Therapiehunde in Andalusien
In den Gerichtsgebäuden von Huelva sind seit Kurzem vier ungewöhnliche Helfer im Einsatz: Cami, Canela, Rai und Lina, eigens ausgebildete Therapiehunde, die als emotionale Unterstützung für besonders schutzbedürftige Personen dienen.
Sie sind Teil eines Pilotprojekts der Junta de Andalucía, das die Justiz menschlicher und zugänglicher machen soll.
Die Tiere begleiten Kinder, Opfer häuslicher Gewalt oder Menschen mit geistiger Behinderung, wenn sie vor Gericht aussagen oder an Verhandlungen teilnehmen müssen.
Ihre Anwesenheit soll Stress und Angst lindern – und tatsächlich berichten Psychologen und Justizmitarbeiter bereits von spürbaren Erfolgen.

Seit Oktober begleiten die Vierbeiner regelmäßig Betroffene: Cami, ein belgischer Schäferhund, hat bereits zwei Minderjährige und eine Frau nach Gewalterfahrungen unterstützt, während Lina, eine ruhige Yorkshire-Hündin, einem Mann mit geistiger Behinderung half, der stark aufgeregt im Gericht erschien.
„Allein das Wissen, dass Cami da ist, hilft der Betroffenen, mit weniger Angst zu kommen“, erklärt Lola Martínez, die auf tiergestützte Therapie spezialisiert ist. „Die Hunde schaffen Vertrauen, sie lassen sich streicheln, spielen – und das verändert die gesamte Atmosphäre im Gerichtssaal.“
Das Projekt ist Teil des Plans zur Humanisierung der Justiz der andalusischen Landesregierung. Es ergänzt andere Initiativen, etwa barrierefreie Gebäude und verständliche Gerichtssprache.
Mehrere Richter loben das Hundeteam: In Situationen, in denen Zeugen oder Opfer stark verunsichert wirken, könne die Anwesenheit der Tiere entscheidend helfen, Aussagen ruhiger und klarer zu machen.
Tiergestützte Justizprojekte existieren bereits in Ländern wie Belgien, Frankreich und Italien, wo das von der EU geförderte Programm FYDO positive Erfahrungen gebracht hat.
Quelle: Junta de Andalucía






















































