
Highlights der Semana Santa in den nächsten Tagen
Ab Mittwoch, den 1. April nehmen nicht nur die Intensität der Prozessionen, sondern aufgrund der Feiertage am Gründonnerstag und Karfreitag auch die Zahl der Besucher zu.
An diesen Tagen ist in Málagas Innenstadt praktisch kein Durchkommen und es empfiehlt sich eine gute Planung, um nicht im Gewühl steckenzubleiben.
Die in Bars und Geschäften befindlichen Broschüren oder der offizielle Itinerario, der unter diesem Link zu finden ist, helfen dabei, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen.
Die Prozessionen sind auch als eine visuelle Darstellung der Leidensgeschichte Christi zu verstehen. Das erklärt, warum die Prozessionen der ersten Hälfte der Osterwoche noch relativ gefällige Szenen zeigen und farbenfrohe Gewänder zu sehen sind.
In der zweiten Hälfte und vor allem am Donnerstag und Freitag ändert sich das Bild drastisch. Schwarze Kutten und dramatische Darstellungen des Gekreuzigten bestimmen die Repräsentationen.
Das bis dahin noch festlich-fröhliche Ambiente weicht einer andächtigen Stimmung, die nur von ergreifenden Trauermärschen und Gebetslitaneien akustisch untermalt wird.
Auswärtigen Besuchern mutet in diesem Kontext die starke Präsenz von Militäreinheiten, die stark im Gegensatz zu diesen religiösen Darstellungen zu stehen scheint, merkwürdig an.
Dies erklärt sich durch die Verbindung der Bruderschaften zu verschiedenen Berufsgruppen und Institutionen, die dann auch an bei den Prozessionen Präsenz zeigen.
So nimmt am Beginn der Prozession der Cofradía La Paloma, die eine enge Bindung zum Madrider Rathaus besitzt, zumeist der Bürgermeister der Landeshauptstadt teil und die Prozession der Fusionados wird von einer beeindruckenden Gruppe von Fallschirmspringern begleitet, da sie mit dieser Einheit verbündet ist.
Militärischer Aufmarsch für den Cristo de Mena
Eine Militäreinheit sorgt jedoch ganz besonders für Aufsehen: die Legionäre, die am Gründonnerstag den Cristo de Mena begleiten. Diese Einheit der Fremdenlegion eskortiert die Thronfigur strammen Schrittes und bietet eine imposante Kostprobe ihres Umgangs mit Waffen.
Sie zieht Tausende von Schaulustigen an, die sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen wollen. Schon am frühen Morgen versammeln sich zahlreiche Zuschauer am Hafen, wo die Legionäre mit dem Schiff ankommen.
Von dort aus geht es im Sturmschritt quer durch die Innenstadt bis zur Kirche Santo Domingo. Auch hier haben sich viele Malagueños bereits am Morgen einen Platz gesichert, um zu sehen, wie die Legionäre das Kreuz mit der Christusfigur auf dem Vorplatz der Kirche aufrichten.
Die eigentliche Prozession des Cristo de Mena findet am Abend statt. Die Mischung aus religiöser Inbrunst und dem Waffengerassel der Legionäre lässt niemanden kalt. Wenn die strammen Soldaten dann noch ihr Kampflied ‚El novio de la muerte‚ (Bräutigam des Todes) anstimmen, laufen angesichts der aufgestauten Emotionen bei den meisten die ersten Tränen.
Taubenflug, alte Legenden und Rosmarinteppich

Die Legionäre sind zwar eines der aufsehenerregendsten Ereignisse der Semana Santa von Málaga, doch die letzten Tage der Karwoche bieten mit sieben bis acht Prozessionen täglich noch zahlreiche andere Höhepunkte.
Am Mittwoch ist der Beginn der Prozession La Paloma sehenswert, bei der Tauben in die Luft entlassen werden. Waren es früher Hunderte von Vögeln, so haben die neuen Tierschutzgesetze diese Tradition auf einen eher symbolischen Akt reduziert.
Erwähnenswert ist an diesem Tag auch die Prozession von El Rico. Die Bruderschaft hat das Privileg, einem Gefangenen des Provinzgefängnisses die Freiheit zu schenken. Während der Prozession findet auf der Plaza del Obispo der offizielle Begnadigungsakt statt. Danach nimmt der Befreite, der eine schwarze Kutte trägt und eine Kerze in der Hand hält, an der Prozession teil.
Neben den Legionären, die den anderen Prozessionen am Donnerstag die Show stehlen, gibt es noch weitere sehenswerte Umzüge, wie etwa der der Cofradía Cena mit ihrem monumentalen, das Letzte Abendmahl darstellenden Thron, die durch ihre Schlichtheit ergreifende Santa Cruz oder die sagenumwobene Madonna der Cofradía Zamarilla.
Eine enorme Zahl von Anhängern hat die Virgen de la Esperanz, die im Mai des vergangenen Jahres an einer Monumentalprozession in Rom teilgenommen hat. Während ihrer Prozession wird Rosmarin auf die Straße geworfen, dessen Duft sich zu dem des Weihrauchs gesellt.
Szenen des qualvollen Todes zum Ausklang
Am Karfreitag steht der Tod Christis, sei es in Form des ans Kreuz Genagelten oder in den Armen seiner untröstlichen Mutter liegend, im Mittelpunkt aller Prozessionen.
Der Tag zeichnet sich durch eine sakrale Bedächtigkeit aus. Bei einigen Prozessionen, wie etwa beim Vorbeiziehen des liegend aufgebahrten Christi des Santo Sepulcro herrscht absolute Stille.

Bei der nur von Kerzen beleuchteten Prozession der Servitas wird die Totenstille nur durch eine Litanei aus Gebeten unterbrochen. Kurios ist auch der Umzug der Cofradía Santo Traslado, die einen Trupp römischer Legionäre mitführt.
Am Samstag finden in Málaga keine Prozessionen statt. Dies ist eine gute Möglichkeit, eines der zahlreichen Passionsspiele zu besuchen, die in allen Teilen der Provinz stattfinden.
Die Semana Santa von Málaga endet am Ostersonntag mit der Prozession des Resucitado. An diesem farbenfrohen Umzug, der die Wiederauferstehung feiert, nehmen Vertreter aller Bruderschaften Málagas teil.


























































