Sturmtief Leonardo in Andalusien
Der Durchzug des Sturmtiefs Leonardo sorgt in ganz Andalusien weiter für erhebliche Beeinträchtigungen. Überschwemmungen, Erdrutsche und Gebäudeschäden sowie zahlreiche Probleme im Haupt- und Nebenstraßennetz prägen die Lage.
Nach weiteren nächtlichen Evakuierungen in mehreren Gemeinden der Provinzen Cádiz, Granada, Córdoba, Jaén, Málaga und Sevilla sind inzwischen fast 4.000 Menschen aus ihren Häusern in Sicherheit gebracht worden. Das teilte die andalusische Landesregierung mit.
In der Provinz Granada kam es zu Evakuierungen in Dúdar mit 120 Betroffenen, in Cenes de la Vega mit zehn sowie in Órgiva mit sieben Personen.
Dort sind zudem rund 270 Einwohner wegen unpassierbarer Zufahrtsstraßen von der Außenwelt abgeschnitten. Einsatzkräfte von Zivilschutz, Lokalpolizei und Gemeinde arbeiten unter Leitung des Bürgermeisters an der Bewältigung der Lage.
In Córdoba wurden unter anderem im Stadtgebiet Guadalvalle etwa 60 Menschen evakuiert und in einer Notunterkunft untergebracht. Weitere Räumungen betrafen mehrere Orte der Provinz, darunter Puente Genil, Baena, Villafranca de Córdoba, Lucena, Carcabuey und Villa del Río. Insgesamt waren dort mehrere Hundert Personen betroffen.
In Arcos de la Frontera in der Provinz Cádiz wurde vorsorglich ein Seniorenheim mit 142 Bewohnern geräumt, ebenso angrenzende Wohnbereiche nahe des Stausees El Santiscal. In Sevilla kam es zu Evakuierungen in Écija, in Jaén in Andújar.
In der Provinz Málaga wurden in Cuevas del Becerro vier Personen aus zwei Häusern evakuiert, sie kamen bei Angehörigen oder in Hotels unter.
Während der Nacht und in den frühen Morgenstunden bearbeitete der Notruf 112 landesweit fast 200 wetterbedingte Einsätze.
Seit Beginn des Sturmtiefs am Montag summiert sich die Zahl der Vorfälle in Andalusien auf mehr als 3.200, seit der Abfolge mehrerer Stürme Ende Januar sogar auf über 7.400.
Vermisste Frau in Sayalonga in der Axarquía
In Sayalonga in der Axarquía (Málaga) läuft weiterhin die Suche nach einer Frau, die in einen Fluss gestürzt ist.
In Granada kam es zu Mauereinstürzen und Schäden an den sogenannten Höhlenhäusern, in mehreren Gemeinden zu Überflutungen und Hangrutschen.
Auch die Verkehrsinfrastruktur ist stark beeinträchtigt. Nach Angaben der Verkehrsbehörde sind 87 Straßen in Andalusien gesperrt, überwiegend wegen Überschwemmungen. Besonders betroffen sind Cádiz, Córdoba und Sevilla.
Heftige Winde an der Costa del Sol
Die Einsatzleitung hält mehr als 1.200 Kräfte in ganz Andalusien im Einsatz, darunter Feuerwehr, Zivilschutz, Guardia Civil, Infoca-Einheiten und die Militärische Notfalleinheit UME. Schwerpunkte liegen in der Beseitigung umgestürzter Bäume, der Sicherung von Straßen sowie der Überwachung von Flüssen und Stauseen.
In weiteren Regionen gelten gelbe Warnungen wegen Regens, Windes und hohen Wellengangs. Die andalusische Notfallagentur EMA mahnt zur Vorsicht, rät von unnötigen Fahrten ab und warnt ausdrücklich davor, überflutete Bereiche zu betreten oder zu durchqueren.
Besonders an der Küste der Provinz Málaga und an der Costa del Sol wird empfohlen, Strandpromenaden und exponierte Küstenabschnitte zu meiden.
Quelle: Junta de Andalucía




















































