In diesem andalusischen Dorf wohnen 72 Nationalitäten

Auch Chris Stewart, der erste Schlagzeuger der britischen Rockband Genesis, wohnt in dem kleinen Dorf in der Provinz Granada

Multikulturelles Dorf Órgiva in Andalusien
Órgiva liegt mitten in den Alpujarras, umgeben von Bergen und Wäldern.

Multikulturelles Dorf Órgiva in den Alpujarras

In der Kleinstadt Órgiva in den Alpujarras von Granada leben Menschen aus 72 verschiedenen Ländern – und genau diese Vielfalt ist für die Gemeinde zu einem entscheidenden Faktor im Kampf gegen die Landflucht geworden.

Laut dem Rathaus von Órgiva stammt rund ein Drittel der Einwohner aus dem Ausland, ein weiteres Drittel aus anderen Regionen Spaniens, während 35 Prozent in Órgiva geboren wurden.

Von den 2.311 ausländischen Bewohnern kommen die meisten aus Großbritannien (754), gefolgt von Deutschland (253), den Niederlanden (171), Rumänien (153), Marokko (138), Frankreich (124) und Italien (108).

Weitere Zuzügler stammen aus Belgien, den USA, der Schweiz, Gambia, Malaysia, Sri Lanka oder Sierra Leone.

Das internationale Flair von Órgiva hat die Gemeinde in den letzten Jahrzehnten zu einem besonderen Anziehungspunkt gemacht – auch für prominente Aussteiger.

Einer von ihnen ist Chris Stewart, der erste Schlagzeuger der britischen Rockband Genesis. Der Musiker zog sich schon in den 1980er-Jahren in ein Cortijo oberhalb des Dorfes zurück und beschrieb in seinem Buch „Entre limones“ den Weg vom Tourleben zum bäuerlichen Alltag in Andalusien.

Kulturelle Mischung

Bürgermeister Raúl Orellana betont die Bedeutung dieser kulturellen Mischung: „Sie ist ein wesentlicher Motor – sozial, wirtschaftlich und kulturell. Für eine Gemeinde unserer Größe ist das eine außergewöhnliche Vielfalt, die unser tägliches Leben bereichert.“

Menschen aus aller Welt lebten hier „in völlig normaler Gemeinschaft“, so Orellana weiter. „Sprachen, Bräuche, Küchen und Lebensweisen teilen sich denselben Raum – und das macht uns als Gemeinde und als Menschen reicher.“

Gerade in Regionen, die mit Abwanderung und Überalterung kämpfen, spiele Zuwanderung eine zentrale Rolle, so der Bürgermeister. „Sie hilft, die Bevölkerungszahl stabil zu halten oder sogar zu steigern, die Altersstruktur zu verjüngen und lokale Dienstleistungen aufrechtzuerhalten.“

Die Gemeinde wolle weiterhin Räume der Begegnung und interkulturellen Teilhabe fördern – mit dem Ziel, Órgiva als offenes, attraktives und vielfältiges Dorf zu präsentieren.

Quellen: Ideal de Granada, National Geographic Viajes

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