Preise Spanien 2026
Spaniens Wirtschaft wird auch 2026 weiter wachsen, allerdings mit geringerem Tempo. Die Zentralbank Banco de España rechnet laut einem Bericht der spanischen Tageszeitung El Mundo mit einem Plus von 2,2 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt, nach 2,9 Prozent im Jahr 2025.
Ursache sind eine nachlassende Konjunktur in Europa, aber auch strukturelle Faktoren. Stabil bleiben dagegen Zuwanderung, Investitionen aus dem europäischen Aufbauprogramm Next Generation EU und der private Konsum, die das Wachstum stützen.
Die Inflation soll sich 2026 zwischen 2,0 und 2,4 Prozent bewegen – also moderat, aber weiterhin spürbar.
Lebensmittelpreise in Spanien
Der tägliche Einkauf bleibt teuer. Besonders bei Grundnahrungsmitteln wie Eiern, Rindfleisch, Kaffee, Schokolade, Obst, Nüssen, Tiefkühlfisch, Butter und Vollmilch gab es zuletzt deutliche Preisanstiege. Ursachen sind Tierkrankheiten wie Vogelgrippe und Schweinepest sowie ungünstige Wetterlagen.
Für 2026 erwarten Experten keine spürbare Entlastung. Eine Ausnahme könnte Schweinefleisch bilden: Durch chinesische Importzölle auf europäische Produkte und geringere Exporte könnten Preise bei Serrano-Schinken und verwandten Erzeugnissen sinken.
Energiepreise in Spanien
Stromkunden müssen in Spanien mit höheren Gebühren rechnen. Die Netz- und Systemkosten steigen leicht, gleichzeitig sinken laut Marktprognosen die Großhandelspreise.
Damit könnten die Stromrechnungen je nach Anbieter stabil bleiben oder um wenige Euro pro Monat steigen. Für einkommensschwache Haushalte bleibt der Sozialtarif mit Preisnachlässen bestehen. Auch beim Gas sind die Entwicklungen gemischt.
Die Großhandelspreise dürften niedrig bleiben, doch höhere Netzentgelte könnten die Haushalte mit etwa 15 Euro im Jahr zusätzlich belasten. Hinzu kommt die geplante Angleichung der Dieselsteuer an Benzin, die 2026 zu einem Aufschlag von sieben bis zehn Cent pro Liter führen dürfte.
Kommunale Gebühren in Spanien
In vielen Städten werden Wasser- und Abfallgebühren angehoben. In Barcelona ist eine Steigerung von rund drei Prozent vorgesehen, im Umland teils bis zu sechs Prozent. Madrid plant moderate jährliche Anhebungen bis 2030.
Bei der Müllabfuhr greifen neue kostendeckende Tarife; in Madrid liegen sie zwischen 141 und 143 Euro jährlich, auf den Kanarischen Inseln teils deutlich höher.
Telekommunikationspreise in Spanien
Zum Jahresbeginn erhöhen alle großen Anbieter ihre Tarife. Vodafone verlangt im Durchschnitt 2,5 Euro mehr im Monat, Movistar rund drei Euro, Orange etwas weniger. Nur Digi verzichtet bislang auf eine Anpassung.
Die Unternehmen verweisen auf höhere Kosten für Datenvolumen, Streamingrechte und Infrastruktur.
Preise im Verkehr in Spanien
Reisende müssen sich ebenfalls auf steigende Preise einstellen. Der Flughafenbetreiber Aena hebt ab dem 1. März die Gebühren um 6,5 Prozent an – was Flugtickets indirekt verteuern dürfte.
Im öffentlichen Nahverkehr bleiben viele Preisnachlässe aus 2025 bestehen: Kinder bis 14 Jahre fahren auf Staatsbuslinien weiter kostenlos, Monatsabos werden je nach Altersgruppe um bis zu 70 Prozent rabattiert.
Neu ist ein bundesweiter Monatspass für 60 Euro, der Regionalbusse sowie Nah- und Mittelstreckenzüge umfasst. Ergänzend ist ein sogenanntes „Spanien-Ticket Light“ geplant.
Wohnungspreise in Spanien
Die Mieten steigen weiter. Laut Portalen wie Fotocasa und pisos.com ist mit einem Plus zwischen sechs und sieben Prozent zu rechnen.
Hinzu kommt, dass rund 630.000 Mietverträge aus dem Jahr 2020 im kommenden Jahr neu berechnet werden und sich damit teils deutlich verteuern. Auch die Kaufpreise ziehen leicht an – Schätzungen liegen zwischen drei und zehn Prozent.
Steuerliche Abzugsmöglichkeiten für energetische Gebäudesanierungen bleiben bestehen. Neue Hypotheken verteuern sich weiter und dürften sich 2026 der Drei-Prozent-Marke nähern.
Einkommen und Abgaben in Spanien
Rentner erhalten 2026 2,7 Prozent mehr, Mindestrenten steigen um über sieben Prozent, und die staatliche Grundsicherung (IMV) wächst um 11,4 Prozent.
Beamte und Beschäftigte im öffentlichen Dienst bekommen 2026 ein Plus von 1,5 Prozent, das sich bei höherer Inflation auf bis zu zwei Prozent erhöhen kann. Der Mindestlohn soll um gut drei Prozent auf 1.220,70 Euro steigen.
Arbeitnehmer und Unternehmen zahlen künftig höhere Sozialbeiträge. Die Beitragsbemessungsgrenze wird um 3,9 Prozent angehoben, und der Zusatzbeitrag zur Rentenkasse steigt um 0,9 Punkte. Für Selbständige gelten weiter die bisherigen Tabellen, allerdings ebenfalls mit leicht höheren Abgaben.
Steuern und Versicherungen in Spanien
Neue Steuererhöhungen sind nicht geplant, doch weil die Einkommensteuertarife nicht an die Inflation angepasst werden, steigt die reale Steuerlast vieler Haushalte. Elektronische Überweisungen bleiben gebührenfrei.
Private Krankenversicherungen werden laut Schätzungen um bis zu zehn Prozent teurer.
Das Fazit: Auch 2026 wird in Spanien vieles teurer – vor allem Strom, Mieten, Telekommunikation und kommunale Gebühren. Zwar steigen Löhne und Renten leicht, und es gibt Entlastungen im Nahverkehr, doch die Kostenbasis bleibt hoch.
Quellen: El Mundo, El Economista























































