Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: Teneriffa nimmt Passagiere der MV Hondius auf

Hantavirus Kanaren

Nun steht es fest: Das Expeditionsschiff MV Hondius, auf dem ein Hantavirus-Ausbruch mit drei Toten und neun bestätigten oder verdächtigen Infektionen ausgebrochen ist, steuert die Kanaren an.

Derzeit liegt das Schiff noch vor Anker in Cabo Verde. Alle erkrankten Passagiere wurden bereits per Ambulanzflugzeug evakuiert, an Bord befinden sich nur noch symptomfreie Personen.

Das 107,6 Meter lange Schiff des niederländischen Expeditionsveranstalters Oceanwide Expeditions war von Argentinien über Südafrika unterwegs. Von den rund 150 Personen aus 23 Ländern an Bord sind 14 spanische Staatsangehörige.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO bat Spanien offiziell um Aufnahme des Schiffes, weil Cabo Verde die notwendigen Kapazitäten für eine vollständige Lagebeurteilung fehlen. Spanien nahm die Anfrage an – aus humanitären Gründen und aufgrund internationaler Verpflichtungen.

Im Hafen von Granadilla de Abona auf Teneriffa ist die Ankunft für Sonntag geplant, die Evakuierung der Passagiere für Montag. Im Universitätskrankenhaus Nuestra Señora de Candelaria wurde bereits eine Hochsicherheits-Isolierstation aktiviert.

Die 14 spanischen Staatsbürger werden nach der Untersuchung im Hafen per Militärmaschine ins Madrider Militärkrankenhaus Gómez Ulla gebracht, wo sie unter Quarantäne stehen.

Alle übrigen Passagiere ohne Symptome werden direkt in ihre Heimatländer repatriiert, ohne Kontakt zur lokalen Bevölkerung. Gesundheitsministerin Mónica García betonte, das Risiko für die Bevölkerung der Kanaren sei weiterhin sehr gering.

Bei dem identifizierten Erreger handelt es sich um das Andin-Hantavirus, eine der wenigen Varianten, bei der Mensch-zu-Mensch-Übertragung dokumentiert ist – laut WHO und ECDC aber nach wie vor extrem selten.

Quellen: La Moncloa, Diario SUR

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