
Teil 5 – Ein weltoffenes Gewohnheitstier
Ich würde mich wohl als offenen Menschen bezeichnen. Jemand, der viel reist, der es liebt in fremde Welten einzutauchen, der andere Kulturen erleben möchte.
Essen auf thailändischen Straßenmärkten, Wandern durch den Dschungel Borneos, Zelten in Kenia – ich versuche mich fernzuhalten von Trampelpfaden und Komfortzonen.
Und doch scheitere ich kläglich an einem, simplen spanischen Brauch: Abendessen um 22 Uhr herum. Und das nicht als Ausnahme, bei Feierlichkeiten oder mal samstags mit Freunden in der Bar.
Nicht etwa weil der Tag so voll war, dass man keine Zeit gefunden hat. Nein, im puren Alltag.
Nun ist man ja relativ flexibel, wann man sich zu Hause sein Butterbrot schmiert. Bin ich aber in der Stadt, stand ich mehr als einmal vor verschlossenen Restauranttüren und ging hungrig heim.
Ich fürchte, ich offenbare mich nun als deutscheste Deutsche: Ich esse um 18 Uhr. Und ich spreche nicht von Merienda. Mein echtes Abendbrot. Die letzte Mahlzeit des Tages. Ich kann später einfach nicht essen. Dann kann ich nicht schlafen.
Ich werde das wohl für die Zukunft als Maß meiner Einbürgerung nehmen. Wenn ich zu Zeiten esse, wo ich normalerweise ins Bett gegangen wäre, dann ist es offiziell: Ich bin angekommen.
Teil 6 folgt in Kürze…
Lisa Westerhoff ist Journalistin und Biologin und verbindet Schreiben und Tierwelt. Unter anderem hat sie in Auffangstationen in Costa Rica und den Niederlanden gearbeitet.
Ihr langer Traum nach Spanien zu ziehen, wird gerade Realität. Gemeinsam mit ihrem Partner zieht sie nach Katalonien, nahe Tortosa und beginnt ein neues Kapitel mit Katze, Hunden und Pferden.
Verfolgen kann man das Ganze auf dem Instagram-Kanal a.finca.dos























































