Am Valentinstag darf das Herz ruhig schneller schlagen. Ein verliebter Blick, ein schönes Dinner, vielleicht ein Glas Wein – alles vollkommen erlaubt. Herzklopfen gehört zur Liebe wie Rosen und Pralinen.
Doch was, wenn das Herz ohne romantischen Anlass stolpert, rast, unregelmäßig schlägt oder sich anfühlt, als hätte es gerade kurz vergessen, was es eigentlich tun soll?
Spätestens ab dem 50. Lebensjahr merken viele Menschen: Das Herz hat manchmal seinen eigenen Kopf. Herzrhythmusstörungen gehören zu den häufigsten Gründen für einen kardiologischen Arztbesuch. Und sie fühlen sich oft deutlich dramatischer an, als sie tatsächlich sind – oder leider auch harmloser, als sie sein sollten.
Herzrhythmusstörung ist nicht gleich Herzrhythmusstörung
„Mein Herz spinnt“ ist medizinisch gesehen kein Diagnosebegriff – aber ein sehr ehrlicher Patientensatz. Denn hinter Herzstolpern oder Herzrasen können ganz unterschiedliche Ursachen stecken.
Vorhofflimmern ist die häufigste relevante Herzrhythmusstörung im höheren Lebensalter. Der Herzschlag ist unregelmäßig, oft zu schnell. Viele Betroffene fühlen sich müde, weniger belastbar kurzatmig oder empfinden Druck auf der Brust – manche merken zunächst gar nichts. Das Problem: Unbehandelt steigt das Risiko für Schlaganfälle und Herzschwäche deutlich.
Vorhofflattern klingt harmloser, ist es aber nicht unbedingt. Der Rhythmus ist zwar regelmäßiger als beim Vorhofflimmern, kann aber genauso gefährlich sein – wird jedoch häufig übersehen oder unterschätzt.
Extrasystolen, das berühmte „Herzstolpern“, kennen fast alle. Ein einzelner zusätzlicher Herzschlag ist meist harmlos. Wenn Extrasystolen jedoch sehr häufig auftreten oder Ausdruck einer Herzerkrankung sind, sollten sie ernst genommen und abgeklärt werden. Das Herz darf aus der Reihe tanzen – aber nicht dauerhaft aus dem Takt fallen.
AV-Blockierungen entstehen, wenn elektrische Signale im Herzen verzögert oder gar nicht weitergeleitet werden. Das Herz schlägt dann zu langsam. Müdigkeit, Schwindel oder kurze Ohnmachtsanfälle können die Folge sein.
AV-Reentry-Tachykardien sorgen für plötzliches Herzrasen – von null auf hundert in Sekunden. Viele Betroffene beschreiben es als „wie verliebt, nur ohne das schöne Gefühl“. Zum Glück sind diese Rhythmusstörungen heute sehr gut behandelbar.
Warum Zuhören allein nicht reicht
Viele Patientinnen und Patienten gehen bei Herzstolpern oder Herzrasen zunächst zum Hausarzt. Das ist verständlich – aber oft nicht ausreichend. Denn ein normales EKG zeigt nur wenige Sekunden Herzaktivität. Und das Herz ist leider sehr geschickt darin, genau dann normal zu schlagen, wenn man es genau beobachtet.
Deshalb ist die gezielte kardiologische Diagnostik entscheidend. In der Kardiologie Reisbeck-Medical in Marbella steht das Langzeit-EKG im Mittelpunkt – idealerweise über mehr als 24 Stunden. Je länger gemessen wird, desto höher die Trefferquote. Begleitend wird ein Herz-Ultraschall dringend notwendig, um krankhafte Veränderungen am Herzmuskel festzustellen, die eventuell die Herzrhythmusstörungen beeinflussen.

Wenn Beschwerden nur selten auftreten, kommen implantierbare Ereignisrekorder wie das subkutane Reveal-System zum Einsatz. Diese kleinen Geräte überwachen den Herzrhythmus über Monate hinweg – leise, zuverlässig und äußerst aufschlussreich.
Und wenn alles nicht zum Ziel führt, dann kommen elektrophysiologische Untersuchungen zum Einsatz. Dabei werden die elektrischen Leitungsbahnen des Herzens genau zu analysieren. Dann lässt sich ganz sicher sagen, was das Herz tut – und warum.
Erst die Diagnose – dann die passende Therapie
Herzrhythmusstörungen sind heute sehr gut behandelbar. Je nach Befund entscheidet der Kardiologe über:
- individuell abgestimmte Medikamente
- elektrophysiologische Eingriffe wie Katheterablationen
- die Implantation eines Herzschrittmachers
- oder eines Defibrillators bei gefährlichen Rhythmusstörungen
Entscheidend ist: Nicht jedes Herz braucht dieselbe Behandlung – aber jedes braucht die richtige.
Liebe geht durch den Rhythmus
Ein schneller Herzschlag am Valentinstag ist wunderschön. Ein dauerhaft unregelmäßiger Herzschlag dagegen sollte ernst genommen werden. Wer Herzstolpern, Herzrasen oder einen unregelmäßigen Puls bemerkt, sollte nicht abwarten – und sich nicht nur auf ein kurzes Abhören verlassen.
Unser Rat zum Valentinstag: Gehen Sie nicht nur an diesem besonderen Tag leichtsinnig mit Ihrem Herzen um, Vorsorge ist immer besser als Nachsorge! Dr. Reisbeck verbindet moderne Diagnostik mit Erfahrung, Zeit und einem offenen Ohr. Damit Ihr Herz nicht nur aus Liebe schneller schlägt – sondern vor allem gesund im richtigen Rhythmus bleibt.

























































