Flüge nach Spanien im Sommer 2026
Der spanische Luftverkehr geht optimistisch in den Sommer, aber mit Vorsicht. So fasste Javier Gándara, Präsident des spanischen Airline-Verbands ALA, die Lage am Dienstag zusammen.
Für die aktuelle Sommersaison von April bis Oktober haben Airlines fast 260 Millionen Sitze auf Flügen nach oder von Spanien eingeplant – 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bereits die Wintersaison lief stark: 140 Millionen Passagiere wurden befördert, ein Plus von 3,7 Prozent.
Besonders stark wächst die Kapazität in Andalusien. Der wichtigste Flughafen Málaga-Costa del Sol steuert auf einen Rekordsommer zu. Die Airlines haben hier ihre Kapazität für die Sommersaison um 8,6 Prozent auf 22,4 Millionen Sitze erhöht.
Der Flughafen Alicante legt sogar um 14,1 Prozent zu, Madrid-Barajas um 8 Prozent, Barcelona-El Prat um 7,6 Prozent, die Balearen um 2,6 Prozent.
Einzige Ausnahme sind die Kanarischen Inseln, wo die Kapazität um 2,5 Prozent gesunken ist – nach starkem Wachstum im Vorjahr.
Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs hat sich der Kerosinpreis in etwa verdoppelt: von 700 Dollar pro Tonne auf rund 1.400 bis 1.500 Dollar. Kerosin macht fast 30 Prozent der Betriebskosten einer Airline aus.
80 Prozent des Kerosins stammt aus Raffinerien in Spanien
Spanien ist in dieser Krise vergleichsweise gut aufgestellt. Mehr als 80 Prozent des an inländischen Flughäfen verbrauchten Kerosins stammen laut ALA aus Raffinerien im eigenen Land, nur rund 11 Prozent des Öls kommt aus den Golfstaaten.
Zudem haben die großen Fluggesellschaften Absicherungsverträge, sogenanntes Hedging, die sie kurzfristig vor starken Preisanstiegen schützen. Zwischen 70 und 80 Prozent des kurzfristigen Kerosinbedarfs sind zu Vorkriegspreisen gesichert.
Großflächige Streichungen erwartet Gándara nicht; nur 1,5 Prozent der Flüge seien mit Zielen im Nahen Osten verknüpft. Dennoch warnt er vor steigenden Ticketpreisen: Wer seinen Sommerflug noch nicht gebucht hat, sollte das so bald wie möglich tun. Sobald die Absicherungsverträge auslaufen, könnten die Preise spürbar steigen.
Touristen weichen auf Spanien als sicheres Reiseziel aus
Spanien könnte sogar von der geopolitischen Lage profitieren. Touristen aus Märkten, die näher am Konfliktgebiet liegen, weichen auf Spanien als sicheres Reiseziel aus.
Langfristig setzt ALA auf nachhaltige Flugkraftstoffe, sogenannte SAF. Diese kosten derzeit noch drei- bis viermal mehr als konventionelles Kerosin, gelten aber als Schlüssel zur Unabhängigkeit von Ölimporten. Gándara sieht Spanien in einer strategischen Position, die SAF-Produktion in Europa anzuführen – vorausgesetzt, Politik und Wirtschaft ziehen gemeinsam an einem Strang.
Bislang ist der Luftverkehr in Spanien in diesem Jahr um 3,2 Prozent gewachsen, mit 65,6 Millionen Passagieren in den ersten Monaten. Die Branche setzt darauf, dass das Land seine Rolle als bevorzugtes Reiseziel in einem unsicheren Sommer weiter ausbaut.
Europaweit ist die Lage ernster. IATA-Generaldirektor Willie Walsh warnte, gegen Ende Mai könnten in Europa erste Flüge wegen fehlenden Kerosinvorräten gestrichen werden – in Teilen Asiens passiere das bereits.
Auch die deutsche Lufthansa hat Aufgrund des Aus ihrer Regionaltocher Cityline angekündigt, 20.000 Kurzstreckenflüge zu streichen.
Quellen: Diario SUR, Hosteltur, ALA























































