Siemens baut neue AVE-Züge für Renfe: 350 km/h und 520 Sitzplätze

Das deutsche Unternehmen liefert 30 Hochgeschwindigkeitszüge an die spanische Bahn Renfe. Die ersten fünf Einheiten sollen innerhalb von 40 Monaten geliefert werden.

Siemens AVE-Züge für Renfe
Fotografik: Renfe

Siemens AVE-Züge für Renfe

Der spanische Bahnbetreiber Renfe hat den deutschern Technologiekonzern Siemens mit dem Bau von 30 neuen Hochgeschwindigkeitszügen des Typs Velaro Novo beauftragt.

Der Auftrag hat ein Volumen von 1,218 Milliarden Euro und umfasst neben den Zügen auch die für ihre Wartung erforderlichen Komponenten. Zusätzlich besteht die Option, zehn weitere Einheiten zu bestellen.

Die neuen Züge sind für Geschwindigkeiten von bis zu 350 Kilometern pro Stunde ausgelegt. Sie sollen mehr Platz, höheren Komfort und einen zuverlässigeren Betrieb ermöglichen. Nach Angaben von Renfe müssen die ersten fünf Einheiten innerhalb von 40 Monaten geliefert werden. Die vollständige Auslieferung ist innerhalb von 62 Monaten vorgesehen.

520 Sitzplätze in sieben Wagen

Jeder Zug besteht aus sieben Wagen und bietet auf einer Ebene insgesamt 520 Sitzplätze. Davon entfallen 404 Plätze auf die Touristenklasse und 116 auf die Preferente-Klasse.

Die Sitze lassen sich in Fahrtrichtung drehen. Alle Plätze erhalten Steckdosen und USB-Anschlüsse. Außerdem sind größere multifunktionale Bereiche für Gepäck, Fahrräder und Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität vorgesehen.

Eine verbesserte Aerodynamik, ein geringeres Gewicht und eine überarbeitete Fahrwerkstechnik sollen Geräusche und Vibrationen reduzieren. Auch die Druckschwankungen beim Durchfahren von Tunneln und bei Zugbegegnungen sollen geringer ausfallen.

Die Züge erhalten zudem ein leistungsfähigeres WLAN sowie modernisierte Systeme für die Fahrgastinformation und das Unterhaltungsangebot an Bord.

Batterien für den Störungsfall

Die neuen Züge werden mit dem sogenannten Last-Mile-System ausgestattet. Leistungsstarke Batterien können die Antriebssysteme in bestimmten Störungssituationen versorgen und ermöglichen es, den Zug unter geeigneten Bedingungen weiterzubewegen. Dadurch soll die Abhängigkeit von Bergungs- oder Hilfslokomotiven verringert werden.

Digitale Diagnosesysteme, Fernüberwachung und vorausschauende Wartung sollen dazu beitragen, technische Probleme frühzeitig zu erkennen und Ausfälle, Verspätungen sowie Zugausfälle zu reduzieren.

Weniger Energieverbrauch

Durch die leichtere Bauweise, einen geringeren Luftwiderstand und eine moderne Antriebstechnik soll der Energieverbrauch sinken. Damit will Renfe sowohl die Betriebskosten als auch die mit dem Stromverbrauch verbundenen CO₂-Emissionen reduzieren.

Der Velaro Novo ist eine technologische Weiterentwicklung der Siemens-Baureihe 103, die bereits bei Renfe im Einsatz ist.

Die ersten fünf Züge sollen innerhalb von 40 Monaten geliefert werden. Für die vollständige Bestellung von 30 Einheiten sieht der Vertrag eine Frist von 62 Monaten vor.

Ausgehend von der Vergabe im Oktober 2026 liegt die geplante Auslieferung der ersten Züge damit im Jahr 2030, die vollständige Lieferung soll bis Ende 2031 abgeschlossen sein.

Ob und wann die neuen Züge konkret auf der Strecke zwischen Madrid und Málaga eingesetzt werden, geht aus der Vergabemitteilung von Renfe nicht hervor.

Quellen: Renfe, La Opinión de Málaga.

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