eingehalten wird“. Auch bei der Nutzung von Toiletten oder Umkleidekabinen für Kunden müssen Sicherheitsabstand sowie eine angemessene Belüftung gewährleistet sein.

In öffentlich zugänglichen Innenräumen, öffentlichen Verkehrsmitteln sowie bei Massenveranstaltungen im Freien ist das Tragen einer Maske weiterhin vorgeschrieben.

Strategiewechsel: Corona soll künftig wie Grippe überwacht werden

Gesundheitsminister Aguirre erklärte außerdem, dass die andalusische Regionalregierung „voll und ganz“ mit Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez übereinstimmt, ein neues Überwachungssystem für das Coronavirus zu aktivieren, wie es bei anderen Viren wie der  Grippe praktiziert wird.

Die Auswirkungen von Corona anhand der 7- und 14-Tage-Inzidenzen zu messen, sei „völlig veraltet“. Bei 86,1 Prozent geimpften Bewohnern müsse man den Umgang mit der Pandemie normalisieren, sagte Aguirre.

Pedro Sánchez hatte am Montag bei einem Interview mit dem spanischen Radiosender Cadena SER erklärt, dass das Virus nicht mehr so tödlich wie zu Beginn der Pandemie sei und man darauf  mit „neuen Instrumenten“ reagieren müsse. Demnach sollen die Behörden künftig nicht mehr jeden Corona-Fall registrieren und nachverfolgen.

Stattdessen soll ein sogenanntes Sentinelsystem ähnlich wie bei der Grippe eingesetzt werden, in dem nur Hausärzte, ausgewählte Gesundheitszentren und Krankenhäuser Daten zur Ausbreitung des Coronavirus erheben und hochrechnen. Wann dieser Strategiewechsel stattfinden soll, ist aber noch nicht klar, berichtet die spanische Tageszeitung El País. Dass er während der laufenden Omikron-Pandemie passiert, gilt als unwahrscheinlich.

Quellen: Junta de Andalucia, Diario SUR, El País.

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