Wohnmobile in Torrox
Die anhaltende Präsenz von Dutzenden Wohnmobilen an der Mündung des Río Torrox hat in den vergangenen Monaten erneut für Unmut bei Anwohnern der nahegelegenen Urbanisationen rund um den Leuchtturm gesorgt.
Laut einem Bericht der spanischen Tageszeitung Diario SUR beklagen sie illegale Abwasserentsorgung, Vermüllung, die Nutzung des Naturraums als Toilette sowie mangelndes Eingreifen der Behörden.
Nach Angaben von Bewohnern stehen einzelne Fahrzeuge trotz geltender Vorschriften wochenlang im Flussbett.
Einer der Betroffenen, Doug Fairchild, hat seine Beschwerde an Diario SUR gerichtet. Er spricht von „mehr als 50 Wohnmobilen, die über lange Zeiträume im Flussbett stehen“, und kritisiert, dass „viele keine Toiletten haben und deshalb die Vegetation als WC nutzen“.
Selbst Fahrzeuge mit sanitären Einrichtungen müssten ihre Tanks regelmäßig entleeren – „und das geschieht in der Natur“, so Fairchild.
Besonders scharf äußert sich der Anwohner über fehlende abschreckende Maßnahmen. „Es ist unglaublich, dass weder die Ortspolizei noch die Guardia Civil etwas unternehmen, obwohl ihre Fahrzeuge alle paar Tage dort vorbeifahren“, so der Resident. Er fordert vom Rathaus Lösungen, um den aus seiner Sicht bestehenden „Missbrauch des Naturraums“ zu beenden.
Proteste sind nicht neu
Die Proteste in Torrox sind nicht neu. Bereits im Februar 2022 hatten Anwohner im Umfeld des Leuchtturms vor einer massiven Ansammlung von Wohnmobilen auf kommunalen Flächen entlang des Flusslaufs gewarnt und ebenfalls illegale Abwassereinleitungen sowie die Nutzung des Flusses als öffentliche Toilette angeprangert.
Damals verwies die Gemeinde Torrox darauf, dass das Parken auf maximal 24 Stunden begrenzt sei und zivile Streifen der Ortspolizei mögliche Verstöße kontrollierten.
Aus dem Rathaus hieß es seinerzeit zudem, es handele sich um „eine Form des Tourismus, die Geld im Ort lässt und nicht dämonisiert werden sollte“.
Ein weiteres Problem: Nachbargemeinden wie Vélez-Málaga oder Nerja wenden strengere Verordnungen an, was einen Teil der Wohnmobile nach Torrox verlagert.
So wurden im vergangenen Jahr rund 50 Fahrzeuge – überwiegend Wohnmobile und Camper aus dem Ausland – aus dem geschützten Gebiet der Klippen von Maro-Cerro Gordo geräumt.
Ortspolizei und Guardia Civil in Torrox betonen, dass Kontrollen stattfinden, räumen jedoch ein, dass es bei einer großen Konzentration von Fahrzeugen schwierig sei, unzivilisiertes Verhalten zu verhindern, wenn es an speziellen Infrastrukturen fehlt.
Wohnmobiltourismus boomt
Der Konflikt steht im Zusammenhang mit dem Boom des Wohnmobiltourismus seit der Coronapandemie, der in der gesamten Provinz Málaga stark zugenommen hat.
Nach Angaben der Plataforma Nacional de Autocaravanistas (PACA) sind jährlich rund anderthalb Millionen Reisende mit Wohnmobilen in Spanien unterwegs, landesweit gibt es inzwischen mehr als 900 öffentliche, von Gemeinden ausgewiesene Stellplätze.
PACA-Präsident Jesús Gallardo betont gegenüber Diario SUR, Wohnmobile seien „ein Fahrzeug wie jedes andere“. Probleme entstünden vor allem dann, „wenn sich viele an einem Ort ansammeln“.
In dieselbe Richtung argumentiert Emilio Domingo, Präsident des Verbands der Campingunternehmer an der Costa del Sol. Er warnt vor Konflikten durch unkontrollierte Konzentrationen, insbesondere bei Abfallentsorgung und Nutzung des öffentlichen Raums, und verweist auf Campingplätze und ausgewiesene Stellflächen als nachhaltige Alternative.
Die Anwohner am Río Torrox fordern nun sichtbarere und wirksamere Maßnahmen, darunter eine klare Beschilderung mit Zufahrts- und Parkverboten, konsequentere Kontrollen sowie die gezielte Umleitung der Fahrzeuge auf ausgewiesene Stellplätze.
Die aktuelle Situation schade „der Umwelt und dem touristischen Image der Gemeinde“, insbesondere an einem sensiblen und stark frequentierten Ort.
In der Gemeinde Torrox wurden in den vergangenen Jahren mehrere spezielle Stellflächen mit Serviceangeboten für Wohnmobile eröffnet.





















































“ In der Gemeinde Torrox wurden in den vergangenen Jahren mehrere spezielle Stellflächen mit Serviceangeboten für Wohnmobile eröffnet.“
Wo sind denn diese Stellflächen mit Serviceangeboten????? Besonders die der Gemeinde?? Ich habe keine gefunden!
Wir waren vor 2 Wochen auf diesem Platz. Es gibt in der näheren Umgebung 3 private Stellplätze mit der Möglichkeit gegen ein Endgeld zu entsorgen. Das war es schon. Die Gemeinde hat gar nichts gemacht, wie fast überall. Im Gegenteil. Immer mehr Gemeinden schließen Stellplätze oder begrenzen sie in der Höhe, um größere Wohnmobile auszuschließen. Die Folge ist, dass sich alle ausgeschlossenen Wohnmobilisten anderweitig Plätze suchen müssen, die dann natürlich immer voller werden
Die Lösung wäre in vielen Fällen ganz einfach.
Um die“ wilde“ Entsorgung in der Natur zu stoppen, sollte die Gemeinde einfach auf solchen Plätzen eine kleine Entsorgungsstation(es reicht doch schon ein Gulli) installieren.
Aber das Gegenteil ist oft der Fall. ich sehe immer wieder Stationen im Lande, die geschlossen wurden- warum auch immer.
Im Landesinneren gibt es meiner Meinung nach ungleich mehr solche Angebote seitens der Gemeinden. Aber ausgerechnet an der stark frequentierten Küste wird dies sehr vernachlässigt.
Ich glaube aber, dass der Grund für die Beschwerde seitens der Anwohner noch ein ganz anderer ist. Man möchte als Anwohner einfach nicht diese Vielzahl an Wohnmobilisten vor der Nase haben, was ich durchaus verstehe.
Aber wo sollen wir hin?
Auf offizielle, oft private Stellplätze?
Abgesehen von den oft sehr hohen, manchmal gar dreisten Gebühren für die Stellplätze ist es vielen Wohnmobilisten nicht angenehm, so parzelliert (eingepfercht) zu stehen. Es ist ein völlig anderes Gefühl, mehr oder weniger“frei“ zu stehen, als streng reglementiert auf einem Stellplatz.
Sehr geehrter Herr Renger,
ich empfinde Ihr Selbstverständnis als Camper unfassbar egoistisch. Es gibt keinen Anspruch auf Camping und es dürfte Ihnen nicht entgangen sein, dass die Anzahl an Campern insbes. mit Wohnmobilen extrem zugenommen hat. Wenn eine Gemeinde kein entsprechendes Angebot hat, muss man halt woanders hinfahren. Oder eben nicht campen, sondern z.B. eine Wohnung mieten. Die es im Übrigen auch nicht kostenlos gibt. Zumal auch Abwasserkanäle etc etwas kosten. Und an diesem speziell genannten illegalen Stellplatz die Camper hingehen und sich u.a. die Haare am Hundestrand waschen. Mit Shampoo wohlgemerkt.
Ich könnte dazu noch so viel mehr schreiben.
Belasse es aber dabei. Und hoffe sehr darauf, dass auch die Wohnmobilfahrer ihr Handeln selbstkritisch überdenken.
P.S. Die Stellplätze mit Serviceangebot finden sich übrigens im Internet. Sie sind in der Gemeinde Torrox, aber etwas weiter außerhalb. Und sie kosten Gebühren, was ja normal ist. Inwieweit die Gemeinde sie eingerichtet hat oder jemand anders, entzieht sich meiner Kenntnis.
Fehlende Infrastruktur als Argument für wilde Müllentsorgung und Fäkalien Verklappung in der Natur zu benutzen ist sehr egoistisch und wie man es auch dreht illegal. Wenn es Wohnmobilisten nicht gefällt in Parzellen zu stehen, dann ist Camping wohl die falsche Urlaubsart. Es ist auf jeden Fall eine Zumutung für die Natur und eine Belästigung für alle anderen Nichtcamper wenn alle Plätze an der Küste mit Wohnmobilen zugeparkt sind und die Besitzer sich nicht an die Regeln halten . Ich selbst habe 35 Jahre lang sehr gerne Camping gemacht, es aber als der Boom anfing aufgegeben, wegen besagter „Camper“ .
Zitat: „Es ist ein völlig anderes Gefühl, mehr oder weniger“frei“ zu stehen, als streng reglementiert auf einem Stellplatz.“
Nun, Spanien ist das zweitmeist besuchte Land der Welt mit knapp 100 Millionen Touristen jedes Jahr. Da ist es schlicht und einfach nicht mehr möglich „frei zu stehen“, insbesondere nicht an der Küste. Entweder gibt man sich mit einem eingepferchten und zugegeben teuren Platz zufrieden, oder man lässt es sein, jedenfalls in Spanien. Alternative: man sucht sich eine andere, menschenleere Ecke in der Welt, wo man frei stehen kann uns es niemanden stört.
1.5 Mio. Camper. Gerade im Winter sind das gute Einnahmen wenn es ansonsten kein Tourismus gibt. Ein Camper beaucht sagen wir mal 500-1000 € pro Monat. Also verstehe ich die Regierung die es zulässt. Eine ¾-1.5 Milliarde € in Einnahmeschwachen Monaten lässt man nicht einfach so ziehen. Dafür müsste aber auch die Bevölkerung geschützt werden. Es sollten mehr Gemeinden solche Stellplätze oder zumindest Versorgungsplätze die auch etwas Kosten dürfen erstellt werden damit die Sauerei in der Natur aufhört.