Immer mehr Ladenlokale werden in Málaga zu Wohnungen umgewandelt

Hohe Immobilienpreise und schwacher Einzelhandel treiben Trend in der Stadt voran

Ladenlokale zu Wohnungen in Málaga
Ein ehemaliges Restaurant in Málagas Stadtteil El Palo wird in Mini-Appartments umgewandelt. Foto: sas

Wohnungen in Málaga

In Málaga werden im Schnitt mehr als fünf Ladenlokale pro Woche in Wohnungen umgewandelt. Wie aus Daten der Stadt hervorgeht, wurden im Jahr 2025 insgesamt 274 Nutzungsänderungen genehmigt, um ehemalige Geschäftsräume in Wohnraum zu verwandeln.

Hintergrund ist nach Angaben der spanischen Tageszeitung Málaga HOY eine Kombination aus stark gestiegenen Immobilienpreisen und einem angeschlagenen Einzelhandel, der unter der Konkurrenz großer Einkaufszentren und des Online-Handels leidet.

Während zahlreiche Geschäftslokale leer stehen, wächst zugleich die Zahl der Menschen, die eine Wohnung suchen. Die Umwandlung von Erdgeschosslokalen in Wohnraum gilt daher zunehmend als Alternative – entweder zur Eigennutzung oder als Investition.

In den vergangenen drei Jahren wurden in Málaga rund 800 ehemalige Geschäftsimmobilien in Wohnraum umgewandelt.

Höhere Rendite als Anreiz

Ein wesentlicher Anreiz für Eigentümer ist die höhere Rendite. Laut einem Bericht des spanischen Immobilienportals Idealista liegt die Rentabilität nach einer Umwidmung in Wohnraum oder Beherbergung um 86 Prozent höher als bei einer gewerblichen Nutzung und um 80 Prozent über der Vermietung als Bürofläche.

Zwei von Málaga HOY befragte Investoren berichteten, sie hätten ein Ladenlokal im Stadtteil Nueva Málaga für 60.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer erworben, in Apartments aufgeteilt und diese für 106.000 bis 110.000 Euro verkauft.

Zusätzlichen Auftrieb erhielt die Entwicklung durch die bis zum Inkrafttreten einer Moratoriumsregelung bestehende Möglichkeit, umgewandelte Erdgeschosslokale als Ferienwohnungen zu registrieren.

Da dafür ein eigener Eingang und separate Versorgungsanschlüsse erforderlich waren, galten viele Ladenlokale als besonders geeignet. Inzwischen gilt in Málaga jedoch eine Sperre für die Neuregistrierung weiterer Ferienwohnungen.

Kritik von Oppositionspartei

Die Oppositionsgruppe Con Málaga im Stadtrat von Málaga warnt unterdessen vor dem Trend  der Umwandlung von Geschäftslokalen in sogenannte Substandardwohnungen und Ferienapartments. Die Sprecherin der Partei, Toni Morillas, wirft der Stadtverwaltung eine „absolute Nachlässigkeit“ vor.

Sie fordert, die Mindestgröße für als würdig anerkannten Wohnraum auf 45 Quadratmeter anzuheben. In vielen Fällen würden ehemalige Geschäftslokale vermietet, die nicht einmal die gesetzlichen Anforderungen erfüllten, um als angemessener Wohnraum zu gelten.

Quellen: Málaga HOY, El Idealista, Cadena SER

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