Ryanair droht Spanien erneut mit Kürzungen für 2026
Ryanair hat die spanische Regierung erneut unter Druck gesetzt: Sollte Madrid die geplante Erhöhung der Flughafengebühren um 21 Prozent plus Inflationsausgleich nicht verhindern, werde die irische Airline weitere Verbindungen in Spanien streichen.
Das erklärte das Unternehmen am Montag mit Blick auf den neuen Regulierungsrahmen des staatlichen Flughafenbetreibers Aena, der für den Zeitraum 2027 bis 2031 vorgesehen ist.
Ryanair-Chef Eddie Wilson machte dabei deutlich, dass der Ball bei der Regierung liegt. Sie hält 51 Prozent der Anteile an Aena und kassiert in diesem Jahr 834 Millionen Euro aus einer Rekorddividende von 1,65 Milliarden Euro.
„Die spanische Regierung vernachlässigt das regionale Spanien. Es ist außergewöhnlich, dass Dividenden Vorrang haben und Geld aus spanischen Flughäfen ins Ausland fließt, während Regionen Routen, Touristen und Arbeitsplätze verlieren“, sagte Wilson.
Kürzungen an Regionalflughäfen
Seit dem Sommer 2024 hat Ryanair nach eigenen Angaben drei Millionen Sitzplätze an spanischen Regionalflughäfen gestrichen. Betroffen sind unter anderem vollständige Betriebseinstellungen in Asturien, Valladolid, Jerez, Teneriffa Nord und Vigo sowie drastische Kapazitätskürzungen in Santiago de Compostela (minus 79 Prozent), Saragossa (minus 45 Prozent) und Santander (minus 41 Prozent).
Für den Sommer 2026 sind bereits 1,2 Millionen Sitze weniger im regionalen Spanien-Netz der Airline eingeplant als im Vorjahr. Großflughäfen wie Málaga, Madrid und Barcelona sind von den Kürzungen nicht betroffen.
Als weiteren Kritikpunkt nennt Ryanair die Auslandsinvestitionen Aenas: Allein im vergangenen Jahr investierte der Betreiber 800 Millionen Euro außerhalb Spaniens, davon 483 Millionen in brasilianische Flughäfen und 309 Millionen in britische Infrastruktur.
Wilson sieht darin einen Widerspruch zur offiziellen Politik der „ausgewogenen Regionalentwicklung“. In den vergangenen vier Jahren habe Aena insgesamt fast fünf Milliarden Euro an die Regierung ausgeschüttet. Diese budgetäre Abhängigkeit, so Ryanair, mache es der Regierung schwer, auf die geplante Gebührenerhöhung zu verzichten.
Die Gewinnmarge von Aena beziffert Ryanair auf 60 Prozent. Das sei „übermäßig“ und gehe auf Kosten lokaler Wirtschaft sowie regionaler Konnektivität, während spanische Regionalflughäfen zu rund 70 Prozent unter ihrer Kapazität betrieben würden.
Wilson betonte, Ryanair wäre bei wettbewerbsfähigen Gebühren bereit, seine Aktivitäten in Spanien um 40 Prozent auszubauen: 33 zusätzliche Flugzeuge, fünf neue Regionalbases und ein Passagiervolumen von 77 Millionen bis 2031. Unter den aktuellen Bedingungen sei dieses Wachstum jedoch ausgeschlossen.
Der Konflikt zwischen Ryanair und der spanischen Regierung schwelt seit Jahren. Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete die Warnungen der Airline als „Erpressung“ und warf Ryanair-Chef Michael O’Leary vor, Regionalflughäfen als Druckmittel zu benutzen. E
in weiterer Streitpunkt ist ein Bußgeld gegen Ryanair wegen Gepäckgebühren, das das Ministerium für Verbraucherschutz verhängte und das die Airline angefochten hat.
Aena hält dagegen, die spanischen Flughafengebühren gehörten zu den günstigsten in Europa, und verweist darauf, dass andere Fluggesellschaften die von Ryanair aufgegebenen Strecken übernehmen.
Quellen: Diario SUR, Málaga HOY

























































