Unwetter in Spanien: Mindestens drei Tote nach schweren Überschwemmungen

Rekordregen in Valencia und Alicante: Rettungskräfte im Dauereinsatz, Straßen gesperrt und Schulen geschlossen. Auch in Andalusien gibt es Einschränkungen.

DANA Adam Spanien
Foto: Ayuntamiento de Valencia

Dana Adam in Spanien

Das Unwettertief (Dana) Adam hat in Spanien mindestens drei Todesopfer gefordert und schwere Überschwemmungen verursacht.

Besonders betroffen sind die Provinzen Valencia und Alicante, wo innerhalb von 24 Stunden mehr als 600 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen wurden. Hunderte Menschen mussten gerettet werden, zahlreiche Straßen sind gesperrt und der Schulunterricht fiel in mehreren Regionen aus.

Nach Angaben spanischer Medien wurden am Wochenende zwei Todesfälle gemeldet. In Cabrera de Mar in der Provinz Barcelona wurde die Leiche einer Frau gefunden, die am Vortag von einem Bach mitgerissen worden war.

In Sagunto in der Provinz Valencia ertrank eine Frau am Sonntag beim Baden im Meer, während wegen des Unwetters eine orange Warnung vor gefährlichen Wetter- und Küstenbedingungen galt.

Am Montag, den 19. Oktober, entdeckten Einsatzkräfte der Militärischen Katastrophenschutzeinheit UME in Oliva in der Provinz Valencia die Leiche einer älteren Frau in ihrem überfluteten Haus. Ihre Nichte wurde lebend aufgefunden.

Hunderte Menschen aus den Fluten gerettet

Die Rettungskräfte sind in den betroffenen Gebieten im Dauereinsatz. Ein Hubschrauber der Seenotrettung Salvamento Marítimo brachte in Oliva rund zehn Menschen in Sicherheit, darunter ein Baby und ein Kind. Die Betroffenen hatten sich vor den Wassermassen auf Dächer und Terrassen geflüchtet.

Nach Angaben der Guardia Civil wurden bis Montag 95 Menschen gerettet, davon 58 in der Provinz Valencia und 37 in Alicante. Rund 2.100 Menschen mussten ihre Unterkünfte verlassen. Besonders stark betroffen war Oliva, wo etwa 2.000 Menschen evakuiert wurden.

Die Niederschlagsmengen haben außergewöhnliche Werte erreicht. Nach Angaben des valencianischen Wetterdienstes Avamet fielen in Pego in der Provinz Alicante innerhalb von 24 Stunden 638,5 Liter Regen pro Quadratmeter.

Auch in anderen Orten gingen enorme Regenmengen nieder. In Villalonga wurden 559,3 Liter pro Quadratmeter registriert, in der Vall d’Ebo 537,2 Liter und in Real de Gandia 518,8 Liter.

Die Wassermassen ließen Flüsse und Bäche über die Ufer treten. Unter anderem traten der Girona und der Vernissa über. Menschen saßen in ihren Häusern fest, teilweise mussten sie auf die Dächer flüchten.

Einschränkungen in zahlreichen Gemeinden

Die Regionalregierung der Comunidad Valenciana hatte zunächst für 145 Gemeinden im Süden der Provinz Valencia und im Norden der Provinz Alicante Einschränkungen der Bewegungsfreiheit angeordnet. Die ursprüngliche Maßnahme betraf rund 850.000 Menschen.

Bis Montag wurden insgesamt 1.249 wetterbedingte Einsätze registriert, davon 808 in der Provinz Valencia, 433 in Alicante und acht in Castellón.

Mehr als 100.000 Schüler ohne Unterricht

Auch der Schulbetrieb ist von den Unwettern betroffen. In der Comunidad Valenciana fiel der Unterricht für mehr als 100.000 Schüler aus. Auf Mallorca, Ibiza und Formentera blieben die Schulen ebenfalls geschlossen.

In Katalonien bereiteten sich die Behörden auf eine weitere Verschärfung der Wetterlage vor. Die Schulleitungen wurden aufgefordert, die Schüler bei besonders starkem Regen zwischen 12 und 18 Uhr in den Schulgebäuden zu behalten.

Straßensperrungen auch in Andalusien

In der Comunidad Valenciana wurde der Verkehr auf Abschnitten von 23 Straßen gesperrt. Besonders kritisch war die Lage unter anderem in Xàbia, Pego, Oliva, El Poble Nou de Benitatxell und La Vall de Gallinera.

Auch in Andalusien waren Straßen betroffen. Nach Angaben des spanischen Innenministeriums blieben vier Straßenabschnitte in den Provinzen Córdoba und Sevilla wegen Überschwemmungen gesperrt.

Für weite Teile Andalusiens galten am Montag weiterhin gelbe Wetterwarnungen vor Regen und Gewittern.

Starkregen setzt Málagas Stadtteil El Palo unter Wasser

Die starken Regenfälle haben in der Nacht zum Sonntag, 18. Oktober, im Osten der Stadt Málaga schwere Überschwemmungen verursacht. Besonders betroffen war der Stadtteil El Palo. Dort fielen innerhalb einer Stunde örtlich bis zu 120 Liter Regen pro Quadratmeter, davon 60 Liter innerhalb von nur 30 Minuten.

Die Wassermassen verwandelten Straßen in reißende Bäche und überfluteten Geschäfte, Wohnungen, Keller und Garagen. Auch die Kanalisation war stellenweise überlastet.

Die Feuerwehr rückte zu zahlreichen Einsätzen aus, nachdem beim Notruf 112 rund 50 Meldungen zu Überflutungen eingegangen waren.

Am Montag blieb die Wetterlage in der Provinz Málaga angespannt. Der spanische Wetterdienst Aemet hielt zunächst an einer gelben Warnung vor Regen und Gewittern fest.

 Adam verliert voraussichtlich ab Dienstag an Einfluss. Während sich das Wetter an der Costa del Sol dann beruhigt, können im Nordosten Spaniens und auf den Balearen weitere kräftige Niederschläge auftreten.

Quellen: Diario SUR, Guardia Civil, Aemet, El País.

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