Über 300 Einsätze in Andalusien nach Starkregen – Marbella am stärksten betroffen, Costa del Sol unter Wasser

Rote Warnstufe aufgehoben, aber zahlreiche Schäden in mehreren Gemeinden an der Costa del Sol. A-397 zwischen Ronda und San Pedro Alcántara teilweise gesperrt.

Unwetter Andalusien
Straße bei Estepona. Foto: CBP Málaga

Unwetter in Andalusien

Der Ausnahmezustand an der Costa del Sol hat sich in der Nacht auf Sonntag nur allmählich entspannt.

Nach stundenlangen Starkregenfällen und heftigen Windböen hob die spanische Wetteragentur Aemet am frühen Sonntagmorgen die höchste Unwetterwarnstufe rot wieder auf.

Unwetter in Andalusien
Am Samstag wurde der ES-Alert an Mobiltelefone verschickt.

Zuvor war die Bevölkerung in 27 Gemeinden der westlichen Costa del Sol, des Guadalhorce-Tals und der Stadt Málaga per SMS über das ES-Alert-System gewarnt worden – begleitet von einem lauten Warnton und einem Hinweis der Zivilschutzbehörden auf „extreme Gefahr“.

Der Regen, der bereits am Samstagmittag eingesetzt hatte, breitete sich rasch von Westen nach Osten über die Provinz aus und hinterließ vielerorts überschwemmte Straßen, umgestürzte Bäume und Hangrutsche.

Besonders betroffen waren Marbella, Cártama und Benahavís, wo innerhalb weniger Stunden mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen wurden.

Hangrutsch in Benahavís, Hochwasser in Cártama

Der Starkregen führte in Benahavís zu einem Hangrutsch, der gemeinsam mit Hagelschlag die A-397 zwischen Ronda und San Pedro Alcántara in beiden Richtungen zwischen Kilometer 13 und 31 für knapp eine Stunde blockierte.

Auch der Nahverkehr war beeinträchtigt: Zwischen Los Prados und Benalmádena blieben in der Nacht fünf Nahverkehrszüge wegen überfluteter Gleise liegen. Straßen mussten vorübergehend gesperrt werden, sind aber nach Angaben der Behörden inzwischen wieder befahrbar.

In Tolox stürzte ein Teil der Brücke über den Río de los Caballos ein, während auf der MA-5401 bei Casarabonela ein umgestürzter Pinienbaum die Fahrbahn versperrte.

Auch in Cártama stand die Straße A-7057 zwischen Maqueda und Estación de Cártama unter Wasser, dort stieg zudem der Pegel des Guadalhorce-Flusses bedrohlich an.

Nach Angaben des Notrufdienstes 112 Andalucía wurden in der Provinz Málaga bis Samstagabend 304 witterungsbedingte Notrufe bearbeitet. In ganz Andalusien waren es 340 Einsätze.

Unwetter in Andalusien
Einsatz in Marbella. Foto: Junta de Andalucía.

Marbella verzeichnete die meisten Einsätze, gefolgt von Alhaurín de la Torre, Antequera, Benahavís, Casares, Estepona, Fuengirola, Igualeja, Iznate, Málaga, Manilva, Mijas, Rincón de la Victoria, Ronda, Torremolinos und Vélez-Málaga.

Meist handelte es sich um herabgestürzte Objekte – Zäune, Verkehrsschilder, Lampen, Weihnachtsbeleuchtung, Markisen und Fassadenteile – sowie um vollgelaufene Garagen und Keller.

Wegen der extremen Niederschläge und Sturmwarnungen aktivierten zahlreiche Gemeinden ihre lokalen Katastrophenschutzpläne (PTEL), darunter Estepona, Marbella, Málaga-Stadt, Rincón de la Victoria, Fuengirola, Torremolinos, Benalmádena, Alhaurín de la Torre, Alhaurín el Grande, Coín, Cártama, Mijas, Antequera, Genalguacil, Campillos, Teba, Alozaina und Yunquera.

Die andalusische Landesregierung (Junta de Andalucía) setzte außerdem den Hochwasser-Notfallplan (PERI) von der Voralarmstufe auf die Alarmphase 1 herauf, wie Antonio Sanz, Beauftragter der Präsidentschaft für Inneres, mitteilte.

Luftverkehr betroffen

Auch der Luftverkehr war stark betroffen: Mehr als 20 Flüge nach Málaga mussten umgeleitet werden, überwiegend nach Sevilla, Almería und Granada, zwei nach Alicante und einer nach Madrid.

Zudem fielen in der Stadt Málaga die geplanten Lichtershows in der Calle Larios und an der Kathedrale aus; auch die Veranstaltung „Alice Christmas“ im Botanischen Garten La Concepción wurde vorsorglich abgesagt.

Die Notfallbehörden raten weiterhin zur Vorsicht: Autofahrer sollen Fahrten nur antreten, wenn sie unvermeidlich sind, sich über Straßenbedingungen informieren und auf Anweisungen der Polizei achten.

Überflutete Fahrbahnen dürfen nicht durchquert werden; bei Wasser im Fahrzeug ist dieses umgehend zu verlassen. Auch das Parken oder Campen in Flussnähe wird ausdrücklich untersagt.

Im Notfall steht der kostenfreie Notruf 112 Andalucía rund um die Uhr zur Verfügung.

Quellen: Junta de Andalucía, Diario SUR, Málaga HOY, Cadena SER

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