Auswandern nach Spanien mit Tieren
Das Auswandern an sich bringt bereits allerlei Vorbereitungsstress mit sich. Wenn dann noch Tiere mitkommen, kann man schnell den Überblick verlieren.
Damit das nicht passiert, hier kurz und knackig alle Tipps und Tricks zum Umzug nach Spanien mit Katze und Kegel.
Die guten Nachrichten vorab: Es gibt (außer für eventuell streng geschützte Reptilienarten) keine Quarantäne, wenn Sie sich an diese EU-weit geltenden Vorschriften halten.
Welche Papiere, wann impfen und wo ist eigentlich der Chip?
Ob Fellnase, Huf- oder Schuppentier – eines ist für alle gleich: Ohne Papiere geht nichts. Für Hunde, Katzen und Frettchen ist der blaue EU-Heimtierausweis Pflicht; Pferde brauchen den Equidenpass und auch – oder besser gesagt – gerade Reptilien brauchen alle nötigen Dokumente, denn viele Schlangen-, Schildkröten- oder Echsen-Arten sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) streng geschützt.
Sie müssen daher den legalen Erwerb der Tiere beweisen können (Zuchtnachweis, Kaufbeleg o.ä.) und oft spezielle Genehmigungen für Transport und Einfuhr erlangen. Informieren Sie sich rechtzeitig beim Veterinäramt.
Für Hund, Katze & Co. gilt: Alle regulären Impfungen müssen auf dem aktuellen Stand sein, insbesondere die Tollwutimpfung. Diese muss mindestens 21 Tage vor der Reise verabreicht worden sein. Da Tiere erst ab der 12. Lebenswoche gegen Tollwut geimpft werden dürfen, können sie dementsprechend erst ab der 15. Lebenswoche verreisen.
Tipp: Einmal beim Tierarzt, lassen Sie auch gleich den Mikrochip checken. Aus verschiedenen Gründen kann dieser manchmal nicht mehr auslesbar sein – ärgerlich, sollte das an der Grenze passieren.
Pferd und Reptil: TRACES-pflichtige Transporte
Der Transport von Pferden und Reptilien muss über das sogenannte TRACES-System (Trade Control and Expert System) registriert werden. Dieses digitale Überwachungssystem überwacht den Handel mit Tieren in der EU.
Sie müssen dafür rechtzeitig dem Veterinäramt im Heimatort alle Papiere und die TRACES-Anmeldung zukommen lassen. Zusätzlich muss der Amtsveterinär 24-48 Stunden vor Abreise einen Gesundheitscheck durchführen.
Pferde dürfen übrigens nur von Fahrern mit entsprechender Transportbescheinigung dementsprechend lange Strecken transportiert werden und müssen alle acht Stunden abgeladen werden, um sich ausruhen zu können.
Viele Transportunternehmen sind auf die Strecke Deutschland – Spanien spezialisiert.

Ein Traum: Die Pferde auf dem eigenen Land
Wer die Pferde auf der eigenen Finca halten möchte, muss sich vorab beim Veterinäramt im neuen Heimatort im Register für landwirtschaftliche Betriebe anmelden (REGA – Registro General de Explotaciones Ganaderas).
Das ist relativ viel Papierkram, aber der Blick aus dem Küchenfenster auf die eigenen Pferde macht es allemal wett.
Unterwegs: So komfortabel wie möglich
Wenn es dann endlich los geht, denken Sie an sichere Transportmittel für alle Haustiere (Anschnallvorrichtung, spezielle Transportboxen, gute Belüftung etc.), an die sich Ihre Lieblinge in sicherer Umgebung zuhause bereits Wochen vor Abreise gewöhnen dürfen.
Ob Flugzeug oder Auto: Der Tierarzt kann unter Umständen mit eventuellen beruhigenden Mittelchen helfen, um die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten.
Regelmäßige Pausen verstehen sich von selbst. Für eventuelle Kontrollen an den Grenzen halten Sie alle Tierpässe und evtl. Dokumente bereit.
Endlich angekommen: Zwischen Hitzeschlag, Sonnenbaden und Pferden im Garten
Nicht zu unterschätzen, ist der Klimaunterschied, gerade wenn Sie im Frühjahr oder Sommer kommen. „Deutsche“ Haustiere sind speziell Anfang des Jahres noch im molligen Winterfell und kommen mit dem Unterschied der Temperatur nur langsam klar.
Sorgen Sie für schattige Plätze, viel Trinken und seien Sie nicht enttäuscht, wenn ihr Liebling anfangs eher erschöpft als euphorisch im neuen Heim ankommt.
Für Reptilien scheint das Klima erst mal wesentlich idealer, aber auch hier müssen die Tiere vorsichtig umgewöhnt werden. Behalten Sie Parameter wie Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung im Terrarium möglichst bei und minimieren Sie den Stress für die empfindlichen Tiere.
Nicht zu vergessen: Seit 2023 ist eine Haftpflichtversicherung für Heimtiere in Spanien – wie der Name schon sagt – Pflicht. Außerdem müssen alle Tiere in der neuen Gemeinde angemeldet werden.
Wer sich an diesen Regeln orientiert, kann Gassigehen bei Regen und Dunkelheit oder Ausmisten im Matsch bald sorglos hinter sich lassen und sich über über sonnenbadende Heimtiere freuen.
Das Wichtigste im Überblick
- ggf. Haftpflichtversicherung
- Vorsicht vor Hitzeschlag
Hunde, Katze und Frettchen:
- blauer EU-Heimtierausweis
- Impfungen aktuell?
Pferde:
- TRACES-Anmeldung und Gesundheitscheck vor Transport
- REGA-Anmeldung falls auf eigenem Land
- Transport nur mit speziellen Transportunternehmen
Reptilien:
- CITES-Anmeldung wenn streng geschützt
- TRACES-Anmeldung und ggf. Gesundheitscheck vor Transport





















































