Verbraucherschutzministerium fordert Löschung von über 8.000 Ferienwohnungsanzeigen

Ferienwohnungen Málaga

Das spanische Verbraucherschutzministerium hat zwei Plattformen für Ferienunterkünfte aufgefordert, insgesamt 8.318 Anzeigen für saisonale Mietwohnungen zu entfernen.

Nach Angaben der Behörde verstoßen die Angebote gegen die Anfang Oktober geänderten gesetzlichen Bestimmungen zur Vermietung von Wohnraum.

Beanstandet werden Inserate, in denen Wohnungen als saisonale Mietunterkünfte angeboten werden, obwohl Buchungen für weniger als 31 Tage möglich sind. Nach der jüngsten Gesetzesänderung gilt diese Mindestdauer für die betreffende Vertragsart.

Das Ministerium sieht darin möglicherweise eine unlautere Geschäftspraxis, da die Anzeigen bei potenziellen Mietern einen irreführenden Eindruck erwecken könnten.

Die beiden betroffenen Plattformen hat das Ministerium nicht namentlich genannt. Sie sollen die entsprechenden Anzeigen entfernen oder den Zugang dazu sperren. Sollten sie der Aufforderung nicht nachkommen, droht ihnen die Einleitung eines Untersuchungsverfahrens durch die Verbraucherschutzbehörde.

Die meisten Verstöße in Madrid

Der Schwerpunkt der beanstandeten Angebote liegt in der Region Madrid. Nach Angaben des Ministeriums entfallen 6.772 der insgesamt 8.318 Anzeigen auf diese Region. Davon befinden sich 6.523 in der spanischen Hauptstadt. Das entspricht rund 81 Prozent aller beanstandeten Inserate.

Die spanische Regierung hatte die neuen Regelungen am 6. Oktober im Rahmen eines Königlichen Gesetzesdekrets verabschiedet.

Damit soll unter anderem verhindert werden, dass saisonale Mietverträge genutzt werden, um die gesetzlichen Vorgaben für kurzfristige Vermietungen zu umgehen.

Bereits frühere Maßnahmen gegen Airbnb und Booking

Das Verbraucherschutzministerium geht bereits seit Längerem gegen rechtswidrige Angebote auf Ferienwohnungsplattformen vor.

Nach Angaben der Behörde wurde Airbnb mit einer Geldstrafe von 64 Millionen Euro belegt, weil Tausende Unterkunftsangebote gegen geltende Vorschriften verstießen. In der Folge wurden mehr als 65.000 Anzeigen von der Plattform entfernt.

Auch Booking entfernte nach einer offiziellen Aufforderung des Ministeriums mehr als 4.000 Inserate, die nicht mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar waren.

Mit den Maßnahmen will die Regierung Praktiken eindämmen, die nach ihrer Einschätzung zur angespannten Wohnraumsituation in Spanien beitragen.

Quellen: Diario SUR, Málaga HOY

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